Unglück: Gefeierter Retter und Sydney-Hobart-Segler stirbt nach Kenterung

„Fast ein wenig rätselhaft“

In den 1960ern rettete er eine Gruppe schiffbrüchiger Jugendlicher von einer unbewohnten Insel und wurde dadurch zum gefeierten Helden. Für ihn kam nun aber jede Hilfe zu spät. Der 90-jährige Segler und Autor Peter Warner starb, nachdem sein Boot an der australischen Küste gekentert war.

Peter Warner war auf dem Meer zu Hause. Mit 17 Jahren begann er, zur See zu fahren, arbeitete später für die Marine, wurde Anfang der 1960er an Bord seiner Yacht Astor dreimal Line-Honors-Gewinner beim Sydney-Hobart-Race und war anschließend viel auf dem Südpazifik unterwegs.

Rettung von einsamer Insel

Dort ereignete sich 1966 auch die Geschichte, die den Australier schließlich über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte. Als er damals mit seinem Fischerboot an der unbewohnten Insel ‘Ata südwestlich von Tongatapu, der Hauptinsel Tongas, vorbeisegelte, entdeckte der aufmerksame Warner eine Gruppe Jugendlicher aus Tonga, die bereits seit Langem als vermisst galt, und rettete sie.

Die sechs Jungen hatten über ein Jahr zuvor ein Boot gestohlen und waren von ihrer Heimat aus in Richtung Fidschi aufgebrochen. Doch in einem Sturm riss unter anderem das Segel, die Jugendlichen trieben tagelang übers Meer, strandeten schließlich auf dem unbewohnten Eiland, legten sich dort irgendwann sogar einen Gemüsegarten an und überlebten.

Warner brachte die Schiffbrüchigen, von denen kaum noch jemand geglaubt hatte, sie lebend zu finden, schließlich zurück zu ihren Familien und sogar der damalige König von Tonga dankte ihm für die Rettungsaktion.  

Tödliche Havarie

Auch 55 Jahre später war Peter Warner noch auf dem Wasser unterwegs. Doch an der Küste von New South Wales kam er nun ums Leben. Nach Angaben des australischen Nachrichtensenders Nine News kenterte die Yacht des 90-Jährigen bei rauer See. Warner und sein 17-jähriger Mitsegler gingen über Bord.

Der Jugendliche, der bei dem Vorfall unverletzt blieb, schaffte es den Berichten zufolge noch, den betagten Skipper ans Ufer zu ziehen, wo ein Helfer bis zum Eintreffen der Sanitäter versuchte, ihn wiederzubeleben. Doch der einst gefeierte Retter starb trotz des Einsatzes seines Mitseglers und des Helfers an Land vor Ort.

Zu den genauen Todesumständen werde noch ein Bericht verfasst, hieß es in den australischen Medien. Die britische Daily Mail schrieb von einem Tod durch Ertrinken. In seinem Heimatland zeigten sich viele geschockt über den Tod des Seglers. Der australische Journalist Rob Mundle kommentierte gegenüber ABC Australien: „Wenn man seine Erfahrung bedenkt, seine Expertise aus all den Jahren, ist das Geschehene fast ein wenig rätselhaft.“

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