470er-WM: Mäßiger Start für die Männer – ein deutscher Tagessieg bei den Frauen

Der Druck wächst

Fehlstart in die 470er-WM für die deutschen Männer: Vor Vilamoura/Portugal kassierten Simon Diesch/Philipp Autenrieth im ersten Rennen eine Frühstart-Disqualifikation. Danach kamen sie zwar besser in Fahrt, dennoch sind sie als derzeit Zehnte, ebenso wie die direkt dahinter platzierten Malte Winkel/Matti Cipra, in Sachen Olympia-Qualifikation vorerst nur in Lauerstellung.

Mit dem Sieg zum Abschluss des Tages segelten Luise Wanser/Anastasiya Winkel vorerst auf Platz zehn. Foto: WM-TV

Für die deutschen Damen lief es bei einer Brise von 13 bis 14 Knoten vor der Algarve-Küste deutlich besser. Mit der bayerische Crew Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß auf Gesamtrang Vier und Luise Wanser/Anastasiya Winkel (Hamburg) als Zehnten sind gleich zwei Teams aussichtsreich positioniert, holten sich mit einem Doppelsieg in der finalen Wettfahrt des Tages zudem eine gehörige Portion Motivation.

Vilamoura scheint sich als sonniges Revier in den kommenden Tagen zu präsentieren. Foto: Uros Kekos Kleva

Die Prioritätenliste, die die deutschen Männer bei dieser WM abzuarbeiten haben, ist klar: An erster Stelle steht, das einzig verbliebene Olympia-Ticket für ein europäisches Team zu sichern. Erst in zweiter Linie geht es für das German Sailing Team darum, welches der beiden Anwärter-Teams nach Tokio fahren wird. Daher galt es, ohne interne Rivalitäten in die Rennen zu gehen, um die kontinentale Olympia-Konkurrenz in Schach zu halten.

Frühstart gleich im ersten Rennen: Für Simon Diesch/Philipp Autenrieth begann die WM denkbar schlecht. Foto: Lars Wehrmann

Doch die Marschroute platzte gleich im ersten Rennen für das württembergisch-bayrische Team Diesch/Autenrieth: Zu früh über die Linie. Das Streichresultat in der auf elf Rennen (plus Medal Race) angesetzten Serie steht damit bereits in der Liste. In der zweiten Wettfahrt kamen sie bei den mittleren Winden und welligen Bedingungen ebenfalls nur mäßig in Fahrt und landeten auf dem 16. Platz. Immerhin zum Abschluss des Tages lief es rund. Der dritte Platz sorgte für ein versöhnliches Ende des Tages und führte Diesch/Autenrieth unter Einberechnung des Streichers auf Rang zehn.

Auf dem Weg nach Tokio sind Malte Winkel/Matti Cipra vorerst nur in der Vorfolgerrolle. Foto: Lars Wehrmann

Bei den Mecklenburgern Winkel/Cipra war die Leistungskurve des Tages dagegen gegenläufig. Mit den Platzierungen 7, 12, 22 unter den 29 vertretenen Mannschaften haben sie ebenfalls ein Streichresultat auf dem Konto.

Schmerzhaft beim Blick auf die aktuelle Ergebnisliste ist die Position der europäischen Konkurrenten um das Tokio-Ticket. Mit den Schweizern Kilian Wagen/Gregoire Siegwart auf Platz fünf und den Portugiesen Diogo und Pedro Costa bei ihrer Heim-WM (Platz sechs) sind gleich zwei Teams besser platziert, die ebenfalls noch auf Olympia hoffen.

Theres Dahnke/Birte Winkel kassierten zum Abschluss des Tages einen schmerzhaften Patzer. Foto: Uros Kekos Kleva

Von der Last, das Nationenticket für Tokio zu sichern, sind die deutschen Damen zwar befreit. Ohne Druck können die vier Crews im Feld der 27 Damen-Mannschaften aber nicht segeln. Denn das deutsche Quartett ist wie die Männer bei dieser WM mitten in der internen Ausscheidung verstrickt. Und nach der Verschiebung der Princes Sofia Trophy sowie der Absage der Hyeres-Regatta hat sich die gesamte Ausscheidung auf diese WM zugespitzt.

Ausgerechnet Frederike Loewe/Anna Markfort, die 2019 mit Top-Resultaten in der Weltspitze angekommen schienen und vor dem WM-Start noch Medaillen-Ambitionen formuliert hatten, fanden überhaupt nicht in die Regatta hinein. Ohne eine Top-Ten-Platzierung (23, 14, 18) sind sie als derzeit 22. das am schlechtesten positionierte GER-Team. Theres Dahnke/Birte Winkel liegen als 19. nur knapp voraus (14, 11, 21), während sich die beiden anderen deutschen Teams durch einen starken Tagesabschluss weit nach vorn katapultierten. Wanser/Winkel starteten schwach (21), setzten nur mäßig fort (17), waren dann aber in der Abschlusswettfahrt von Beginn an in einer Top-Position, gingen mit weiter Führung um die Luvtonne und kontrollierten von dort souverän das Feld zum Tagessieg. Dahinter waren es Böhm/Goliaß, die sich über Rang zwei freuen durften. Das Team des DTYC hatte zwar ebenfalls schon einen Streicher (23) eingefahren, liegt aber durch einen achten Platz in der ersten Wettfahrt aussichtsreich auf dem vierten Gesamtrang.

In den kommenden Tagen sind ebenfalls ablandige Winde zwischen 13 bis 17 Knoten angesagt, bei denen wohl weiterhin wechselnde Ergebnisse zu erwarten sind.

Ergebnisse

 

Ein Kommentar „470er-WM: Mäßiger Start für die Männer – ein deutscher Tagessieg bei den Frauen“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Olympia passt so, wie es die letzten 40 Jahre aufgezogen wurde, kaum mehr in die Zeit.
    Und der 470 ist zwar ein tolles Boot, aber eine tote Klasse. In der Kombination kann man nur hoffen, dass das keine Verbandskohle reingeht, oder?

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