Was ändert sich für Segler in Norddeutschland? S-H veröffentlicht neue Coronaverordnung

Lockerungen auch für Segler?

Der Ausstieg aus dem Lockdown soll in kleinen Schritten erfolgen. Schleswig-Holstein hat jetzt eine angepasste Verordnung veröffentlicht. Darf wieder gesegelt werden?

Die Bundesländer setzen die Vorgaben allerdings etwas abgewandelt um. In Schleswig-Holstein öffnen ab heute die ersten Geschäfte, das öffentliche Leben beginnt ganz langsam wieder anzulaufen.
Doch was ändert sich für Segler an Schleswig-Holsteins Küsten? Darf wieder gesegelt werden?

Am 18. April 2020 veröffentlichte die Landesregierung die Ersatzverkündung (§ 60 Abs. 3 Satz 1 LVwG) Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Schleswig-Holstein. Sie ersetzt die bisher geltende aus dem März und April. Sie gilt bis zum 3. Mai 2020.

Segeln bleibt weiterhin nicht gestattet. Denn das Beherbergungsverbot bleibt auch nach dem 19. April in Kraft und führt auch weiterhin Sportboothäfen auf.

„Betreibern von Beherbergungsstätten, Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen, Yacht- und Sportboothäfen sowie privaten und gewerblichen Vermietern von Ferienwohnungen und -häusern und vergleichbaren Angeboten ist es untersagt, Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen. Einrichtungen, die ausschließlich touristischen Zwecken dienen, sind zu schließen.“

In §6 wird nochmals festgehalten, dass Sportboothäfen zu schließen sind.

In den FAQ werden zudem auch die häufigsten Fragen zum Thema Segeln beantwortet.  

Darf man in Sportboothäfen übernachten?

Nein. Übernachtungen haben touristischen Charakter und sind verboten. Dies dient der Vermeidung zusätzlicher Kontaktmöglichkeiten.

Dürfen Gastyachten schleswig-holsteinische Sportboothäfen anlaufen?

Nein. Die Häfen sind geschlossen, sämtliche Versorgungseinrichtungen sind geschlossen. Es gibt weder Wasser noch Strom und die Landesverordnung verbietet Beherbergungen in Sportboothäfen. Dies dient der Vermeidung zusätzlicher Kontakte.

Gibt es noch Wasser und Strom an den Stegen?

Nein. Die Häfen sind geschlossen, daher sind auch alle Versorgungsmöglichkeiten abgestellt. Dies dient der Umsetzung der Schließung der Häfen.

Sind in den Yachthäfen noch sanitäre Anlagen offen?

Nein. Sanitäre Anlagen sind zwangsläufig mit engeren Kontakten der Menschen verbunden und sind daher aus denselben Gründen geschlossen wie Gaststätten und Restaurants.

Dürfen noch Yachten in Sportboothäfen ein- oder auslaufen?

Nein. Die Häfen sind geschlossen und daher ist ein Sportbootverkehr nicht mehr erlaubt. Gewerbliche Überführungsfahrten sind unter Beachtung der Hygieneregelungen noch erlaubt. Die Wasserschutzpolizei wird dies kontrollieren. Ein geeigneter Nachweis ist mitzuführen und auf Verlangen der Wasserschutzpolizei vorzuzeigen. Weitere Ausnahmen sind nicht möglich, weil die Entscheidungs- und Überwachungsbehörden derzeit mit anderen Aufgaben befasst sind.

Dürfen noch einzelne Bootsarbeiten von Eignern auf ihren Schiffen durchgeführt werden?

Soweit die geltenden Regelungen zur Kontaktvermeidung eingehalten werden (nicht mehr als 2 Personen oder Mitglieder der Hausgemeinschaft, Abstand halten) sind Winterlagerarbeiten noch erlaubt. Dies gilt auch in den Häfen. Allerdings kann der Hafenbetreiber, falls die Kontaktvermeidungsregeln nicht eingehalten werden können, z.B. aufgrund schmaler Stege, den Zugang beschränken oder verbieten.

Dürfen noch gemeinsame Bootsarbeiten durchgeführt werden?

Nein. Sämtliche Vereinsaktivitäten und Zusammenkünfte sind verboten.

Dürfen Schiffe noch gekrant werden?

Soweit dies nicht durch gewerbliche Unternehmen durchgeführt wird, sind Kranarbeiten verboten, weil hierzu immer mehrere Personen erforderlich sind. Ein Kontakt zwischen Gewerbetreibenden und Schiffseignern ist zu vermeiden. Ausnahmen sind nicht möglich, weil die Entscheidungs- und Überwachungsbehörden derzeit mit anderen Aufgaben befasst sind.

Dürfen noch Firmen innerhalb von Sportboothäfen arbeiten?

Ja. Gewerbliche Arbeiten sind gestattet. Hierbei sind natürlich von den Unternehmen die entsprechenden Hygienevorschriften einzuhalten. Insbesondere sind Kontakte zwischen den beruflich tätigen Menschen und den Gewerbetreibenden zu vermeiden, das heißt gemeinsame Arbeiten sind unzulässig.

Können oder müssen Winterlagerbetriebe/Werften den Zugang für Nichtmitarbeiter beschränken?

Ja. Bei gewerblichen Tätigkeiten sind die Gewerbetreibenden verpflichtet, den Kundenkontakt zu beschränken. Daher können, auch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, Zugangsrechte beschränkt oder aufgehoben werden.

Können die örtlichen Gesundheitsbehörden die Vorschriften über Sportboothäfen verschärfen?

Die örtlichen Gesundheitsbehörden können weitergehende Anordnungen erlassen, die über die Landesverordnung hinausgehen.

Darf noch von Booten aus gefischt werden oder dürfen Hobbyfischer noch aus Häfen auslaufen, weil fischen erlaubt ist?

Hobbyfischer dürfen noch vom Strand aus Angeln, wenn sie die üblichen Kontaktvermeidungsmaßnahmen einhalten. Sie dürfen aber nicht mit Sportboten aus den Häfen herausfahren.

Bis zum 3. Mai 2020 wird der Segelsport im Norden wohl noch weiterhin ruhen. Aber die Landesregierung hat bereits anklingen lassen, dass der Wassersport ab dem 4. Mai 2020 langsam wieder starten soll. Wie die Lockerungen auf dem Wasser aussehen werden, ist allerdings noch nicht bekannt. Das Problem ist ja nicht das Segeln an sich, sondern der Aufenthalt in den Häfen. Ein mögliches Szenario wäre daher das Öffnen der Häfen unter bestimmten Auflagen wie der Schließung der sanitären Anlagen.

In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder auch jüngst in Rheinland-Pfalz kann der Wassersport hingegen schon wieder betrieben werden.

3 Kommentare zu „Was ändert sich für Segler in Norddeutschland? S-H veröffentlicht neue Coronaverordnung“

  1. avatar Jan sagt:

    Insbesondere sind Kontakte zwischen den beruflich tätigen Menschen und den Gewerbetreibenden zu vermeiden, das heißt gemeinsame Arbeiten sind unzulässig.

    Ist das nicht das gleiche ? Soll docv sicherlich Eigner heissen.

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  2. avatar Sabine sagt:

    Leider beantwortet auch die neue Verordnung oder die FAQs nicht, ob Bootseigner aus Hamburg für Arbeiten an ihren Booten, die im Winterlager in Schleswig-Holstein stehen, fahren dürfen.

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