Wetter: Forscher messen Rekordwellen vor der kalifornischen Küste

23-Meter-Monster

Als in Kalifornien Ende November ein schwerer Sturm wütete, sprachen Meteorologen von einem „bomb cyclone“. Nun wurde bekannt: Die extremen Wetterbedingungen lösten Rekordwellen aus – ungewöhnlich nah vor der Küste.

Riesenwellen von 20 und mehr Metern gehören seit jeher zu den größten Schrecken vieler Seefahrer. Während die Erzählungen von Augenzeugen früher oft als Seemannsgarn abgetan wurden, gibt es heute genaue Messungen, die die Existenz solch gigantischer Wellen beweisen. Sind diese doppelt so hoch wie der Durchschnitt des höchstens Drittels der Wellen in der Umgebung, werden sie Monsterwellen, Riesenwellen, Kaventsmänner oder Freakwaves genannt. Erst vor kurzem gelang es einem Forschungsteam, mithilfe solcher Messungen zu zeigen, dass Monsterwellen in den letzten Jahren immer großer wurden.

Sturm bringt 23-Meter-Welle

Nicht weit vom Untersuchungsgebiet dieser Studie entfernt liegt auch der Bereich, in dem Wissenschaftler der University of California kurz vor Thanksgiving nun einen Wellenrekord verzeichneten. Während eines heftigen Sturms, der auch an Land für Chaos sorgte, lag die signifikante Wellenhöhe, also die mittlere Höhe des höheren Drittels der umgebenden Wellen, zwischenzeitlich bei 13 Metern, die Höhe der größten registrierten Welle sogar bei 22,7 Metern – und das nicht einmal 20 Seemeilen von der Küste entfernt, nahe des Kap Mendocino.

Während der insgesamt 15 Jahre, in denen das sogenannte Coastal Data Information Program (CDIP) an diesem Ort Messungen vornimmt, wurde noch nie ein höherer Wert verzeichnet. Zum Vergleich: Normal sind hier im Winter signifikante Wellenhöhen von höchstens drei Metern.

James Behrens, Leiter des Forschungsprogramms, das die Wirkung der Wellen auf die Küste untersucht, erklärte: „Diese Art von wirklich großen Wellen gibt es gewöhnlich nur mitten im Ozean.“ Lediglich im Nordpazifik hätte eine ihrer Messbojen weit abseits der Küste bisher höhere Werte gemessen. In der Thanksgiving-Woche drückten die starken Winde, die sich in dieselbe Richtung und in derselben Geschwindigkeit wie die Wellen bewegten, diese aber immer weiter in Richtung der kalifornischen Küste.

© CDIP

Glücklicherweise geschah das allerdings bei Ebbe. „Zu einem anderen Zeitpunkt hätten die Wellen erheblichen Schaden angerichtet“, gibt Troy Nicolini, Meteorologe bei der amerikanischen Wetter- und Ozeanografie­behörde, zu bedenken. „Es ist oft nur ein Glücksspiel.“

Tipp: André Mayer

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