470er-WM: Böhm/Goliaß verteidigen gute Ausgangslage – Männer stampfen auf der Stelle

Position gefestigt

Zwei weitere Rennen in drehenden und böigen Winden haben die deutschen Positionen bei der Weltmeisterschaft der 470er kaum verändert. In der internen Olympia-Qualifikation der Frauen bleibt es beim Vorteil für Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß. Die GER-Männer müssen indes noch nachlegen, um überhaupt eine Crew nach Tokio schicken zu können.

Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß sind aktuell in einer starken Position in der Olympia-Ausscheidung. Foto: osga.photo

Die Atlantikküste vor Vilamoura/Portugal präsentierte sich erneut mit Winden, die nicht nur in der Richtung pendelten, sondern auch zwischen leichter bis mittlerer Brise schwankten. Unter diesen Bedingungen knüpften die Hamburgerinnen Luise Wanser/Anastasiya Winkel in der ersten Tageswettfahrt gleich an ihren Sieg vom Vortag an und landeten mit dem zweiten Platz eine weitere Topplatzierung. Lange kämpften Wanser/Winkel im Trio mit den Italienerinnen di Salle/Dubinni und Bar-Am/Tini (Israel) weit vor dem Verfolgerfeld um den Tagessieg, mussten sich schließlich nur knapp den Italienerinnen geschlagen geben.

Zwei Top-Platzierungen in Folge legten Luise Wanser/Anastasiya Winkel hin und hatten allen Grund zum Feiern. Foto: Uros Kekus Kleva

Als Fünfte dieses Rennens wahrten Böhm/Goliaß ihre gute Position in der Gesamtwertung. Auch für Frederike Loewe/Anna Markfort, die in der internen deutschen Olympia-Ausscheidung eigentlich in der Favoritenrolle waren, schien es aufwärts zu gehen. Mit Platz sieben landeten sie ihr erstes Top-Ten-Resultat der WM-Serie. Die Freude darüber währte allerdings nur kurz. Im zweiten Tagesrennen kamen Loewe/Markfort nicht über Platz 18 hinaus und liegen in der Gesamtwertung der 27 Teams gar nur auf Platz 21. Damit ist ihr Rückstand auf die nationale Konkurrenz schon beträchtlich. Theres Dahnke/Birte Winkel als Gesamt-15. sind zwar noch in Schlagweite, Wanser/Winkel und Böhm/Goliaß, die jeweils noch eine weitere Top-Ten-Platzierung einfuhren, haben sich aber schon ein gutes Punktepolster angelegt.

Frederike Loewe/Anna Markfort warten noch auf den Durchbruch bei dieser WM. Foto: osga.photo

Aktuell ist es das bayerische Team Böhm/Goliaß, das als WM-Fünfte mit einem Ticket für Tokio rechnen könnte. Der eigene Weg, den das Duo im vergangenen Jahr abseits des DSV-Kaders eingeschlagen hat, scheint gut zu funktionieren. Wanser/Winkel sind als Siebte aber dicht aufgerückt und nur noch vier Punkte von den GER-Kolleginnen entfernt. Die beiden NRV-Seglerinnen bilden die jüngste deutsche Team-Zusammensetzung, haben sich erst vor etwas über einem Jahr für diese Olympia-Kampagne zusammengeschlossen.

Malte Winkel/Matti Cipra sind zwar in der internen deutschen Ausscheidung aktuell im Vorteil, müssen sich in der WM-Wertung für das letzte Europa-Ticket aber noch nach oben arbeiten. Foto: osga.photo

Die beiden deutschen Männer-Crews agierten mit unterschiedlichem Fortune. Waren Malte Winkel/Matti Cipra und Simon Diesch/Philipp Autenrieth nach Tag eins noch gleich auf, schlägt das Pendel nun deutlich zugunsten der Mecklenburger aus. Winkel/Cipra waren mit den Platzierungen 4 und 7 zweimal gut dabei, Diesch/Autenrieth kassierten dagegen mit dem 20. Platz zum Auftakt einen herben Rückschlag. In Rennen zwei gelang es ihnen zwar nach verkorkster Startkreuz, als sie auf die benachteiligte rechte Seite rausfuhren, noch, sich durch das Feld bis auf Platz sechs vorzuarbeiten. In der Gesamtwertung hängen sie als Zwölfte aber bereits 15 Punkte hinter Winkel/Cipra auf Rang neun zurück.

Simon Diesch/Philipp Autenrieth (links) stecken derzeit im WM-Stau fest. Foto: Uros Kekus Kleva

Das alles ist aber nur internes Geplänkel und nützt wenig im Kampf um eine Top-WM-Platzierung und die Olympia-Qualifikation. Denn für das letzte verbliebene Europa-Ticket zu den Spielen haben derzeit die Portugiesen Diogo und Pedro Costa als aktuell Vierte die besten Karten in der Hand.

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