2. Segel-Bundesliga: Bremer siegen vor München und Hamburg

Voll reingehängt

Die zweite von drei Regatten der 2. Segel-Bundesliga am Starnberger See beim Deutschen Touring Yacht-Club  hat der Wassersport-Verein Hemelingen (WVH) aus Bremen mit einem Punkt Vorsprung vor dem Münchner Yacht-Club (MYC) und dem Hamburger Segel-Club (HSC) gewonnen.

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Lässige Bremer Siegerpose… © Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

Damit spitzt sich der Kampf am oberen Ende der Tabelle um die drei Aufstiegsplätze zu. Vor der dritten und letzten Zweitliga Regatta der Saison vom 26. bis 28. September in Friedrichshafen am Bodensee liegen vier Vereine in einer starken Position.

Hinter den punktgleichen Vereinen vom MYC und dem HSC liegt der Erstliga-Absteiger SKBUe aus Krefeld in der Gesamtwertung nach zwei Regatten nur einen Punkt zurück. Und die in Tutzing siegreichen Bremer sind mit einem weiteren Punkt Rückstand Vierte. Diese Teams werden wohl den Aufstieg unter sich ausmachen.

Dabei segelten in Starnberg besonders die Bremer und Münchener äußerst dominant. Für den WVH führte Jan Seekamp erfolgreich das Steuer, der mit seinem Team schon bei der Relegation in Glücksburg zu den Favoriten gehörte.

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Jan Seekamp mit seinem Team gewinnt den zweiten “Spieltag”. © Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

Seekamp feierte Erfolge im Opti (2x WM), Laser, Piraten und Drachen und er gewann auch den BMW Sailing Cup, auch wenn er das nicht als größten Erfolg zählen dürfte. Taktiker Jens Tschentscher ist angestammter Lenker der seit Jahren erfolgreichen ORC Yacht X332 “Patent”.

Das Team segelte mit Wilhelm von Weyne und Sören Hadeler, einem der besten deutschen J/80 Steuerleute, in der gleichen Zusammensetzung wie bei der Relegation und bildet eine starke Mischung aus Big-  und Smallboat-Seglern. Es konnte sich bei der konstanten Serie sogar einen letzten Platz leisten, zeigte aber mit drei Siegen zum Schluss Nervenstärke im Zweikampf mit den Münchenern.

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Die Sieger der zweiten Regatta der 2. Segel-Bundesliga in Tutzing. © Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

„Es war ein wahnsinnig spannender Finaltag. Wir haben im letzten Rennen einen kühlen Kopf bewahrt und konnten an unserem größten Konkurrenten, dem MYC vorbeiziehen“, sagte Jan Seekamp.

Die Münchener haben sich mit ihrem 20-Köpfigen Kader intensiv auf das Abenteuer Bundesliga vorbereitet und wollten eigentlich in der ersten Liga mitspielen. Steuermann Kay Niederfahrenhorst ist einer der besten bayerischen Segler, ehemals in Opti, 420er und 470er und konnte mit seiner Crew mehrfach auf den B/one trainieren.

Das Team gab sich mit acht Rennsiegen in 14 Rennen eigentlich kaum eine Blöße und musste die Bremer nur hauchdünn ziehen lassen. Focktrimmer Max Adami zeigte sich aber mit der Tabellenführung sehr zufrieden. „Bei der angetretenen Konkurrenz hätten wir nie mit einem zweiten Platz gerechnet.“

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Mit geballter Frauenpower segelt der Hamburger Segel-Club auf Rang drei. © Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

Mit großen Erwartungen war dagegen die beste deutsche Match Race Seglerin Silke Hahlbrock für den Hamburger Segel-Club in die Rennserie gestartet, die 2012 nur extrem knapp das Olympiaticket verpasst hatte. Mit zwei Frauen aus ihrem Match Race Team und Daniel Zenker hatte sie die erste Phase der Regatta in Starnberg mit sechs Siegen in sieben Rennen klar dominiert. Danach folgten schwächere Platzierungen, die aber doch noch für Rang drei mit 10 Punkten Rückstand reichten.

Aber die Ausgangssituation für das entscheidende Rennen am Bodensee ist für die Hamburger mit der geteilten Höchstpunktzahl in der Gesamtwertung perfekt. „Im Finale wollen wir angreifen und uns das Ticket für die erste Liga sichern“, sagte die Steuerfrau selbstbewusst.

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Kay Niederfahrenhorst fürhrt den Münchner Yacht-Club auf Rang zwei in Tutzing und an die Tabellenspitze. © Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

Etwas geschwächelt hat in der Schlussphase der Segelklub Bayer Uerdingen mit dem talentiertesten deutschen Finn Dinghy Segler Lennart Luttkus an der Pinne, der gerade seine Olympiakarriere aufgegeben hat.

Während sich die Verstärkung mit dem erfahrenen Jörg Meier als Taktiker – einem der besten deutschen 420er Segler in den 80er Jahren – auszuzahlen schien und Rang drei angepeilt war, fiel das Team zum Schluss mit einem vorletzten und letzten Platz doch noch auf Rang fünf zurück.

Stark präsentierte sich im Finish dagegen der Segel und Motorboot Club Überlingen. Mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen steuerte Steuermann Hessberger in den letzten vier Rennen noch auf Rang vier vor. Hessberger segelte noch 2012 bei den großen Weltcups im 470er. Mitsegler Niko Mittelmeier gehörte zu den hoffnungsvollsten deutschen Tornado-Seglern und verpasste nur knapp die Olympiaqualifikation für Peking 2008. Im Vergleich zum ersten Spieltag lag das Team vom Bodensee gleich zehn Ränge besser als bei der Relegation.

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Lennart Luttkus gibt alles für den Segelklub Bayer-Uerdingen. © Segel-Bundesliga / Lars Wehrmann

Den gleichen Sprung schaffte der Segel-Club Ville mit dem Match Race erfahrenen aktuellen J/24 Skipper Dirk Strelow am Rohr. Nach dem 18. Platz in Glücksburg belegte das Team aus Köln diesmal Rang 8. Immerhin sechs Ränge nach vorne ging es für den Segel-Club Münster, der regelmäßig mit den Teams zweier weiterer Vereine aus Münster mit J/80 trainieren kann.

Die rote Laterne hat der Duisburger Segel-Club übernommen. Er trat mit dem jüngsten Team an und musste noch Lehrgeld sammeln.

Am Bodensee wird sich nun entscheiden, welche drei Vereine (Plätze eins bis drei) direkt in die 1. Bundesliga aufsteigen und welche drei Clubs (Plätze vier bis sechs) in die Relegation für die 1. Liga dürfen. Die sechs hinteren Clubs (Plätze 13 bis 18) müssen eine andere Relegationsregatta für die 2. Liga bestreiten, wo auch wieder die weiteren interessierten Vereinen antreten so wie in Glücksburg.

Relegation-System

Relegation-System.

TV Beitrag vom Bayerischen Rundfunk

Tabelle der 2. Bundesliga nach zwei von drei “Spieltagen”

Crewliste 2. Bundesliga für Starnberg

Eventseite Segel-Bundesliga

Segel-Bundesliga Ergebnisse Starnberg 2. Liga
Ergebnisse Tutzing 2. Liga
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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „2. Segel-Bundesliga: Bremer siegen vor München und Hamburg“

  1. avatar Breithaupt sagt:

    als jollen segler hab ich nie verstandend warum das nicht all machen!?

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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