Windsurfing Weltcup: Weltmeister Philip Köster verpasst im dänischen Klitmøller knapp den Sieg

Entscheidender Punkt

Philipp Köster – Wunderkind der Szene und ganz bald schon der Einzige auf der Welt, der den dreifachen Vorwärts schafft © PWA

Philipp Köster – Wunderkind der Szene und ganz bald schon der Einzige auf der Welt, der den dreifachen Vorwärts schafft © PWA

Ein Gespräch über den Dreifachen Forward

So heißt der derzeit „hl. Gral“ des Windsurfens – und Philip Köster steht kurz davor, ihn zu finden respektive zu verwirklichen. Für die weniger Eingeweihten: Es handelt sich dabei um einen dreifachen Vorwärtssalto, mit drei Drehungen in der Luft und einer Landung, nach der man sofort weiter surfen und leben kann, um von dem Märchen zu erzählen.

„80 bis 85 Prozent des Weges habe ich hinter mir“, sagt Köster sachlich. „Ich denke, ich habe die Höhe und schaffe die Drehungen. Jetzt muss ich es einfach machen. Ich habe es versucht, brauche aber die richtigen Bedingungen. Es wird auf Gran Canaria (wo er mit seinen Eltern aufgewachsen ist) passieren. Voriges Jahr war ich bei 50 bis 60 Prozent. Ich habe viele Zweifach-Sprünge gemacht und einige waren ziemlich hoch. Ich glaube, dass ich sie jetzt kontrolliere und fühle mich sicher.“ Köster definiert die Regeln des Möglichen neu: Die Gravitationskräfte, die auf einer Höhe von 30 Fuß bei der Rotation und der Geschwindigkeit auf ihn wirken, sind vergleichbar mit denen eines Kampffliegers. Wenn er den dreifachen Sprung steht, wird er in die Gesellschaft der größten Sportler aufsteigen – zu Usain Bolt, Nadia Comaneci, Bob Beamon, Greg Louganis und Robbie Naish.

Ab jetzt, ins Wasser © PWA WC

Ab jetzt, ins Wasser © PWA WC

Was ist der Unterschied bei der Sicherheit zwischen einem zweifachen und einem dreifachen Salto? „Es geht darum, es auszuprobieren. Es ist reine Kopfsache. In deinem Kopf erscheint ein einfacher Vorwärtssalto schwierig mit der Drehung und dem Wissen, dass du dich verletzen kannst.“

Hat er sich bei dem Versuch bereits verletzt? „Nicht wirklich, nur mit dem Rücken bin ich ein paar Mal hart auf das Wasser aufgeschlagen“, erzählt er. „Ich habe mich einmal am Rücken verletzt. Am Halswirbel. Ich habe mich verdreht und konnte nicht richtig atmen. Ich habe zwei Tage gewartet und dachte, dass es dann schon gehen würde, aber beim Surfen tat es noch weh. Ich glaube, ich hätte länger warten müssen, ungefähr zwei Wochen. Es passierte in der Woche vor dem Weltcup auf Teneriffa (im August), ich hatte also immer noch Schmerzen (als er gewann).“

Ist er besorgt, dass irgendjemand ihn besiegen könnte, vielleicht Ricardo Campello, der fliegende Brasilianer? „Ich glaube Ricardo ist verrückt genug“, lacht er. „Er ist definitiv einer, dem es gelingen könnte.“ Aber wo soll das aufhören? Gibt es vielleicht einen Zwölfjährigen, der in zehn Jahren einen Vierfachsprung zeigen wird? „Naja, man weiß nie. Vor noch nicht allzu langer Zeit galt ein einfacher Vorwärtssalto als verrücktester Sprung. Dinge verbessern sich. Vielleicht also in fünf Jahren.“

Über den Wellen, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein! © PWA WC

Über den Wellen, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein! © PWA WC

Hat er körperlich trainiert? „Nein, ich hatte keine spezielle Vorbereitung. Normalerweise esse ich vor dem Training Pizza.“

„Leute kommen und fragen mich nach meinen Moves, aber meistens kann ich sie nicht erklären, weil ich nicht über sie nachdenke, ich denke nicht, wie ich sie mache. Einige Menschen glauben nicht, dass das stimmt, dass ich darüber nicht nachdenken würde.“

 

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