Unglück: Mastbruch auf Karbon-Maxi-Katamaran “Mouse Trap”, ein Toter

"Mausefalle"

Mega-Luxus-Karbon-Kat verliert Mast: 1 Toter © JFA

Auf dem größten Kohlefaser-Luxus-Kat der Welt „Mouse Trap“ ereignete sich ein tragischer Unfall.  Ein französischer Bordtechniker wurde von einem Want erschlagen.

Die „Mouse Trap“, mit 110 Fuß Länge größter Kohlefaser-Kreuzfahrt-Katamaran der Welt (Werft JFA Concarneau), segelte mit 9 Passagieren an Bord (sieben Franzosen, zwei Schweizer) auf einer Luxus-Kreuzfahrt südöstlich der Bermudas nahe dem brüchtigten Bermuda Dreieck. Gegen 18 Uhr brach der 45 Meter hohe Mast offenbar in einer Böe. Ein an Deck arbeitender französischer Bordtechniker (53) aus Nizza wurde dabei von einem peitschenden Want tödlich verletzt.

Mega-Katamaran, Mastbruch, Toter

Die “Mouse Trap” war nagelneu, wurde erst 2012 zu Wasser gelassen © JFA

Die „Mouse Trap“ lief erst 2012 vom Stapel und galt als besonders gut gewartetes Schiff, das ausschließlich mit Stammcrew, darunter drei Techniker, gesegelt wurde. Die Wetterlage zum Zeitpunkt des Unglücks wurde mit „stabil“ bezeichnet, das Seegebiet ist um diese Jahrszeit allerdings für plötzlich einfallende, heftige Böen bekannt.

Das Unglück und die havarierte „Mouse Trap“ werden von den Behörden derzeit genauestens untersucht, um ein Fremdverschulden vollständig auszuschließen.

 

 

 

 

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Ein Kommentar „Unglück: Mastbruch auf Karbon-Maxi-Katamaran “Mouse Trap”, ein Toter“

  1. avatar andreas sagt:

    Das ist wirklich tragisch und macht betroffen. Eben noch Bluewater, und dann so eine Katastrophe; aufrichtiges Beileid an die geschockte Crew und die Hinterbliebenen.

    Es ist leider zu befürchten, dass wir derartige Unfälle künftig öfter sehen werden, und das nicht nur bei Booten. Kohlefaser ist ein unglaublich starkes und teures Material, mit dem es aber noch vergleichsweise wenig Erfahrung gibt. Die Versuchung, seine Grenzen auszuloten, ist groß. Zumal Strukturoptimierung nicht nur Gewicht spart, sondern letztlich auch Geld. Das funktioniert gleichermaßen bei Booten, Fliegern, Autos und überhaupt allem, was sich unter Verbrauch von Energie bewegt.

    Leider wird mit dem Material manchmal leichtfertig oder inkompetent umgegangen. Ein aktuelles Beispiel: Wenn ein Marcel Schmelzer zum Schutz seines Antlitzes mit einer Carbonmaske spielt, frage ich mich, wer sich das ausgedacht hat. Carbon bricht bei Überlastung (z.B. einem heftigen Ballkontakt) spektakulär und unter Bildung übelster Splitter. Das sollte jeder Konstrukteur doch wissen!? Kevlar (wie bei den Eiscjockey-Goalies) wäre hier das Material der Wahl gewesen, auch wenn es nicht so cool aussieht.

    Bei Booten scheint es mir oft so, dass es einfach Carbon sein muss, obwohl andere Materialien weit besser geeignet und vor allem sicherer wären. Hinzu kommt die Problematik des NDT, des Non Destructive Testing. Das ist nur schwer möglich und sehr teuer – also fällt es aus. Wo Alu eine gut sichtbare (und meist unkritische) Beule bekommt, gibt es bei Carbon u.U. den fatalen Initialbruch, so etwa: „Uuhpps, das war der Kran….naja, ist nix passiert, der kleine Ratscher, den können wir spachteln….“. Resultat: Es wird mit unerkannt teilversagten Strukturen (Masten, Stagen, Bäumen) rumgefahren. Und die geben dann im unpassendsten Moment den Geist auf.

    Hoffen wir mal, dass es hier eine andere Erklärung gibt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 30 Daumen runter 1

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