Yacht der Zukunft: Neueste Vision von VPLP – “Seafinity” im Einklang mit der Natur

Von Möwen inspiriert

Das Designbüro VPLP zeichnet einige der schnellsten Rennyachten der Welt und konstruiert auch Boris Herrmanns neuen IMOCA. Nun nehmen die Franzosen auch Einfluss auf den Yacht-Look der Zukunft.

Lauriot Prévost und Marc van Pethegem prägen seit vielen Jahren mit ihren Ideen den Segelsport (SR-Porträt). Sie konstruierten unter dem Namen VPLP Design die schnellsten ORMA 60 Trimarane, die Jules Verne Rekordbrecher-Multihulls Groupama 3 und  Banque Populaire V, den 90 Fuß langen America’s-Cup-Sieger-Tri für BMW Oracle Racing, die Vendée Globe Gewinner 2012/13 und 2016/17, sowie aktuell die beiden schnellsten Ultim-Foiler der Welt Maxi Banque Populaire XI für Armel Le Cleac’h und SVR Lazartigue für Francois Gabart.

Kein Konstruktionsbüro kann eine solche Erfolgsbilanz vorweisen, aber mehr und mehr nutzen die Rennsport-Spezialisten auch ihre Expertise, um über den Tellerrand zu sehen. Mit ihren jüngsten Projekten versuchen sie positiven Einfluss auf die Klimakrise zu nehmen, indem sie etwa Segel-Antriebe für die Frachtschifffahrt entwickeln.

Oceanwing auf einer Fahrtenyacht. © VPLP

Dafür steht etwa das auf einer Fahrtenyacht entwickelte Profilsegel Oceanwing, das auch der Großschifffahrt beim Spritsparen helfen soll. Die Profilsegel sollen auch auf dem 197 Meter Frachters “Trade Wings 2.500“stehen, der schon grünes Licht von der Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas bekommen hat.

Noch näher an der realen Umsetzung ist VPLP mit seinem Entwurf für “Canopée”, einem 121 m langen Frachtschiff, das für den Transport von Teilen der Ariane-6-Rakete von europäischen Häfen nach Französisch-Guayana konzipiert ist. Es ist mit vier 363 Quadratmeter großen Oceanwings an 36 m hohen Masten ausgerüstet und soll Ende 2022 vom Stapel laufen.

Die 121 Meter lange “Canopée” soll Ende 2022 vom Stapel laufen. © VPLP

Aber nun will VPLP auch in der Superyacht-Szene Zeichen setzen. Jüngster Entwurf ist der stromlinienförmige Trimaran “Seaffinity”. Die Konstrukteure definieren auf diese Weise ihre Vision von der Yacht der Zukunft.

Steuercockpit vorne, Flügelsegel hinten. © Giorgio Vecchio / VPLP Design

Das 45 Meter lange Schiff soll von zwei 250 qm großen Oceanwings angetrieben werden, ist aber auch noch mit einem Hybridmotor ausgestattet, der mit Strom aus einer Brennstoffzelle angetrieben wird.

Von vorne wie ein Flugzeug. © Giorgio Vecchio / VPLP Design

Bei der Vorstellung des Projektes heißt es, die Form sei von Möwen inspiriert. Außerdem gehe es darum, eine “fast vollständige Verschmelzung zwischen den Rümpfen und dem Kajütdach zu schaffen”. Dieser Designstudie liege der Wunsch zugrunde, den Erwartungen potenzieller neuer Kunden gerecht zu werden, die sich von einem traditionellen Yachtangebot wegen einer zu großen Umweltbelastung nicht mehr angezogen fühlen. Es gehe um ein neues Bootskonzept, das mehr im Einklang mit der Natur steht.

So werden die Oceanwings von VPLP geborgen. © Giorgio Vecchio / VPLP Design

© Giorgio Vecchio / VPLP Design

Die Heckansicht mit klassischer Superyacht-Terrasse. © Giorgio Vecchio / VPLP Design

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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