Vor Gericht: Warum man sich nicht mit irischen Segelfans anlegen sollte

"Er sah rot"

Der irische Stuckateur Patrick O’Reilly musste sich in einem Pub Beleidigungen über die irische Laser-Seglerin Annalise Murphy und ihren Sport anhören. Er kam zurück mit einem Baseballschläger…

EM Laser, Murphy

Der irische Segelstar Annelise Murphy auf Erfolgskurs © em laser

Annalise Murphy gewann 2016 für Irland historisches Laser-Silber bei den olympischen Spielen in Rio und hat gerade die achte Volvo Ocean Race Etappe mit Turn the Tide on Plastic absolviert. Sie ist ein Sportstar in dem kleinen Land. Das sieht Patrick O’Reilly so aber beileibe nicht alle Landsleute.

Die irische Publikation “The Jorunal” berichtet, dass er am 8. August 2016 während einer TV-Übertragung der Olympischen Spiele darüber in einen Streit mit fünf angetrunkenen Besuchern des Kiltipper Pub in Dublin geriet. Sie verhöhnten die Seglerin und sprachen dem “Minderheiten-Sport” die olympische Daseinsberechtigung ab. Der 56-Jährige verteidigte Murphy und ihren Sport, die Situation eskalierte, er wurde wütend aber schließlich verließ er den Pub.

Hier hätte die Geschichte ein gutes Ende nehmen können. Aber O’Reilly hatte nach eigenen Angaben schon fünf große Bier getrunken und einen selbstgebauten Baseballschläger zuhause. Er griff sich das Holz, kehrte zum Pub zurück und versuchte, die Zweifler am Olympischen Segeln mit schlagenden Argumenten zu überzeugen.

Wunde an der Oberlippe

Dabei erwischte er insbesondere einen Besucher mit mehreren Schlägen und brachte ihm eine tiefe Wunde an der Oberlippe bei. Am nächsten Tag stellte er sich selber der Polizei. Und bei dem jetzt nachverhandelten Fall zeigte er sich auch vor Gericht reumütig. Er bekannte sich schuldig.

Die Anwältin des ehemaligen Rugby-Coaches bestätigte: “Er sah rot.” Er wisse, dass sein Benehmen unentschuldbar gewesen sei und bedaure den Vorfall sehr. Als er am nächsten Morgen aufgewacht sei, habe er sich kaum erinnern können. Es gebe bisher keine ähnliche Verfehlungen und diese Reaktion sei uncharakteristisch. 

Der Richter teilte diese Auffassung. Er sprach von einer dummen Entscheidung in dieser Nacht, aber dann habe O’Reilly sofort dafür gerade gestanden. Er hob die in erster Instanz verhängte einjährige Freiheitsstrafe auf und gab sich mit einer an das Opfer gezahlten Geldstrafe von 1000 Euro zufrieden.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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