52 SuperSeries: Müller-Spreer und Hasso Plattner beim Auftakt – Wo ist Ben Ainslie?

Ja, wo segeln sie denn?

Der Einstieg von Ben Ainslie in die 52 SuperSeries schien ein geschickter Schachzug zu sein. Aber nun glänzt er durch Abwesenheit. Dafür segeln nun zwei deutsche Steuermänner in der führenden Monohull-Serie.

Die TP52-Klasse sah sich schon in perfekter Position, als die Neuseeländer einen Monohull zum nächsten Cupper-Design erkoren. Und die Macher glaubten, dass die glorreichen Zeiten des Audi-Med-Cups zurückkehren würden, der den Cup-Teams als Neben-Schauplatz diente.

Wie früher. Windspotter in den TP52-Masten. ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

In diese Richtung schien sich nun auch wieder die 52 SuperSeries zu entwickeln. Neun Neubauten für die aktuelle Saison stehen für den Boost dieser Klasse, der insbesondere durch Ben Ainslie ausgelöst wurde, als er medienwirksam seine Kooperation mit dem 63-jährigen britischen Milliardär Tony Langley verkündete.

Langley engagiert sich seit einiger Zeit in der SuperSeries und hat inzwischen drei TP52 zur Verfügung. Er wollte die britische America’s Cupo Kampagne unterstützen, sein TP-Projekt als Plattform für die Crew-Entwicklung zur Verfügung stellen aber selber steuern.

Ainslie packt die Sachen

Ainslie verkündete seine Absicht, die SuperSeries als Mittel zum Zweck zu nutzen, um sein Team auf den Cup vorzubereiten: “Das erlaubt nicht nur unserem Segel- sondern auch dem Designteam, die Werkzeuge und Methodik für eine erfolgreiche America’s Cup Kampagne zu entwickeln.”

Tony Langley muss nun doch ohne Ben Ainslie auskommen. ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Das Boot war schon mit den neuen Farben gebrandet, aber dann gab es Streit. Der mag mit dem neuen Mega Sponsor-Deal zusammenhängen, der es Ainslie erlaubt, weniger Kompromisse machen zu müssen. Dazu mag kommen, dass die Analysten herausgefunden haben, wie wenig das klassische Slow-Motion-Bigboat-Sailing der Serie dann doch mit den nächsten Cup-Rennen zu tun hat.

Jedenfalls hat das britische Cup-Team wieder seine Sachen gepackt, und zum Start der 52SuperSeries im kroatischen Sibenik wird von der PR-Abteilung kein Wort darüber verloren. Die Eigner bezahlen die Show, und das klappt umso besser, wenn sie sich als Teil der großen America’s Cup-Szene sehen dürfen.

Profis gegen Owner Driver

Der positive Eindruck für den Auftakt einer tollen Saison soll nicht getrübt werden. Schließlich sind mit Luna Rossa und Quantum – dem New-York-Yacht-Club-Team – immer noch zwei Cup-Syndikate dabei. Und wenn Profis wie Dean Barker (Quantum) und Francesco Bruni (Luna Rossa) die Steuer übernehmen, glänzen auf den anderen Booten auch die Owner Driver, die üblicherweise am Steuer stehen.

12 Teams für die Saison 2018. ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Dieser neue Glanz der Serie soll nicht getrübt werden. Schließlich passt auch der Verlust des Ran-Teams von Skype-Erfinder Niklas Zennström, der in die Fast40+ wechselte, nicht ins Bild. Aber 12 Yachten an der Linie sprechen immer noch sehr positiv für sich.

Schließlich konnte auch ein Promi wie Hasso Plattner für die Regatta gewonnen werden. Er teilt sich die Skipper-Rolle mit seiner Tochter Tina, und unterhält sogar zwei Teams, um den Neubau gegen das Sparringsboot schnell machen zu können.

Platoon wieder stark

Immerhin hat er sich sogar die America’s Cup-Legende Ed Baird an die Seite geholt, Alinghi-Steuermann beim Erfolg 2007. In dieser Kombination kann er in Kroatien schon mithalten, aber für die absoluten Spitzen-Plätze reicht es nach drei Tagen noch nicht.

Kostecki segelt auf Platoon wieder in Höchstform mit Müller-Spreer. ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Platoon auf Rang zwei ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Für die sorgt aus deutscher Sicht nach wie vor der Hamburger Harm Müller-Spreer mit seinem eingespielten Platoon-Team, das seit dem Engagement von John Kostecki als Taktiker in der Lage ist, regelmäßig vorne zu segeln.

Auch das neue Boot aus der Feder von Judel/Vrolijk liefert wieder Bestwerte ab, und so liegt “Platoon”, auf der Vorschiffsmann Michael Müller als einziger weiterer Deutscher einen Platz im 13-köpfigen Team behauptet, nach drei Renntagen komfortabel hinter dem Trainingspartner und Top-Favoriten “Quantum” auf Rang zwei.

Eventseite SuperSeries mit Live Berichterstattung

Ergebnis 52 SuperSeries in Sibenik nach dem 3. Tag und 5 Rennen.

Quantum ist wieder das Maß der Dinge. ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

Eine Insel als Bahnmarke beim Coastal-Race. ©Nico Martinez / 52 SUPER SERIES

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „52 SuperSeries: Müller-Spreer und Hasso Plattner beim Auftakt – Wo ist Ben Ainslie?“

  1. avatar Bernd sagt:

    Ben who?! So ein toller Start in die Series und der Artikel dreht sich hauptsächlich um jemanden der garnicht dabei ist…..Schade!

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    • avatar Heizkörper Sailing Team sagt:

      Ich habe mich auch gefragt wieso BAR nicht mit Gladiator segelt. Danke für die Antwort Segelreporter.

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