Yacht-Untergang: Schiffbrüchige rudern drei Tage um ihr Leben

"Ein stumpfer Aufprall..."

Das Ruderboot, mit dem die Schiffbrüchigen drei Tage lang um ihr Leben gerudert sind. © Sun Sentine

Jeder Segler kennt das: Es gibt Situationen, auf die hat mich sich in Theorie und Praxis bereits x-mal vorbereitet, ist das Szenario immer wieder gedanklich durchgegangen… und dann kommt 1. alles anders, 2. als man denkt! Aber es kommt!

Zwei Männer sind unterwegs auf einer 41-Fuss-Yacht, irgendwo zwischen Florida (USA) und den Bahamas. Ihr Ziel: Bimini, ca. 85 sm östlich vom Festland. Skipper Mike (41) ist ein versierter Salzbuckel, Steffon (19) wurde für den Trip als Deckshand angeheuert. Die Yacht ist nach einem Refit in bestem Zustand, „ich hätte auch zu einer Weltumseglung aufbrechen können!“ beteuert Mike später gegenüber der Zeitung Sun Sentinel in Süd Florida.

Massiver Wassereinbruch

Nach 5 Stunden bei bestem Segelwetter, strahlendem Sonnenschein, 4 Bf. und 2 m Seegang, kracht das Schiff gegen irgend etwas, das ca. 30 cm unter der Wasseroberfläche treibt. „Es klang wie ein stumpfer Aufprall,“ berichtet Mike später. „Im ersten Moment hab ich mir keine großen Sorgen gemacht.“

Doch dann stellen sie einen massiven Wassereinbruch fest, die Brühe schwappt im Nu auf Knie-Höhe im Inneren des Schiffes. Die beiden lenzen mit Eimern was das Zeug hält, ohne sichtlichen Erfolg.

Als schließlich der Elektro-Lenzer abrupt die Arbeit verweigert, fährt der Schreck gepaart mit plötzlicher Erkenntnis tief in Skippers Eingeweide: Die Batterien stehen unter Wasser, folglich funktioniert auch kein Funk mehr – die Bordelektronik ist buchstäblich abgesoffen! Keine Chance mehr, einen Notruf abzusetzen.

Als sich Mike verzweifelt umblickt, steht das Wasser bereits 1,50 m im Schiff, es wird höchste Zeit, dasselbe zu verlassen. Rettungsinsel? Wer hat so was schon bei so kurzen Törns dabei? Epirb? Fehlanzeige. GPS? Schwarzer Bildschirm!  Selbst ein Mobiltelefon hätte gereicht – denn das Schiff geht 10 Minuten später nur 12 sm südlich von Gun Cay/Bimini auf Tiefe. Auf 1.400 Fuß Tiefe, genauer gesagt.

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Michael Kunst

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3 Kommentare zu „Yacht-Untergang: Schiffbrüchige rudern drei Tage um ihr Leben“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Und auch keine plüschigen Kissen! Die funktionierten doch besser?! 😀

    Auf jeden Fall ein scheiß Spiel, in der Ecke (Sonne, heiß, Golfstrom, unfreundliches Getier im Wasser) zu hängen.

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  2. avatar Gabriel sagt:

    Bleitransporter sind halt doch nicht immer sicherer 😉 Gut, umgekippt herumtreiben ist auch nicht so toll, aber wenigstens etwas komfortabler als mit einem Ruderboot.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 4

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