Umwelt: Riesiger CO2-Fußabdruck durch Superyachten – Klimabilanz der Milliardäre

Klimakiller Superyacht

Dass Milliardäre in Sachen Klimaschutz selten mustergültig leben, ist nicht neu. Zwei Wissenschaftler haben sich nun aber genauer angeschaut, wie sich ihr großer CO2-Fußabdruck zusammensetzt – und erschreckende Zahlen zutage gefördert. Das größte Problem sind demnach ihre Superyachten.

Superyacht in Kroatien (Symbolbild). Der Moonrise werden sogar “umweltfreundliche Eigenschaften” attestiert © Arno Senoner, Unsplash

Wer mehr Geld zur Verfügung hat, lebt meist umweltschädlicher. Schließlich hängen Geld, Konsum und CO2-Emissionen eng zusammen. Richard Wilk, Anthropologie-Professor und Institutsleiter an der Indiana University, und Beatriz Barros, Anthropologie-Doktorandin, wollten wissen, wie genau sich Reichtum in Konsum und den daraus resultierenden CO2-Fußabdruck übersetzt.

Sie untersuchten deshalb die entsprechenden Bilanzen von 20 Milliardären, zu denen sie Daten recherchieren und Werte errechnen bzw. schätzen konnten. Da die Bereiche Transport und Immobilien den Wissenschaftlern zufolge den Mammutanteil des CO2-Fußabdrucks der meisten Menschen ausmachen, konzentrierten sie sich auf diese Kategorien. Treibhausgasemissionen aus der Herstellung von Produkten und aus den Unternehmen der Milliardäre klammerten sie aus.  

„Aus Umweltsicht der mit Abstand schlimmste Vermögenswert“

Schon die durchschnittliche CO2-Bilanz der Milliardärstruppe ist gewaltig: Während die Einwohner der USA, einschließlich der Milliardäre, im Jahr 2018 im Schnitt etwa 15 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf verursachten und damit im globalen Durchschnitt bereits einen hohen Wert erreichten, waren es bei den Milliardären aus der Stichprobe 2018 durchschnittlich etwa 8.190 Tonnen, so die im Online-Magazin „The Conversation“ veröffentlichten Zahlen der Anthropologen.

Einige von ihnen produzierten allerdings deutlich mehr Treibhausgase als andere. Der mit Abstand größte Umweltverschmutzer auf der Liste: Roman Abramowitsch, der den Großteil seines Vermögens mit dem Handel von Öl und Gas gemacht hat und als Besitzer des Fußballclubs Chelsea bekannt ist. „Wir schätzen, dass er im Jahr 2018 für mindestens 33.859 Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich war“, schreiben Wilk und Barros.

Der Löwenanteil entfällt den Ergebnissen der Untersuchung zufolge auf die Kategorie „Yachten“ – nämlich mehr als zwei Drittel. Trotz mehrerer Anwesen, Privatjets und Co. Sage und schreibe 22.440 Tonnen CO2-Äquivalente errechneten die Anthropologen hier. Abramowitschs Superyacht Eclipse ist stolze 162,5 Meter lang und das ganze Jahr über einsatzbereit. Ein neues Spielzeug ist auch schon im Bau. Im Sommer soll die 140 Meter lange Solaris fertig sein.

© Grafik: The Conversation; Quelle: Forbes, Carbon Footprint, US US Energy Information Administration, Carbon Independent, “The Yacht of 2030”

Bei den meisten seiner Milliardärskollegen ist die Bedeutung ihrer Yachten für den CO2-Fußabdruck ebenfalls enorm. Der reichste Europäer, Bernard Arnault, zum Beispiel nimmt im Emissionsranking den vierten Platz ein. Sein geschätzter Fußabdruck aus den untersuchten Vermögenswerten liegt bei 10.421 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Seine 101,5-Meter-Superyacht Symphony ist laut Untersuchung sogar für fast 90 Prozent dieser Emissionen verantwortlich.

Fast schon moderat fällt im Vergleich die Bilanz der beiden reichsten Menschen der Welt aus. „Nur“ etwa sechs Prozent des Gesamtwertes von Abramowitschs Treibhausgasemissionen aus den Kategorien „Wohnstätten“, „Yachten“ und „andere Transportmittel“ betragen die im Rahmen der Untersuchung für Jeff Bezos und Elon Musk errechneten Werte. Beide besitzen keine Superyacht.

