Weltumsegelung mit 81: Bill Hatfield ältester Mensch nonstop um die Erde – Vierter Versuch

"Glück gehabt"

Der Australier Bill Hatfield hat es nach vier Versuchen geschafft, als älteste Mensch, allein, ohne Hilfe und ohne Zwischenstopp um die Welt zu segeln – falsch herum. Der 81-Jährige war acht Monate auf See.

 

Bill Hatfield hatte am 8. Juni 2019 im australischen Gold Coast die Leinen losgeworfen und war mit seiner  38 Fuß Yacht “L’Eau Commotion” vom Typ Northshore 38 am 22. wieder dort angekommen. Dabei umsegelte er in 259 Tagen die drei Kaps in westlicher Richtung, also “falsch herum”. Es ist die deutlich anstrengendere Version der Weltumsegelung gegen die vornehmlich vorherrschende Windrichtung.

Bill Hatfield (81) nach seiner Nonstop-Weltumsegelung. © ABC

Im September 2019 war die Britin Jeanne Socrates als 77-Jährige in 320 Tagen auf der Ost-Route erfolgreich nonstop um die Welt gesegelt und als ältester Mensch in das Guinness Buch der Rekorde eingegangen.

Hatfield war jetzt bei seinem vierten Nonstop-Versuch erfolgreich. Den ersten Versuch im Jahr 2015 hätte er fast nicht überlebt, nachdem er über Bord gespült worden war und die Yacht erlitt erhebliche Schäden an der Takelage erlebt hatte. Er musste den Törn etwa 160 Kilometer westlich von Kap Hoorn abbrechen.

Bill Hatfield mit ordentlich Bartwuchs auf dem Törn um die Welt© Hatfield

Ein zweiter Versuch im Jahr 2016 dauerte weniger als zwei Monate, als Hatfield erneut in einen schweren Sturm geraten war und sein Schiff beschädigt wurde. Im folgenden Jahr startete er den dritten Versuch aber es gelang nicht, Kap Horn zu umrunden. Er brach das Vorhaben bei den Falklandinseln ab.

Auch der aktuelle Versuch wäre fast auf dramatische Weise gescheitert, als er im August über Bord gespült wurde. Er hatte sich in einem losen Segel verheddert, schaffte es aber wieder, an Bord zu klettern, und die Reise fortzusetzen.

Hatfields Route um die Welt

Zuletzt hatte der Australier seine Nahrung streng rationiert. Sie bestand am Tag zu einem Drittel aus einer Dose Bohnen, einer Dose Thunfisch, 100 Gramm Reis und Mehl und Hafer sowie 150 Gramm Milchpulver.

Der ehemalige Fischer aus Bundaberg sagte nach seiner Ankunft, er habe von diesem Abenteuer geträumt, seit er sieben Jahre alt war. Auf die Frage, warum er es diesmal schaffen konnte, sagte er: “Ich habe vor allem viel Glück gehabt.”

Gesundheitlich gehe es ihm gut, und es mag nicht seine letzte große Reise gewesen sein. Aber damit muss er wohl noch etwas warten. Denn die Reaktion seiner Familie auf weitere Segel-Pläne fällt eher verhalten aus. “Meine Tochter hat damit gedroht, den Hund auf mich zu hetzen, wenn ich sofort wieder segeln gehe. Also werde ich wohl erst einmal wieder einige Zeit an Land verbringen.”

Hatfield’s Blog

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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