Unglück: Hamburger Yacht “Meri Tuuli” in Portugal gestrandet – zwei Tote

An Land gespült

Die Hamburger X442  “Meri Tuuli” ist neben dem portugiesischen Hafen Figueira da Foz an Land gespült worden. Ein Segler und ein Retter starben.

X442 "Meri Tuuli" gestrandet

Die Hamburger X442 “Meri Tuuli” auf dem Strand bei Figueira da Foz. © Polícia Marítima

“Nur wer die See nicht kennt … fürchtet sie nicht, sagt man bei uns an der Küste.” So heißt es auf der Website von Well Sailing. “Je weiter Sie sich auf’s Meer hinauswagen, desto mehr Kenntnisse und Erfahrungen benötigen Sie.” Die Hamburger Segelschule tut alles dafür, dass Menschen diesen Sport beherrschen und genießen können. Und nun ist dennoch mit einer ihrer drei Yachten, der “Meri Tuuli” ein schweres Unglück passiert.

Ein Törn von Portugal nach Enland war mit zahlenden Gästen geplant. Aber jetzt liegt die X442 mit zerstörtem Rigg am Strand von Cabedelo bei Figueira da Foz. Ein 47-jähriges Mitglied der fünfköpfigen Crew sowie ein Retter (41) der lokalen Küsten Polizei Polícia Marítima sind am Sonntag den 10.4. gestorben. Beide Opfer sollen ertrunken sein.

Polícia Marítima

Das Boot der Retter ist umgeschlagen. © Polícia Marítima

Zwei weitere Segler sind laut der portugiesischen Nachrichtenagentur LUSA schwer verletzt. Bei den übrigen beiden werden Unterkühlungssymptome behandelt. Sie liegen im Krankenhaus von Figueira da Foz.

Offenbar hatte die “Meri Tuuli” versucht, bei schwerem Wetter in den Hafen einzulaufen und dabei Probleme bekommen. Es gelang ihnen noch, die Retter der Polícia Marítima zu informieren, die mit ihrem offenen Motorboot ausliefen. Aber beim Rettungsversuch müssen sie im starken Wellengang gekentert sein.

Ein verletzter Segler Figueira da Foz

Ein verletzter Segler wird am Strand von Figueira da Foz abtransportiert. © Polícia Marítima

Well Sailing Leiter Richard Jeske ist nach Portugal gereist, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Erst danach möchte er Angaben zu dem Vorfall machen, sagt er gegenüber SegelReporter.

Der Hafen von Figueira da Foz ist gut geschützt, aber Seekarten warnen, dass bei ablaufendem Wasser die Strömung vor der Einfahrt bis zu sieben Knoten erreichen kann. Der Unfall soll sich gegen 17 Uhr ereignet haben, wenn man den offiziellen Angaben glauben darf. Das wäre zwei Stunden nach Hochwasser. Der Ebbstrom stand gegen den Wind und dürfte eine hohe Welle aufgeworfen haben.

 X442 "Meri Tuuli"

Die X442 “Meri Tuuli” in besseren Tagen. © Well Sailing

Die Hafeneinfahrt von Figueira da Foz

Die Hafeneinfahrt von Figueira da Foz

TV-Bericht im portugiesischen Fernsehen:

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Carsten Kemmling

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21 Kommentare zu „Unglück: Hamburger Yacht “Meri Tuuli” in Portugal gestrandet – zwei Tote“

  1. avatar Jan-X sagt:

    Das ist sehr, sehr traurig.
    Mein Mitgefühl den Hinterbliebenen.
    Meine Hochachtung gebührt stets jenen, die sich ohne Zögern in Gefahr begeben um andere zu retten.
    The rest is silence.
    J.

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  2. avatar Sven sagt:

    Das ist sehr schrecklich!

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  3. avatar andreas sagt:

    Oh Mann, schon wieder Tote beim Segeln, das ist wirklich traurig. Auch hier gehen unsere Gedanken zu den Angehörigen, besonders auch denen des ertrunkenen Retters.

