Weltumseglung: Yvan Bourgnon mit dem Strandkat 1300 Meilen gen Panama

Abfahrt nach Streit

Der Schweizer Einhandsegler Yvan Bourgnon ist in Martinique zu einer 1.300 Meilen Etappe aufgebrochen. Zuvor ließ Ex-Mitsegler Beauvarlet den Katamaran „an die Kette“ legen. 

Ein wenig seltsam war es schon: Der offene Katamaran von Yvan Bourgnon lag nach dessen spektakulärer Einhand-Atlantiküberquerung  im Hafen von Fort de France/Martinique wochenlang an Land. Man habe noch reichlich Reparaturen an dem Boot vorzunehmen, hieß es zunächst.

Tatsächlich sah das Boot nach miserabler Wetterlage über dem Atlantik bei seiner Ankunft in der Karibik wie ein „gerupftes“ Huhn aus: Ein Ruder war abgebrochen, eine Strebe hatte sich aus der Verankerung gelöst, es gab Probleme mit dem Baum. Dann berichtete Bourgnon, er habe das Boot auf Martinique eigentlich erst fertig gebaut, vorher sei alles eher provisorisch angebracht gewesen. Aber es erstaunte doch, dass ein gestandener Bastler wie Bourgnon und sein Team Wochen für den Feinschliff brauchten.

Bourgnon, weltumseglung

Endlich wieder unterwegs. Bourgnon vor Martinique © Defi Bourgnon

„Spendet für das Medienboot!“

Zwischenzeitlich suchte Yvan Bourgnon über seine Website nach neuen Sponsoren… nein, nicht für sich selbst – das Projekt „Allein um die Welt in einem offenen Katamaran“ scheint finanziell abgesichert zu sein – sondern für das begleitende Medienboot.

Die X 562 mit zwei Skippern, einem Fotografen und einer Kamerafrau an Bord, folgte Yvan bereits seit Beginn der Weltumseglung angeblich mit großem Abstand, wurde aber von Yvan Bourgnon „totgeschwiegen“, weil er fürchtete, Begriffe wie „allein auf dem Meer“ oder „fern jeder Hilfe“ würden so im Zusammenhang mit seinem Projekt an Bedeutung verlieren.

Eine Befürchtung, die sich prompt bestätigte, als aufmerksame Fans das Medienschiff kurz nach Bourgnons Start zu Atlantiküberquerung ebenfalls aus dem Hafen von Las Palmas auslaufen sahen.

Bourgnon, Weltumseglung

Zwangspause an Land? © defi bourgnon

Gewisse Verbindlichkeiten

Zudem hielten Bourgnon rechtliche Streitigkeiten mit dem ehemaligen Co-Skipper auf Martinique fest. Denn Vincent Beauvarlet hatte das gemeinsame Projekt auf den Kanaren offenbar doch nicht ohne Streit und Disput verlassen, wie gerne behauptet wurde. Er fordert mit rechtlichen Schritten gewisse „Auslagen“ ein, die er in die Weltumseglung investiert hatte.

Wie Yvan Bourgnon dem Sender ATV-Martinique in einem Interview mitteilte, „könne es sich hier nur um ein Missverständnis handeln“ – dennoch legte ihm die Justiz auf Martinique das Boot offenbar „an die Kette“ und hinderte den Schweizer mehrmals am Auslaufen.

Lange Surfs

Doch das ist nun „Schnee von gestern“. Um 11.20h Ortzeit segelte Yvan Bourgnon am Montag vor Fort-de France/Martinique Richtung Panama aus. Die nächste Etappe seiner Weltumseglung ist eher ein „Katzensprung“: 1.300 sm sind zu absolvieren, die Wetterlage scheint günstig zu sein und der sichtlich erleichterte Skipper freut sich auf „lange Surfs“, eben tolles Karibik-Segeln. Danach stehen der Panama-Kanal und der Pazifik auf dem Programm. Wie schon gesagt: Das meiste liegt noch vor dem unermüdlichen Katamaran-Helden.

Wie sich Boourgnon und Beauvarlet letztendlich geeinigt haben und ob die Spendensammlung via Facebok für die Weiterfahrt des „Medienschiffes“ von Erfolg gekrönt war, ist (noch) nicht bekannt. Doch in den Internet-Foren wird schon geunkt, dass beim Ausfall des ungeliebten Presseschiffes Weltumsegler Bourgnon wohl so erleichtert gewesen wäre, dass er genau dies aller Welt mitgeteilt hätte.

Weltumseglung, Bourgnon

1.300 Seemeilen bis Panama © bourgnon

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
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https://northsails.com/sailing/de/

4 Kommentare zu „Weltumseglung: Yvan Bourgnon mit dem Strandkat 1300 Meilen gen Panama“

  1. avatar yuammy sagt:

    Strandkat? Nun so einen Kat hab ich noch an keinem Stand gesehen 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 3

  2. avatar Rheinischer Bohnapfel sagt:

    Aha. Toll.
    Und richtig berühmt wird er für 12 Stunden, wenn wieder mal Leute rausmüssen, um so jemand aus dem Wasser zu fischen.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 10

    • avatar SR-Fan sagt:

      Quatsch, dafür ist ja das Begleitboot dabei. Bei der Vita von Yvan Bourgnon ist die Erfolgswahrscheinlichkeit wohl deutlich höher als die von Kreti und Pleti auf Ihrer Ex-Charterschüssel.

      VG

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      • avatar Rheinischer Bohnapfel sagt:

        Na gut, ich präzisiere das mal:

        Ich kann Stories von Leuten, die Buntstifte am Geschmack erkennen, “El Condor Pasa” auf Bettflaschen flöten können oder mit einem “Strandkat” von a nach b oder c über große Teiche segeln, einfach nicht mehr hören.

        Nächste Woche kommt ein vierzehnjähriger, der die Nummer auf ‘nem Laser rückwärts segelnd doppelt so schnell durchzieht, während sicherheitshalber zwei Global Hawks über ihm schweben.

        Muß ich dann schon wieder staunen?

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