Ultim Trimarane: Gitana 17 in der Testphase – Sebastien Josse will bald abheben

Das erste Mal

Der Trimaran Gitana 17 segelt erste Schläge vor seinem Heimathafen  Lorient. Noch wurde kein Foto auf Foils gemacht – aber technisch soll der Trimaran bereits kurz vor der Flugphase sein.

Eigentlich hätte dieser Beitrag die Überschrift tragen sollen: „Erste Ausflüge“. Sozusagen das doppelt gemoppelte Wortspielchen von „Fliegen“ im Sinne von Abheben auf Foils und eben dem klassischen Ausflug, von wegen mal eben einen schönen Tag auf dem Meer verbringen. 

Doch das wurde nun nichts mit der Überschrift, weil Gitana 17 zwar immer öfter vor den „Toren“ ihres Heimathafens Lorient unter Segeln gesichtet wird, nach Aussagen der Technik- und Shore-Crew des Gitana Teams jedoch die „Flugphase“ noch nicht eingeleitet wird, weil erstmal alle anderen Parameter auf dem gigantischen Trimaran stimmen müssen. 

gitana 17. Ultim Trimaran, Sebastien Josse

Gitana 17 aus der Möwenperspektive. Die kleinen Böotchen daneben sind keine Minis, sondern IMOCA! © u.r./segelreporter

Bisher existieren jedenfalls nur Bilder von dem Trimaran, wie er „herkömmlich“ durch die Wasser pflügt (siehe Video). Noch kein Abheben, noch kein Anliften… nur schnöde 30-35 Knoten im Spritzwasser. „Vorbereitungsphase“ nennen das die derzeit hochkonzentriert, vor allem in den Werfthallen arbeitenden Techniker. Oder wie neulich abends einer beim Bier meinte: „Bevor man abhebt, muss ja wohl erstmal der Masttrimm stimmen und ein gewisses Vertrauen in die Robustheit des Bootes aufgebaut werden!“ (siehe SR-Bericht über Maststellen in Lorient und Designer Verdier im Interview))

 

Gitana 17, Sebastien Josse,

Erste Ausflüge, noch bei lauen Lüftchen © gitana

Dafür sieht man – obwohl Gitana um Diskretion bemüht ist – durchaus den einen oder anderen angelieferten Foil dick verpackt („bloß nix erkennen können!“) in den Gitana-Hallen verschwinden. Schließlich scharrt Skipper Sebastien Josse schon „mit den Hufen“, will endlich seine beschwingte Sirene auf Trab bringen. Und das eben auf Foils… 

Obwohl, neulich kam in der Abenddämmerung eine Figaro-Trainingsgruppe zurück in den Hafen. Am Steg diskutierten sie ganz aufgeregt miteinander, dass sie relativ dicht an Gitana 17 vorbei gesegelt seien. „Das Monster“ sei sogar in Rufweite gewesen. Zwei der Segler behaupteten steif und fest, sie hätten den Trimaran auch auf Foils abheben sehen. Andere winkten ab und sprachen vom ganz normalen Abheben im Wellengang. 

Ob sie doch schon in der Foil-Phase angelangt sind? Tatsache ist, dass der Trimaran immer von Zodiacs umschwirrt wird, die das Boot regelrecht gegen Fotografen und Filmer abschirmen. 

Gitana; Ultim, trimaran

Gitana 17 erster “Flug” – bei der Erstwasserung vor einem Monat © zedda

Denn es soll schon einige gegeben haben, die scharf auf erste Bilder des foilenden Riesentrimarans im (auch in Frankreich existierenden) Sommerloch waren.

Kein Wunder, denn Gitana 17 ist derzeit an der französischen Atlantikküste Segel-Gesprächsthema No.1. Was wiederum Scharen von Neugierigen in die Hafenstadt (in der auch noch ein keltische Musikfestival tobt) zieht und wahre Menschentrauben vor dem Boot versammelt. 

So kam es, dass neulich beim Einziehen des Großsegels und beim ersten Hissen desselben eine Hundertschaft Zuschauer gespannt auf das vielgepriesene Design im Segel wartete. Das von Künstlern entworfene Motiv soll eine Sirene zeigen, doch irgendwie wirkte die Grafik eher wie ein Monster, das sich auf dem Segel räkelt. Jedenfalls war dies die einhellige, mitunter etwas enttäuscht wirkende Meinung der Zuschauer. Plötzlich dreht sich ein älterer Herr mit Nickelbrille, ganz im Stile eine Geschichtsprofessors um und belehrt: „aber meine Damen und Herren: Sirenen waren Monster! Nicht anderes – sie lockten die Seefahrer an, um sie zu töten!“ 

Kann man nur hoffen, dass Sebastien Josse von Mythologie keine Ahnung hat! 

Erste anstehende Hochseeregatta: Doublehanded Transat Jacques Vabre (Start im November)

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Ultim Trimarane: Gitana 17 in der Testphase – Sebastien Josse will bald abheben“

  1. avatar Martin sagt:

    So viel versteckt man gar nicht, Gitana liegt komplett aufgeriggt und mit eingesetzten Foils am Steg. Sehr beeindruckendes Gefährt!

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  2. avatar Breizh sagt:

    Nur schnöde 30 – 35 Knoten! Unglaubliche Geschwindigkeit. Da braucht man viel Raum, um überhaupt noch reagieren zu können. Von daher wird man vor Lorient bestimmt keine Foilerversuche sehen. Vielleicht auf der Rückseite von Groix.
    Ich würde gerne einmal das verdutzte Gesicht eines Handelsschiffes sehen, wenn so ein Ultim einfach an ihm vorbeizieht.
    Ja, die Dimension dieser Boote sind schon enorm.

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