    Die portugiesische Westküste gehört wegen der brutalen Tide/Welle und dem extremen Schiffsverkehr zu den gefährlichsten Revieren überhaupt. Keine wirklich sicheren Häfen zwischen Vigo und Lissabon. Bin dort selbst schon bei NNW-Sturm Richtung Lissabon “abgelaufen” – das wünsche ich keinem!

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  4. avatar martin sagt:

    am Moment des Anlaufens war das nur zugelassen fuer Schiffe laenger als 35 m, so wird in das Fernsehenkommentar gesagt ….

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    • avatar martin sagt:

      Hier in die Portugiesische Sprache die Regeln:
      http://autoridademaritima.marinha.pt/PT/Capitanias/departamentomaritimonorte/figueira/Documents/Edital%2001%20-%202012.pdf

      Am ‘Forte de Santa Catarina’, Koordinaten 40º 08’,87 N, 8º 51’,58W wird einen schwarzen Ball hoch im Mast sichtbar sein wenn es Schiffe unter 35 m nicht erlaubt ist ein zu laufen. Zwei Bälle bedeuten geschlossen fuer alle.

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      • avatar lotte sagt:

        Ich bin dort auch schon bei Sperrung eingelaufen, ohne die Seezeichen auf dem Castell erkennen zu koennen. Anschliessend hab ich 10 Tage festgelegen, weil die Polizia Maritima selbst bei spiegelglatter See wegen Feiertagen nicht wieder aufmachte (wir hoerten dann den Spitznamen “Hotel California”.
        Beim Einlaufen war es der Polizia Maritima egal, dass wir Ihre Lichter nicht sehen konnten. Jetzt werden sie hoffentlich deutlichere Zeichen setzen.

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  5. avatar Ketzer sagt:

    “Je weiter Sie sich auf’s Meer hinauswagen, desto mehr Kenntnisse und Erfahrungen benötigen Sie.”

    War wohl falsch…

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  6. avatar martin sagt:

    Besuche den Website well-sailing.de, 50 Stunden spaeter:
    der Meri-Tuuli wurde einfach entfernt. Total respektlos.

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  7. avatar Funklieschen sagt:

    Was ist denn daran respektlos? Wem gegenüber? dem Schiff? Wenn eines bei Well-Sailing oberste Priorität hat, dann Sicherheit. Und es wird sicher in dieser Situation keiner aus “Respektlosigkeit” etwas weglöschen… Richard hat sich zudem sofort auf den Weg gemacht und wird sich um seine Schützlinge kümmern. Und nein, wir gehören nicht zur Segelschule, kennen Richard und die Leute von Well-Sailing aber ganz gut und schätzen ihre Erfahrungen.

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    • avatar Nur Mut sagt:

      Ein Hinweis in eigener Sache, z.B. “Wir trauern mit den Angehörigen…”, wäre sicher respektvoll.

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      • avatar Funklieschen sagt:

        Schade wenn es nicht verstanden wird, was man sagen möchte! Es geht uns nun wirklich sehr ans Herz was da passiert ist. Wir waren und sind immer noch geschockt. Ich denke, das es keinerlei großer Erklärung bedarf worauf sich das “respektlos” bezog. Mich hat die Aussage von Martin einfach nur geärgert. Er hat die Yacht sicher nur von der Seite genommen, da man dort die “schönen” Reisen buchen konnte. Wir finden es richtig, dass man sich erst um die Leute kümmert und dann erst etwas dazu schreibt. Was bringen einem Bekundungen, bevor man genaueres weiß? Und wie man sieht, hat Richard ja mittlerweile entsprechend, und vor allem anteilsvoll geschrieben…

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        • avatar martin sagt:

          Mich hat einfach geärgert das 48 Stunden bevor es überhaupt Wörter von Trauer zu lesen gab, die Buchungsmöglichkeiten schon angepasst worden waren. Deshalb mein Kommentar als Ermutigung gemeint rasch da was zu machen; am 13 April war es dann erst so weit. Ihre Voraussetzung dass wir jetzt genaueres wissen teile ich übrigens nicht. Da ist auch Haftbarkeit im Spiel. Alle diese Wörter über der Überqualifizierung des Skippers. Meiner Meinung nach hat Well-sailing mit seine Ausbildungsfunktion ein riesiges Glaubwürdichkeitsproblem.

