Aeroe Rund: Traditionsregatta ging bei Schwerwetter als Kurzvariante über den Kurs

Schwerarbeit bei Light-Regatta

Und es geht doch: Die Traditionsregatta Aeroe Rund von Kiel in die dänische Inselwelt musste zwar abgesagt werden, als Light-Version in der Kieler Bucht gingen aber rund 40 Yachten an den Start. Für die Organisatoren gab es viel Lob, für die Segler Schwerwetter mit Gewitter und Starkregen.

Knapp 40 Yachten gingen in drei Gruppen zu Aeroe Rund Light an den Start. Foto: Max Nicke

Mitten in der Kieler Bucht fiel die Gewitterzelle über das Regattafeld her. Von Fehmarn kommend wurde es dunkel über der Ostsee, die Blitze zuckten im Sekundentakt und der Platzregen verringerte die Sicht auf wenige hundert Meter. Während die großen Regatta-Racer durch den Regen rauschten, tasteten sich die kleinen Yachten mit ihrem Familiencrews unter Notbesegelung zur nächsten Bahnmarke.

Viel Lob gab es für die spontane Organisation der Regattacrew. Foto: Max Nicke

Die Light-Version von Aeroe Rund entpuppte sich als komprimierte Herausforderung aller Schwerwetterszenarien. Auf den Rückseiten der weiteren Wetterfronten, die in kurzer Taktung durchzogen, peitschten die Böen hoch. Kiel Leuchtturm meldete Windspitzengeschwindigkeiten am Nachmittag weit jenseits der 40 Knoten. Zu viel für etliche Crews. Am Ende kamen 22 Teams ins Ziel. Doch alle erreichten wohlbehalten den Hafen, und damit konnten die Organisatoren ein zufriedenes Fazit ziehen.

Der traditionelle Kurs der Regatta von Kiel auf die Insel Aeroe war aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich, doch als sich hierzulande die Verordnungen lockerten, entschied die Organisationscrew um Ludwig Hinrichs, Ulf Greve und Uli Kittmann spontan, mit einem 30 Seemeilen-Kurs in der Kieler Bucht die Regatta Aeroe Rund Light ins Leben zu rufen. Die Resonanz überwältigte die Ideengeber. Innerhalb weniger Tage standen über 40 Crews auf der Meldeliste.

Keine Probleme mit den Bedingungen hatte die “Edelweiss”. Foto: Max Nicke

Dann aber schien die Wetterprognose mit Gewitterwarnungen und einer Starkwind-Vorhersage die Planungen zu durchkreuzen. Doch die Macher waren einmal mehr flexibel, verlegten den Start von der Strander Bucht in die geschützte Innenförde, um so das Start- und Zielschiff sicher verankern zu können. Zudem tat sich zur geplanten Startzeit ein Wetterfenster auf, das es möglich machte, die Mannschaften entspannt über die Linie zu schicken. Dass die Steuerleute-Besprechung zuvor per Zoom-Konferenz zur Verfügung stand, machte den Aufwand für viele Mannschaften leichter. So kamen etliche Yachten direkt aus der Innenförde zum Start, ohne vorher nach Schilksee raus zu müssen.

Ein echter Hingucker: Der Achter “Feo” ist nicht nur schick, sondern auch schnell. Foto: Max Nicke

„Die technischen Möglichkeiten haben das sehr vereinfacht. Es hat sich gezeigt, dass man Steuerleute-Besprechungen auch mit dem nötigen Abstand und ohne große Ansammlungen abhalten kann. Das ist sehr gut angekommen“, berichtete Ludwig Hinrichs. Auch sonst erntete er mit seinem Team für das Engagement viel Lob: „Gerade die großen Yachten hatten natürlich viel Spaß auf der Bahn. Die waren richtig heiß und froh, dass sie endlich mal Regatta segeln konnten. Für die kleinen war es schon hart unterwegs. Aber auch da ist es insgesamt gut angekommen.“

Zum Start in der Innenförde kamen alle Teilnehmer noch in den Genuss von trockenem Wetter und gut segelbaren Winden. Der Winddreher von den angesagten Ost auf Nordost machte den Weg aus der Förde heraus allerdings zu einer langen anstrengenden Kreuz mit einer stampfenden Welle.

Kein Problem für die schnellste Yacht auf dem Kurs. Die „Edelweiss, eine Millenium 40 Q.B. von Thomas Reinecke war nach 4 Stunden und 8 Minuten wieder im Ziel und hatte damit auch noch den schnellsten Tri, die „Trifeldt“ (Dragonfly 920) von Karsten Hochfeldt im Kielwasser. Pures Durchhaltevermögen bewies die „Smuggler“-Crew um Arne Rosenkranz-Ehlenberger. Nach 6 Stunden und 25 Minuten erreichte die S26 als letzte gewertete Yacht das Ziel.

Berechnet war die “Dwinger 2.0” die schnellste Yacht auf dem Kurs. Foto: Max Nicke

Berechnet siegte in der Gruppe der großen Yardstick-Yachten die „Dwinger 2.0“ (Sun Fast 3600) von Jens Dwinger. Die weiteren Gruppensieger: Yardstick 2: „Feo“, Pit Strepp (8mR), Yardstick 3: „Robin“, Ulf Greve (X95), Yardstick 4: „Rujo“, Jörg Heitmann (Artekno H-Boat, h 323).

