Tragödie: Untersuchungsbericht zur Kenterung von „Cheeki Rafiki“ – vier Segler starben

Kiel abgebrochen

Detailaufnahme des Kielaufhängungsbereiches auf der durchgekenterten Cheeki Rafiki © US Coast Guard

Detailaufnahme des Kielaufhängungsbereiches auf der durchgekenterten Cheeki Rafiki © US Coast Guard

Nun ist es offiziell: Der Kiel fiel ab – es wurde kein UFO gerammt. Doch wie dieses Problem in Zukunft gelöst werden kann, bleibt ein Rätsel.

Vor einem Jahr ertranken vier britische Segler

Die "Rafiki" ohne Kiel, mitten im Atlantik © US Navy

Die “Rafiki” ohne Kiel, mitten im Atlantik © US Navy

, als ihre Beneteau First 40.7 720 Seemeilen östlich von Nova Scotia während einer Atlantiküberquerung von West nach Ost kenterte. Die Opfer wurden trotz aufwändiger Suche nicht gefunden, die gekenterte „Cheeki Rafiki“, die schließlich ohne Kiel treibend ausgemacht wurde, gab den Rettern Rätsel auf. Alle Sicherheitselemente wie Rettungsinsel, Grab Bag, aber auch Schwimmwesten und sogar Lifelines wurden an Bord von Tauchern gefunden. Von den Seglern jedoch keine Spur.

Cheeki Rafiki

“Cheeki Rafiki” kopfüber ohne Kiel. © Coast Guard

Zunächst ging man davon aus, dass die „Cheeki Rafiki“ ein Objekt, das knapp unter der Wasseroberfläche trieb (UFO), gerammt haben musste. Doch nach eingehenden Untersuchungen des Rumpfes, vor allem aber der (vollständig intakten) Ruderanlage und der Aufbauten durch Rettungstaucher, wurde dieser These bald widersprochen. Alle Details deuteten darauf hin, dass im hohen Seegang der Kiel schlicht abgefallen sei.

Der zuvor per E-Mail von der Crew geäußerte Verdacht, dass „Wasser in Höhe der Kielaufhängung“ eintrete, bestätigte die Vermutung.

(SR berichtete mehrfach, Erdmann Braschos nahm sich des Themas explizit an)

Die Cheeki-Rafiki und ihre Crew © privat

Die Cheeki-Rafiki und ihre Crew © privat

Obwohl der Rumpf nicht geborgen wurde, haben britische Spezialisten des MAIB (Marine Accident Investigation Branch) eine Untersuchung eingeleitet, die zum größten Teil auf Inspektionen von Yachten des gleichen Typs und mit ähnlichen bzw. vergleichbaren Konstruktions- und Baumerkmalen basiert. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bringen jedoch nur wenig neue Erkenntnisse hervor, über die nicht auch schon im Vorfeld diskutiert wurde.

Fazit des MAIB: „Die Cheeki Raffiki hätte vor der Atlantiküberquerung auch an den neuralgischen Punkten im Bereich der Kielaufhängung intensiver gewartet bzw. überprüft werden müssen. Wartungsfehler sind anzunehmen.“

Auszüge aus dem Bericht des Chef-Inspektors:

  • Da die Yacht nicht geborgen wurde, ist der Verlauf und der Grund für die Tragödie nicht im Detail zu klären.
  • Die Untersuchung hat ergeben, dass die Verklebung, mit der Rumpf-Versteifungen angebracht werden, versagt haben kann. Dadurch würde die gesamte Struktur geschwächt. Ein solches Problem bei der Verklebung kann allerdings nur schwer entdeckt werden.
  • Eine regelmäßige Überprüfung der internen Rumpfstruktur kann dennoch dabei helfen, die Gefahr einer möglichen Kiel-Ablösung zu erkennen.

Die MAIB-Inspektoren untersuchten u.a. vier Beneteau First 40.7-Yachten, deren Kiel sich jeweils nach „leichten Grundberührungen“ im hinteren Bereich lösten. Bei zwei Yachten löste sich der Kiel zudem im vorderen Bereich.

Weiterhin hebt der Report hervor (Auszüge):

  • Auch „leichte“ Grundberührungen können zu signifikanten, zunächst nicht erkennbaren Schäden im Bereich der Kielaufhängung und den entsprechenden Verstärkungen führen.
  • Bei Wassereinbruch sollte auch immer der Bereich der Kielaufhängung überprüft werden.
  • Selbst bei Durchkenterung sollte es immer noch möglich sein, einen Notruf abzusetzen und an die Rettungsinsel zu gelangen.

Der Bericht macht zudem deutlich, dass die (britischen) Sicherheitsstandards für Yachten, die außerhalb der Küstenbereiche segeln, zu überprüfen sind.

Die von der Szene eigentlich erwarteten, konkreten Vorschläge bzw. Anweisungen an die unter CE-Normen arbeitenden Werften, wie das Thema „sichere Kielaufhängung“ auch bei Serienyachten gelöst werden könne, blieben jedoch aus.

Vollständiger Bericht (in Englisch)

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Tragödie: Untersuchungsbericht zur Kenterung von „Cheeki Rafiki“ – vier Segler starben“

  1. avatar Übersetzer sagt:

    Was ist das denn jetzt? Mit redaktionellen Kresseblättchen abgestreute Google-Übersetzung?
    Quintessenz: Boot kentert, wenn Kiel ab. Das ist ja mal ‘ne Überraschung.

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  2. Oh Gott. Kiel ab. Ich glaube ich bleib an Land. Segeln ist doch zu gefährlich.

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