Wettervorhersage: Revolutionärer Satellit ins All geschossen – Genauere Wind-Prognose

32 Windmessungen pro Sekunde

Der GOES-R Satellit soll Wetterphänomene mit deutlich besserer Auflösung darstellen. Im Dezember folgen Mini-Satelliten, die hauptsächlich Wind und Wellen beobachten werden.

„Endlich mal wieder etwas aus den USA, von dem die ganze Welt profitieren wird,“ jubelte die Tageszeitung Washington Post mehrdeutig nach dem geglückten Start der Atlas V-Rakete von Cape Canaveral am vergangenen Wochenende.

Die Trägerrakete brachte sicher „GOES-R“ ins All: Einen Wettersatelliten, der die Leistungen aller bisherigen und mittlerweile ein wenig „in die Jahre gekommenen“ Satelliten dieser Art buchstäblich in den Schatten stellen soll.

Bis zu zehn Mal verbesserte Auflösungen versprechen sich die meteorologischen Wissenschaftler von GOES-R (Geostationary Operational Environmental Satellite — R Series). Hurrikane, Schneestürme, aber auch Vulkanaktivitäten und Tsunami-Wellen sollen in nahezu perfekter Detailauflösung dargestellt werden.

Wetter, Satellit, Daten, Austausch

Der GOES-R, wie er derzeit wohl gerade in der Erdumlaufbahn kreist © nasa

Doch der Satellit sieht das Wetter nicht nur detaillierter an, sondern gibt die gewonnenen Daten auch extrem schnell an die Erde weiter. Dort werden die Daten dann von den Amerikanern in einer weltweiten Wettertauschbörse mit (derzeit) 200 teilnehmenden Ländern zur Verfügung gestellt. Das soll die Vorwarnzeiten vor Naturkatastrophen deutlich verlängern

Einer der führenden Köpfe des Projektes GOES-R ist der Meteorologe Cliff Mass von der University of Washington. Er sagte zu Beginn dieser ersten GOES-R-Mission den bemerkenswerten Satz: „Die Wettervorhersage ist die wohl komplexeste Technik, mit der sich die Menschheit beschäftigt. Und das tun wir als eine Spezies!“ Deshalb sei die internationale Zusammenarbeit bei der Wettervorhersage und somit auch beim Wetterverständnis so enorm wichtig, unterstreicht Mass weiter.

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Der GOES-R-Satellit und seine revolutionären Gerätschaften an Bord © GOES-R

Mehr Winddaten

Für die Schifffahrt, für Freizeitskipper und vor allem für Langfahrtsegler wird schon in Kürze ebenfalls eine neue Ära in der Erdumlaufbahn anbrechen. Am 12. Dezember 2016 soll das „Cyclon Global Navigation Satellite System“ (CYGNNS) ebenfalls von Cape Canaveral aus in den Orbit geschossen werden. Die Mission will mit acht Mini-Satelliten vor allem die Vorhersage tropischer Stürme verbessern, aber auch die großen Windsysteme über den Ozeanen sprichwörtlich „unter die Lupe nehmen“.

Die acht Mini-Satelliten wiegen jeweils nur 30 Kilogramm und entfalten sich im Einsatz zur Größe eines Schwans.Der leitende CYGNNS-Forscher Chris Ruf von der University of Michigan erklärt hierzu: „Die Mini-Satelliten arbeiten mit direkten und reflektierten GPS-Signalen. So wird es erstmals möglich, Windgeschwindigkeiten und Wellenhöhe unter dem dichten Regen eines Sturms oder Hurrikans zu messen. Bisher konnten wir nur die Windstärke außerhalb einer Sturmzelle messen – bald werden wir mit CYGNNS Daten mitten aus dem Geschehen erhalten.“

Wetter, Satellit, Daten, Austausch

Satellitenstart auf Atlas-Trägerrakete © nasa

Doch die Minis bieten noch einen weiteren Vorteil: während der „große“ GOES-R nur ein Mal innerhalb 24 Stunden über einer Stelle auftaucht und nur in einem relativ kurzen Zeitraum Daten sammeln kann, werden die in der Umlaufbahn strategisch platzierten Mini-Satelliten etwa alle sieben Stunden neue Daten übermitteln. Chris Ruf weiter: „Die Mini-Satellitenflotte macht dann ca. 32 Windmessungen pro Sekunde während ihres Weges entlang der Breitengrade!“

Website GOES-R mit vielen technischen Details und Informationen zur Funktionsweise und Aufgabenstellung des Satelliten.

Tipp: André Mayer

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Michael Kunst

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