Wasser-Hindernisse: Container gehen im Kanal über Bord

Bedrohung wird größer

Dass Containerschiff “Star First” hat vor Boulongne sur Mer durch einen Sturm im englischen Kanal mehr als ein Dutzend Behälter seiner Fracht verloren.

Container über Bord

Container über Bord auf der “Star First” vor Calais. © Maritime Rescue

Bei einer Wellenhöhe von bis zu vier Metern sind sicher 12 Container über Bord gegangen. Sie wurden von einem Flugzeug aus gesichtet. Es können aber weit mehr Transport-Behälter im Wasser schwimmen. Einige wurden inzwischen nahe Calais an Land getrieben.

Bei solchen Nachrichten muss man an die beiden Maxi Trimarane denken, die gerade um die Welt rasen. Nicht schön, mit 35 Knoten auf einen treibenden Container zu krachen. Aber auch mit einer  Standard-Fahrtenyacht muss man solche Begegnungen nicht haben.

10.000 Container pro Jahr?

Doch die Bedrohung wird immer größer. Die Zahl der auf See transportierten Container wird immer größer. So wurden schon 2013 etwa  120 Millionen Einheiten auf dem Wasser bewegt, Tendenz steigend. Entsprechend steigt die Anzahl der verlorenen Stahlkisten. Eine Studie aus 2013 spricht von 1,679 Verlusten pro Jahr. Die aktuelle Zahl soll deutlich größer sein. Manche Schätzungen sprechen auch von 10.000 pro Jahr.

Erschreckend ist die Tatsache, dass die Container offenbar relativ selten alle geborgen werden. So soll laut World Shipping Council von den 517 Behältern, die “Svendborg Maersk” 2014 in der Biskaya verloren hat, nur 17 gefunden worden sein.

2014 sind in fünf Fällen 250 Container verloren gegangen, aber da die Unfälle in tiefen internationalen Gewässern passierten, mussten sie nicht gesucht und geborgen werden. Irgendwo da draußen treiben sie noch herum zusammen mit vielen anderen.

So wird schon länger gefordert, dass die Reedereien größere Anstrengungen unternehmen müssten, um solche Unglücke zu verhindern. Aber eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Wasser-Hindernisse: Container gehen im Kanal über Bord“

  1. avatar Klaus sagt:

    Eine Lösung könnte darin bestehen, die Bordwände der Containerfrachter so hoch zu ziehen wie bei den Autofrachtern. Dann stünden alle Container geschützt unter Deck. Würde halt beim Bau der Schiffe teurer werden, aber Doppelhüllentanker werden trotz Kostendrucks auch gebaut.

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