Windsurf-Spektakel: 1200 Bretter an der Linie – Tramontana-Torstart bei 40 Knoten

Die irren Surfer

Wenn ein Motorboot mit irrem Speed auf einen Tausender-Pulk Stehbrett-Fahrer zuhält, steht wieder ein Start der nächsten Defi Wind-Ausgabe bevor. Die größte Windsurf-Regatta der Welt hatte in diesem Jahr wieder spektakuläre Bedingungen zu bieten.

Das Windsurf-Festival Defi Wind in Gruissan an der französischen Mittelmeer-Küste zwischen Montpellier und Perpignan lebt vom Tramontana. Der nördliche bis nordwestliche, kalte und böige Wind hämmert ablandig mit bis zu 50 Knoten über den Strand und sorgt für eine ordentliche Beschleunigung, wenn man Antrieb für ein Gefährt unter Segeln sucht.

Defi Wind

Torstart bei der Le Defi. 1200 Windsufer passieren bei der Defi Wind in Gruissan hinter dem Motorboot. © Defi Wind Jean Marc Cornu

Darauf hoffen seit 18 Jahren einmal im Jahr die Windsurfer, die sich für die Defi Wind versammeln, einem einfachen Langstrecken-Rennen über bis zu 40 Kilometer. Bei den vergangenen beiden Auflagen stockte der Motor der Veranstaltung, aber diesmal sorgte er wieder für spektakuläre Bilder.

Massen-Veranstaltung Defi Wind. © J. Souville/Defi Wind

Denn besonders der Start ist spektakulär, wenn ein 350 PS starker Gummi-Schlaucher von Lee nach Luv rast, und dabei das Start-Gate öffnet. Bei diesem Torstart halten die Beobachter die Luft an, denn es dürfte nicht gut ausgehen, wenn ein Surfer unter das Motorboot gerät.

Aber die Franzosen machen sich scheinbar keinen Kopf über die Gefahren. Denn auch die Seenot-Rettung in der Masse von 1200 Surfern dürfte nicht gerade einfach sein. Aber bisher ist überwiegend alles gut gegangen. Und gerade das riesige Feld macht das Spektakel aus.

Defi Wind

Ja wo laufen sie denn? Das Feld formiert sich. Der Wind ist angekommen. Aber einer fährt in die falsche Richtung. © Defi Wind

Sportlich würde der Laie die neuartigen Surf-Foiler an der Spitze erwarten. Aber bei High-Speed-Wind-Bedingungen sind sie einfach langsamer als die ultrakurzen Speed-Needles, die in diesem Jahr überwiegend mit 4,5 Quradratmeter kleinen Segeln bestückt wurden.

Foil-Surfer erreichen gerade einmal knapp über 30 Knoten Speed. Die Windsurfer haben über 500 Meter schon deutlich die 50 Knoten geknackt.

Windsurf-Foiler in Aktion:

Diesmal konnten bei der Defi Wind drei Läufe bei Mega-Hack absolviert werden. Und es siegte dreimal der Franzose Nicolas Warembourg. Der 37-jährige Slalom- und Speed-Spezialist und Profi Surfer bringt gut 90 Kilogramm auf die Waage. Und das hilft bei dieser Disziplin. 2014 und 15 war er jeweils Zweiter bei der Defi Wind, diesmal gelang ihm der große Wurf. Bester Deutscher war die Windsurf-Legende Andy Laufer vom Bodensee. Der 47-Jährige landete auf Rang zehn.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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