Ergebnisse

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

3 Kommentare zu „Aeroe Rund: Traditionsregatta ging bei Schwerwetter als Kurzvariante über den Kurs“

  1. avatar Robert Plückhahn sagt:

    Schade da hier fast ausschließlich von Regatten im Westlichen Bereich der Deutschen Ostsee berichtet wir. Ebenfalls am Wochenende fand bei ähnlichen Wetterbedingungen (Seenebel, 25 kn + Wind und ordentlich Welle) in einem der Anspruchsvollsten Revieren der Ostsee die Regatta “RügenRudder” statt, am Start waren 37 Yachten von Pogo 40 bis zum Waarship 750 und es ging in der Nacht von Freitag auf Samstag auf die 100 SM lange Strecke rund um Rügen. Navigatorisch ein Highlight bei den vorherrschenden Wetterbedingungen, ebenfalls sehr Strapaziös be den Bedingungen da es einen Double/Singlehanded Regatta war!

    Nun ja Schade das hier nicht drüber Berichtet wird.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 2

  2. avatar Silvan sagt:

    Moin Robert,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. “RügenRudder” klingt wild und vielversprechend!
    Leider erfahre z.B. ich zum ersten Mal durch Deinen Kommentar, dass es die Regatta gibt. Wir bei SVG bemühen uns immer über spannende Regatten und Segelereignisse zu berichten. Das kann mal ganz kurz sein, mal umfassend und auch mal in Form eines Blogs oder Kommentars. Da aber an jedem Wochenende auf der ganzen Welt unzählige Regatten stattfinden, ist es schwierig, über alle zu berichten, oder auch nur die richtige Auswahl zu treffen. Und Voraussetzung ist natürlich immer, dass wir irgendwie eine Info zur Veranstaltung bekommen. Wir haben zwar vielen Augen- und Ohrenpaare ins Thema vertieft, aber alles bekommen auch wir – leider – nicht mit.

    Oft suchen die Veranstalter den direkten Kontakt zu unserer Redaktion, oder schicken uns Pressemitteilungen und -informationen im Vorfeld. Dann ist es für uns viel leichter, die vorgenannten Entscheidungen zu treffen, wie und ob wir berichten. Am leichtesten fällt es uns natürlich über die Regatten zu berichten, die quasi “vor unserer Haustür” stattfinden. Da erfahren wir meist am schnellsten davon und kommen auch an die Menschen, die es organisieren oder mitsegeln leichter dran.
    Wir können deshalb alle Regattaorganisatoren und -Teilnehmern nur bitten: sucht den Kontakt zu uns, schreibt uns, schickt uns Bilder, Videos usw. (am besten immer mit dem Urheber und einer Erlaubnis zur Nutzung). Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir berichten deutlich.
    Herzliche Grüße
    Silvan

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    • avatar Robert Plückhahn sagt:

      Danke für die Antwort und ja natürlich haben Sie recht das es “vor der Haustür” immer einfacher und schneller geht zu berichten und ja wahrscheinlich könnten die Veranstalter sich eben auch melden. Jedoch ist eben dies meiner Meinung nach die Krux an der Sache, wenn Verbindungen schon seit Jahren bestehen aus welchen Gründen auch immer (natürlich bedingt durch die Räumliche Nähe) ist der Fokus eben eher bei den großen Veranstaltungen oder eben bei den “vor der Tür”. Jedoch merke ich an das Segeln und insbesondere Regatta Segeln leider ein Randsport ist und er eben nur populärer wird, wenn Vollumfänglich darüber berichtet wird, was meiner Meinung nach in den Bereich der Fachpresse gehört, zu dem Sie ja Zweifels ohne gehören. Ich hoffe ich konnte Ihnen hiermit einen kleinen Anstoß geben denn ohne jemandem hier auf die Füße treten zu wollen gerade östlich Travemünde befinden sich sehr Anspruchsvolle Reviere ähnlich der Dänischen Südsee und dort finden (leider ohne großes Mediales Interesse) relativ viele Regatten statt mit doch beachtlichen Feldern. Als Bespiel vor knapp 5-6 Jahren Knackte die Stralsunder Mittwochsregatta den Starterrekord von 101 Yachten an einem Mittwoch und im Durchschnitt starten dort ca. 60 Yachten jeden Mittwoch. Die Boddenetappen auf dem Greifswalder Bodden bringen es im Durchschnitt auch immer auf 60-70 Startende Yachten. Also wenn das kein Anlass ist mal pro aktiv den Kontakt zu suchen oder besser noch einfach mal selber mit zu segeln?!

      Weiterhin verweise ich auf den Link der zuvor beschriebenen Regatta, evtl. lohnt sich ein Bericht und vielleicht haben wir bald ein deutschen Pendant zum Silverrudder.

      https://ruegenrudder.com/

      Mit sportlichem Gruß

      Robert Plückhahn

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 1

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