Das Urteil der Wissenschaftler ist eindeutig: „Eine Superyacht samt Crew, Hubschrauberlandeplatz, U-Booten und Pools stößt nach unseren Berechnungen etwa 7.020 Tonnen CO2 pro Jahr aus und ist damit aus Umweltsicht der mit Abstand schlimmste Vermögenswert, den man besitzen kann.“ 

10 Kommentare zu „Umwelt: Riesiger CO2-Fußabdruck durch Superyachten – Klimabilanz der Milliardäre“

  1. avatar Christian sagt:

    Superyachten waren schon immer das Allerletzte. Als Segler schäme ich mich für die Egomanen, die sowas brauchen. Echt traurig, diese Figuren.

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    • avatar Josef Schmitz sagt:

      Du primitiver Neidsack

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      • avatar moritz sagt:

        Die Frage wer hier primitiv ist scheint hier offensichtlich. Ich kann Christian nur zustimmen: Superyachten sind das allerletzte. Es ist einfach nicht gerecht das sich einzelne so viele Ressourcen verbrauchen.

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  2. avatar PL_sven_westphal sagt:

    Geradezu ekelhaft wie zum Beispiel Abramovich dann hierzulande auch noch hofiert wird. Ich denke da an die FußballWM, als der halbe Lübecker Hafen für ihn gesperrt wurde. Wer so viel Geld (Möglichkeiten/Macht) hat und dem nichts anderes einfällt, als rumzuprotzen, ist einfach nur bemitleidenswert. Schade, dass deren Psychomacken auf Kosten der ganzen Welt gehen… Als ersten Schritt könnte man vielleicht jedes Privatvermögen über 1Milliarde einfach mal einkassieren. Dann wären diese armen Menschen zwar nur noch 1000fache Millionäre, aber mit dem viele Staatshaushalte übersteigenden Geldbergen könnte man mit Sicherheit ein paar sinnvolle Dinge regeln. …..aber eigentlich ist es ja nur Sozialneid….. Erfolg muss sich ja auch lohnen….. im wahrsten Sinne läuft hier einiges aus dem Ruder! Völlig absurd!

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  3. avatar Peter Klingmüller sagt:

    Man sollte die Werte umrechnen auf die daran beteiligten Menschen.
    Es ist doch positiv dass viele dieser Yachten in unserem Land gebaut werden und es steckt viel bewundernswerte handwerkliche Arbeit und Können darin.
    Ich muss so etwas nicht haben,gucke mir die Yachten gerne an.
    Oder soll man wegen der Arbeitsplätze mehr Marineschiffe bauen?

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  4. avatar Thosi sagt:

    Es ist nicht überraschend, dass Megayachten und auch sonstige Motoryachten, die fossil angetrieben werden, katastrophal für die Umwelt sind. Und das alles “zum Spass” und für’s Ego. Wir müssen schnell und konsequent gegen mutwillige Umweltzerstörung wie diese agieren, bevor es zu spät ist.

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  5. avatar Torsten Ruppert sagt:

    Ziemlich zweischneidige Angelegenheit: diese Superyachten verschaffen unendlich viel Arbeitsplätze auf Werften, beim Personal und in der Maintanance und der Unterschied zwischen einem Megayachtfahrer und einem sonstigen Motorbootfahrer ist letztlich nur ein quantitativer… . Insofern wäre es hilfreich, wenn sich alle an die eigene Nase packen: nur wer selbst aktiv auf umweltverschätzende Freizeitaktivitäten verzichtet, darf sich eigentlich ein Urteil erlauben.

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  6. avatar Carlos Ewald sagt:

    Die Umweltbelastung durch Verkehr beträgt insgesamt ca. 18%,, davon ca. 12% auf Straßen, 6% nur teilen sich auf Luft- & Seeverkehr auf, also ist es muessig hierüber zu diskutieren.

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  7. avatar Kein Neider sagt:

    Als Nichtwassersportler schäme ich mich für CHRISTIAN, warum braucht er ein Segelboot!!!! Warum geht er nicht einfach spazieren…Bonze! (Ironie aus)

    Christian, ist der Groschen gefallen, du nerviger Neider…

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  8. avatar Thosi sagt:

    … die Art, wie persönlich diskutiert wird, zeigt mal wieder, dass solchen Foren nicht gut sind. Ich lass es zukünftig auch wieder. Noch kurz inhaltlich: Grundsätzlich darf natürlich jeder diskutieren, nicht nur der, der vermeintlich umwelttechnisch alles richtig macht. Was das Thema Arbeitsplätze angeht, bin ich überzeugt, dass wir auch tolle Yachten (gerne auch Megayachten) bauen können, die eben nicht fossil angetrieben sind und die Umwelt im großen Stil schädigen. Das ist die Herausforderung und darüber sollten wir diskutieren. Schön wäre es, wenn die Suppereichen vorausgingen und uns zeigten, wie es auch CO2 neutral gehen könnte, was selbstverständlich möglich ist – und zukünftig auch sein muss!

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