52 SuperSeries: Hasso Plattner ist wieder heiß – Mit TP52-Neubau gegen die besten Profis

Zurück auf der Piste

SAP-Gründer Hasso Plattner kann auch mit 73 Jahren nicht von seiner Segel-Leidenschaft lassen. Nun steigt er gleich gegen die Besten in den Ring. Seine Tochter steht ihm dabei zur Seite.

Plattner Phönix

Plattner hat die TP52 “Phoenix” (Bj 2015) gekauft und sich gleich eine neue bestellt. © Martinez

Es ist eine Zeitlang ruhig geworden um die Segel-Aktivitäten von Hasso Plattner. Der heute 73-jährige prominente SAP-Gründer und  -Aufsichtsrat-Chef, der als einer der weltgrößten privaten Wissenschaftsförderer gilt, hat nie viel Aufhebens um seine Segel-Leidenschaft gemacht. Aber seine Segel- und Beleidigungsduelle in der Maxi-Klasse mit Oracle-Chef Larry Ellison sorgten für viel Aufsehen, wie auch sein Einstieg in die sportliche 505er-Klasse in der von 2005 bis 2013 bei 9 Weltmeisterschaft teilnahm und zu den großen Förderern gehört.

Danach gab er Gastspiele im Drachen, wurde 2014 Deutscher Meister mit Kiwi-Profi Hamish Pepper an der Vorschot, zog sich aber scheinbar immer mehr zurück vom sportlichen Segeln. Zum America’s Cup in Bermuda bewegte er seine 147 Fuß Yacht “Visione” bei der Superyacht Regatta Trophy, aber ansonsten schien die Lust am Wettkampf zu schwinden.

Hasso Plattner

Hasso Plattner beim Drachen IDM Sieg mit Kiwi-Profi Hamisch Pepper (r.).© vsaw

Von wegen. In dieser Saison greift der in Potsdam lebende Milliardär, der mit einem von Forbes auf über 11 Milliarden Dollar geschätzten Vermögens zu den zehn reichsten Deutschen gehört, wieder auf der nassen Rennpiste an. Und zwar nicht irgendwo, sondern bei einer in diesem Jahr heißesten Regattaserien des internationalen Bigboat Zirkus, der 52 SuperSeries.

Mit der Tochter am Steuer

Plattners “Phoenix” gehört zu den neun Neubauten der TP52 Klasse, die 2018 unter anderem um den WM-Titel segeln, den Harm Müller-Spreer 2017 gewann. Dabei wechselt sich Plattner am Steuer mit seiner Tochter Kristina ab, die sein Interesse am Segeln teilt.

2013 skipperte sie den 2005 gebauten  Z86 Maxi “Morning Glory” zum Line-honours-Sieg beim Middle Sea Race, und nun bildet sie sich auch in der Kunst des engen Fleetrace weiter.

Kristina Plattner beim Line Honours Sieg mit dem 86-Fußer “Morning Glory” beim Middle Sea Race vor Malta:

Die Familie verbringt viel Zeit in Südafrika und so führt das Boot auch die Flagge dieses Landes am Heck. Einige Segler aus Südafrika sollen zum Einsatz kommen, ansonsten ist  noch wenig über die Crew bekannt. Projekt-Manager Tim Norris erklärt, dass das Team schon einige Trainingseinheiten auf der alten “Phoenix” absolviert habe. Nach ihrem Kauf im vergangen Jahr hatten Vater und seine Tochter so viel Spaß damit, dass sie den Neubau beschlossen.

Für Deutschland segelte er nie gerne. “Da kommt schnell die Neiddebatte auf, wenn es um mein Hobby geht“, sagt er im Interview vor einigen Jahren. Plattner fühlt sich besonders von der Möglichkeit angezogen, selber am Steuer zu stehen. Er wollte nie nur der Scheck-Aussteller für eine Proficrew sein. Auch deshalb war der America’s Cup nie ein Thema für ihn, auch wenn sein Name immer wieder fällt, wenn es um die mögliche Finanzierung eines potenzielles deutschen Projektes geht.

Owner Driver Spezialist

Er war nie allein der vermögende Mäzen im Hintergrund, der die Profis hat segeln lassen. Er wollte selber steuern und befürwortete deshalb die Owner-Driver-Regel in der Farr 40 Klasse, in der er vier Weltmeisterschaften segelte.

Die Neubauten für 2018

Bei den TP52 kommen auch Profis an der Pinne zum Einsatz und es muss sich zeigen, ob sich mit dem Einstieg von drei America’s Cup Teams (Quantum, Luna Rossa, Gladiator/Ainslie) die Qualität zu Ungunsten der Owner Driver verändert.

Aber Plattner will es versuchen. Sein Neubau steht Seite an Seite mit der neuen Azzurra bei der italienischen Werft Persico kurz vor der Vollendung. Ende April soll er fertig sein und erstmals bei der Palma Vela Regatta vo Mallorca starten.

TP52 Bau bei Persico:

 

 

Plattner, der Unternehmer

Das neue Segel-Interesse Plattners hat aber längst nicht mit einem Rückzug aus dem Unternehmergeschäft zu tun. Er hat seinen Job als Aufsichtsratschef von SAP um eine weitere Amtszeit verlängert und gestaltet immer noch aktiv mit.

Sein in Potsdam gegründetes “Hasso-Plattner-Institut” (HIP) bildet den qualifizierten IT-Nachwuchs aus, und er selber beteiligt sich mit Leidenschaft an der Lehre.  Die beim HIP entwickelte Datenbanksoftware Hana fließt in die neue Generation von SAP-Programmen und ist zu einer Basis des aktuellen Erfolgs geworden.

Aufsehen erregte Plattner kürzlich in der öffentlichen Diskussion um zu hohe Manager-Gehälter. Laut Manager Magazin hat SAP-Vorstandschef Bill McDermott im vergangenen Jahr wegen des Kursanstiegs der SAP-Aktie mit rund 15 Millionen Euro sein Jahresgehalt verdreifachen können. Plattner zeigte aber wenig Verständnis für die Kritik. Die Vergütung von Oracle liege im ähnlichen Fall bei 40 Millionen Dollar.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „52 SuperSeries: Hasso Plattner ist wieder heiß – Mit TP52-Neubau gegen die besten Profis“

  1. avatar Team Südsee sagt:

    Vielleicht gefällt ihm das TP52 Segeln ja so sehr, dass er vllt doch noch beim AC mitmachen will. Die eine Million Nachmelde-Gebühr sind doch Peanuts.

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