Umwelt: Mikroplastik in Elbe und Ostsee – „Aldebaran“ Schülerinnen bei „Jugend forscht“

„Forschen auf See“

Während ihrer Exkursion auf dem Forschungssegelschiff „Aldebaran“ fanden sie in Elbe und Ostsee zahlreiche Mikroplastikfasern. Nun erhielten zwei Nachwuchsforscherinnen aus Hamburg-Harburg die zweite Auszeichnung für ihre Forschungsarbeit.

Eine Woche lang waren Hiva Bingöl und Kim Zierahn vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Wilstorf im Sommer 2019 an Bord der gelben Segelyacht vom Typ Sonate Ovni 43 zwischen Hamburg und Timmendorf unterwegs. Gemeinsam mit einer Projektpartnerin und den Wissenschaftspatinnen Aurelia Laubscher vom GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und Sarah Zwicker vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven wollten sie beim Meereswettbewerb „Forschen auf See“ der Deutschen Meeresstiftung herausfinden, ob Kläranlagen Mikroplastik herausfiltern oder dieses aus den Anlagen ins Meer gelangt. Dafür untersuchten die Nachwuchsforscherinnen insbesondere in der Nähe von Kläranlagen das Wasser von Elbe und Ostsee.

Das Ergebnis: Bis zu 1.000 Fasern befanden sich pro Tonne Wasser. Diese gelangen unter anderem beim Waschen synthetischer Kleidung und durch Beigaben in Kosmetika ins Abwasser – und von dort eben zum Teil auch weiter in unsere Meere und Flüsse, so die Erkenntnis der Schülerinnen.

Siegerehrung des Meereswettbewerbs „Forschen auf See“ auf der boot Düsseldorf 2020 mit Boris Herrmann © Deutsche Meeresstiftung

Auch andernorts beschäftigten sich Forscher bereits mit diesem Problem und zeigten, dass Kläranlagen die zum Teil nur wenige Nanometer große Mikroplastik-Partikel aktuell noch nicht vollständig herausfiltern können.

Chemiker der Arizona State University fanden außerdem vor einiger Zeit heraus: Auf spezielle Kunststoff-Verbindungen, wie etwa die von Kontaktlinsen, sind Kläranlagen ebenfalls nicht eingestellt. Kontaktlinsen, die etwa in der Toilette heruntergespült wurden, filtern die Anlagen ihrer Untersuchung zufolge nicht heraus, sondern zerkleinern sie lediglich zu Mikroplastik, das dann in die Umwelt gelangt.

Kim Isabella Zierahn und Hiva Bingöl zeigen Dr. Ralf Grote, Leiter des Präsidialbereichs der Technischen Universität Hamburg, ihre Arbeit © TUHH/Christian Bittner

Die Harburger Schülerinnen präsentierten ihre Forschungsergebnisse im Januar auf der boot Düsseldorf – und wurden dort unter anderem von Profisegler Boris Herrmann als eines der Siegerteams des Meereswettbewerbs „Forschen auf See“ ausgezeichnet. Beim Regionalwettbewerb ELBE „Jugend forscht“ holten sich Hiva Bingöl und Kim Zierahn in der Kategorie Chemie nun den nächsten Sieg. Damit geht es für sie automatisch beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ im April weiter.

Meereswettbewerb „Forschen auf See“

Der bundesweite Meereswettbewerb „Forschen auf See“ findet seit 2005 an Bord des bekannten Medien- und Forschungsschiffes Aldebaran statt und will Nachwuchsforscher für das Meer als größtes Ökosystem der Erde begeistern.

Das Thema für den Meereswettbewerb 2020 lautet „Schall im Meer“. Noch bis zum 31.03.2020 können Schülerteams ihre Forschungsideen einreichen, um sich für eine Expedition in den kommenden Sommerferien zu qualifizieren.

www.meereswettbewerb.de

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