Unglück: Zweite Yacht-Strandung auf Karibik-Insel Saba – Die Umwelt leidet schwer

Ölpest im Paradies

Vor einer Woche wurde auf der Antillen-Insel Saba eine Yacht nach dem Bruch der Mooring zerstört. Nun ist es wieder passiert. Die 48-Meter-Yacht “Elsa” hat viel Öl verloren.

Die kleine Insel Saba in der Karibik, kaum 20 Meilen von St. Maarten entfernt, hat mit einer Ölpest zu kämpfen seit die 48 Meter Luxusyacht “Elsa” auf die Felsen getrieben ist. Aus dem 43.000 Liter fassenden Treibstoff-Tank ist Diesel in die Ladder Bay ausgelaufen.

Wellen brechen über “Elsa”.© GIS Saba

Es ist noch nicht bekannt, wie viel Sprit in die Umwelt gelangen konnte, aber Bilder vom Unglücksort legen nahe, dass der Schaden größer sein könnte, als zuerst angenommen. Segler berichten, dass die Küste über mehrere Kilometer verdreckt und der Geruch in der gesamten Bucht wahrzunehmen ist.

Wassereinbruch auf der 48 Meter Yacht.© GIS Saba

Der Vorfall ereignete sich kaum eine Woche nach dem tragischen Verlust der französischen Segelyacht “Kirikou”, die schließlich mit schweren Schäden von den Felsen gezogen worden war. Die Familiencrew war nicht an Bord, als im Sturm eine Mooring brach.

Wasserverschmutzung rund um den Havaristen. © günter

Die Betreiber des National Marine Park, zu dem die vorbereiteten Mooring-Tonnen gehören, wollte die Strandung noch eingehend untersuchen. Aber nun legt das nächste Unglück nahe, dass die Befestigung der Moorings doch schwere Defizite aufweisen könnte.

Angespült vor der Felsenküste. © günter

Auf der Luxusyacht waren jedenfalls Crew und Gäste an Bord, als sich das Schiff vom Ankerplatz entfernte. Warum es ihr dennoch nicht gelang, die Legerwall-Situation rechtzeitig zu verhindern, bleibt fraglich. Die Menschen konnten unverletzt gerettet werden.

Die Brandung schiebt den 353 Tonner immer weiter auf die Steine. © günter

Sicher ist offenbar, dass die 353 Tonnen verdrängende “Elsa” zu groß für die Mooring war. Diese soll nur für 150 Tonnen ausgelegt sein. Offenbar hat das Personal der Parkverwaltung dem Schiff aber diesen Platz zugewiesen.

Das Zonen-System im Saba Marine Park. Moorings sind in den roten Bereichen ausgebracht:

Seit drei Tagen arbeiten die Behörden daran, das Schiff zu bergen und den Diesel aus dem Tank zu pumpen. Zahlreiche Experten sollen inzwischen auf der Insel eingetroffen sein, um die Bergung zu überwachen und die Auswirkungen der Ölpest auf der Insel so gering wie möglich zu halten.

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Carsten Kemmling

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