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  8. avatar bluemarlin sagt:

    Ich finde es schade, dass es immer wieder Leute gibt, die bei solch traurigen Ereignissen versuchen, die beteiligten oder betroffenen Personen schlecht dastehen zu lassen oder meinen es besser wissen zu müssen. Wie könnt ihr euch erlauben darüber zu urteilen, ob sich hier jemand respektlos verhält? Schon mal darüber nachgedacht, dass Herr Jeske unmittelbar nach dem Vorfall vor Ort war und vielleicht persönlich mit Angehörigen gesprochen hat?
    Solche Kommentare kann niemand gebrauchen, schon gar nicht in solch einer Situation!

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  9. avatar keller sagt:

    mein mitgefühl den hinterbliebenen.dieses unglück wirft einfach sehr viele fragen auf,gerade aufgrund der schrecklichen ereignisse.war der hafen für schiffe unter 35m gesperrt ?wie lange war er schon gesperrt ? im hafenhandbuch wird vor der hafeneinfahrt bei bestimmten vorherrschenden winden gewarnt !warum kein anderer hafen(30-40 meilen entfernt)?warum sind so viele leute über bord gegangen(gurte )? ….usw. noch hat man zu wenig informationen,welche umstände zu diesem unglück führten.nochmals mein mitgefühl den hinterbliebenen und allen beteiligten(crewmitgliedern,rettern…)die diese schrecklichen ereignisse beiwohnen mußten und verarbeiten müssen

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  10. avatar ganesha sagt:

    mein mitgefühl gehört den hinterbliebenen der beiden ertrunkenen. in der pressemitteilung von wellsailing gibt es anhaltspunkte wie es zu dieser havarie gekommen sein könnte; 4-5 bft sw, nach der kenterung wurde eine leinenverbindung zum schlauchboot der retter hergestellt, welches kenterte-erst durch diesen umstand kommt
    ein besatzungsmitglied (wo genau befand sich dieser?) und ein retter ums leben! ich setze voraus daß diese beiden ohnmachtssichere schwimmwesten trugen. wir werden demnächst wohl mehr info kriegen…. das einlaufen in diversen häfen an dieser küste ist generell schwierig, aber bei 4-5 bft sicher nicht unmöglich.
    gruß ganesha

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  11. avatar Stefan Dierks sagt:

    Zuersteinmal herzliches Beileid an die Angehörigen, ein schreckliches Unglück. Es zeigt wie nah die guten und die schrecklichen Seiten unseres Sports zusammenliegen können. Alle die nicht dabei waren rufe ich zur Mässigung auf, keiner von uns kann die Umstände bewerten – und somit sollte keiner ein “Urteil” fällen.

    Warten wir auf den Untersuchungsbereicht der BSU und ziehen unsere Lehren und hoffen selbst nie in so eine Situation zu geraten.

    Mein Mitgefühl geht an alle die näher betroffen sind – möget Ihr die Kraft haben damit fertig zu werden.

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  12. avatar Uwe Moser sagt:

    Die portugiesischen Häfen sind gefährlich und Figuera da Foz ist der gefährlichste. Es ist ein unverzeihlicher Fehler des Skippers bei diesen Bedingungen dort einzulaufen und das Leben seiner Crew und der Retter aufs Spiel zu setzen und da sollte man auch nicht nach fadenscheinigen Entschuldigungen suchen!

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  13. avatar Tom sagt:

    gute Frage…

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