470 at it’s best: Trainingsweltmeister bezwingen Monster-Welle – Es geht auch ohne Foils

Totgesagte leben länger

Die 470er-Klasse ist in dieser Saison besonders schwer von der Corona-Krise gebeutelt worden. Alle großen Meisterschaften fielen aus. Aber es werden weiterhin Höchstleistungen erbracht.

Alle vier Jahre, wenn der Weltseglerverband die neuen Olympia-Disziplinen benennt, müssen besonders die 470er-Segler zittern. Immer steht die Zweihand-Jolle zur Disposition. Zu alt, zu unmodern sei das 57-jährige Design. Aber allen Unkenrufen zum Trotz: Seit 44 Jahren wird um Olympiamedaillen gesegelt.

Frei nach dem Motto: Totgesagte leben länger hat der 470er sogar die Abstimmung für Olympia 2024 überstanden. Zwar wurden die Frauen- und Männer-Disziplinen zu einer Mixed-Klasse zusammengelegt, aber immerhin, es gibt den olympischen 470er noch.

In dieser Saison schien er allerdings fast verschwunden. Denn die Verantwortlichen bei der internationalen Klassenvereinigung trafen in der Corona-Krise unglückliche organisatorische Entscheidungen und hatten Pech zum Beispiel mit einem WM-Austragungsort Mallorca. Aber während andere Olympiaklassen flexibel reagierten und zumindest Europameisterschaften abhalten konnten oder bei der Kieler Woche auftraten, lief bei den 470ern nichts.

Späte Absagen und unglückliche Terminierungen machten es für die Spitzensegler schwer, bei Laune zu bleiben. Die intensivsten Aktivitäten haben noch vor Santander stattgefunden. Trotz der schwierigen Corona-Entwicklung im Land versammelten sich auch in den vergangenen Wochen dort wieder eine internationale Trainingsgruppe – inklusive der deutschen Teams – die an ihrer Form für Olympia 2021 arbeiteten.

Santander ist beliebt, weil dort ähnlich extreme Bedingungen auftreten können, wie sie in Japan erwartet werden. Der starke Wellengang macht besondere Anpassungen für Trimm, Technik und Material notwendig.

Dass ein 470er bestens mit Extrembedingungen zurecht kommt und keine Foils für High-Speed-Action benötigt, zeigen die Vizeweltmeister Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez beim Erklimmen einer besonders hohen Atlantik-Welle. Aber auch die Teamkolleginnen Silvia Mas/Patricia Cantero, ebenfalls 2018 schon Vize-Weltmeisterinnen, meistern Brutalo-Bedingungen souverän:

Eine Werbung für die Klasse ist auch das jüngste Video des Schweizer Teams Wagen/Siegwart:

Noch mal Xammar/Rodriguez beim Überdruck Vorwindkurs:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „470 at it’s best: Trainingsweltmeister bezwingen Monster-Welle – Es geht auch ohne Foils“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Wie kann es dann sein, dass ein Pirat, wo man doppelt soviel hängen muss, um am Ende doch nur ein Drittel an Speed zu haben, doppelt so viele Mitglieder in der Rangliste hat? Oder die OK-Jollen? Oder die Finns? Oder die 505er (9 Jahre älter als der 470er)? Alles alte Klassen und alte Designs. Aber haben gute Klassen-Vereinigungen und lokale Grüppchen. Und dies fehlt sowohl den 470er als sich den 49nern. Pfeiff doch auf Olympia und TV-Gängigkeit. Segelspaß haben ausweislich der KPIs die anderen Klassen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 1

  2. avatar Torsten sagt:

    Auf jeden Fall ist das tolles Jollensegeln und sind das schöne Aufnahmen! Man sieht mal wieder, auch “alte” Boote können viel Spaß machen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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