Tragflächen-Segeln: Hydros „fliegt“ zu neuem „Blaue-Band“-Rekord

Rasende Forscher

Und zum Dritten: Hydros ergatterte erneut einen Blaue-Band-Rekord © hydros

Und zum Dritten: Hydros ergatterte erneut einen Blaue-Band-Rekord © hydros

Mit ihrem foilenden Forschungskatamaran „Hydropère.ch“ halten die Schweizer nun alle Speed-Rekorde auf dem Genfer See. Doch die sind eigentlich nur (angenehme) Nebensache.

Bei nahezu perfekten Windbedingungen auf dem Genfer See zeigte das Schweizer Hydros-Team rund um Steuermann Daniel Schmäh einmal mehr, wie hoch das Potenzial ihres Rekordkatamarans „Hydroptère.ch“ einzuschätzen ist.

Nachdem sie bereits im August 2013 den sieben Jahre alten Rekord von Philippe Cardis (Decision 35) um acht Minuten unterboten hatten, schaffte der foilende Katamaran nun die 123 Kilometer lange „Blaue-Band“-Strecke von Port Noir nach le Bouveret und zurück in 4:30 h und verbesserte seinen bestehenden Rekord um 15 Minuten. Gegen den Wind brauchten die Schweizer 2:45 Stunden, den Reach-Kurs zurück rasten sie in 1:30 Stunden.

Höchst erfreutes Team rund um Steuermann Daniel Schmäh © hydros

Höchst erfreutes Team rund um Steuermann Daniel Schmäh © hydros

Drei Rekorde, ein Schiff

Hydros hält nun die drei wichtigsten  Geschwindigkeitsrekorde auf dem Genfer See: Über einen Kilometer (31.46 Knoten), eine Stunde (25.63 Knoten) und eben das Blaue Band (4:30 Stunden).

Daniel Schmäh: „Unsere fliegende technische Plattform hat mal wieder gezeigt, dass die Zukunft des Segelsports und vielleicht sogar auch eines Teils der Handelsschifffahrt auf Foils stattfinden wird.“

Trotz der offensichtlich sehr befriedigenden Ergebnisse auf dem Wasser verweisen die Hydros-Macher immer wieder darauf, dass sie mit den Rekorden auf der „Hydroptère.ch“ im Prinzip nur die „Hydros“-Forschungen untermauern wollen.

Effizienter über die Wasser

Unterstützt von dem Privatbankhaus „Lombard Odier“ arbeitet ein 14köpfiges Team bereits seit knapp vier Jahren an Möglichkeiten, Schiffe unter Segeln bzw. mit Motorantrieb möglichst schnell und Energie-effizient über die Wasser fahren, gleiten und eben „fliegen“ zu lassen.

Die Hydroptere.ch kann richtig Gas geben – und ist dennoch nichts als eine Forschungsbasis © hydros

Die Hydroptere.ch kann richtig Gas geben – und ist dennoch nichts als eine Forschungsbasis © hydros

In einem bisher bestens gelungenen Mix aus professioneller Forschung, talentiertem Segelsport und effektiver Öffentlichkeitsarbeit verschaffte sich die  Schweizer Gruppierung vor allem im letzten Jahr gute Aufmerksamkeitswerte.  So nahmen sie etwa mit zwei Hydros-Katamaranen an den Weltmeisterschaften der Katamaran-Konstruktionsklasse Classe C  (Little America’s Cup) teil – wo die Crew Billy Besson und Jeremie Lagarrigue Rang zwei ersegelte.

Übrigens wird der nächste Little America’s Cup“ vom Team Hydros und der Société Nautique in Genf  organisiert werden. Termin der 27. Ausgabe dieser prestigesträchtigen „Tüftler“-Regatta: 12. – 19. September 2015.

Gedanken an und über die Zukunft

Ein weiteres, aktuell aktives„Hydros-Kind“: Zwölf Schulen und Universitäten aus der Schweiz, Frankreich, Brasilien, Kolumbien und den Niederlanden nehmen an einem Forschungsprojekt teil, bei dem die Hydros-Grundgedanken möglichst innovativ in die Realität umgesetzt werden sollen (SR berichtete).

Finanzier und Hydros-Gründer Thierry Lombard: „Mit dem HydroContest wollen wir erreichen, dass sich angehende Ingenieure und Schiffbauer eingehend mit dem Thema „Energieeffizienz auf dem Wasser“ beschäftigen und so noch mehr für Umweltschutz, Luftverschmutzung und Ressourcenschonung sensibilisiert werden.“ Die Resultate in Form von Modellbauten werden vom 23. bis 27. Juli auf dem Genfer See „erprobt“.

Das Video vom vergangenen Jahr beschreibt anschaulich die einzelnen Hydros-Projekte

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Michael Kunst

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