52 SuperSeries:Luna Rossas Rückkehr – Warum die TP52 Sinn macht für den America’s Cup

Strategie der Cup Teams

Nach Ben Ainslie bekennt sich auch Luna Rossa zur 52 SuperSeries. Die Italiener lassen eine neue TP52 bauen und wollen ihre Segler darauf ausbilden. Am Steuer soll aber ein Promi stehen.

Luna Rossa TP52

Luna Rossa war schon einmal im TP52-Circuit aktiv. © Audi MedCup

Eigentlich hat sich die 52 SuperSeries als Regatta etabliert, bei der Eigner am Steuer ihren Spaß haben. Sie retteten die Serie, die im Kielwasser des America’s Cups 2007 entstanden war. Der Audi MedCup zog viele starke Cup-Teams an, ging aber nach der Multihull-Entscheidung  unter. 2011 musste er mit dem Ausstieg von Hauptsponsor Audi die Segel streichen.

2012 gründete ein Trio aus der argentinischen Roemmers Familie (Azzurra/Matador), dem Amerikaner Doug DeVos (Quantum Racing) and Niklas Zennström aus Schweden (Rán Racing) die SuperSeries. Ihr Enthusiasmus motivierte weitere Eigner zum Einstieg und zu Neubauten, und so etablierte sich erneut eine stabile Rennserie.

52 SuperSeries

Die 52 SuperSeries hat sich mit dem Geld der Eigner gut gehalten. © Martinez Studio

Der sportliche Wert war allerdings immer schwer einzuschätzen. Zwar wurde das beste Material von den besten Designern geordert, die sich im Umgang mit Box Rules wie beim America’s Cup auskennen (besonders Vrolijk und Botin), und viel Cup-Veteranen fanden ihr Auskommen und einen Spielplatz, aber meistens stehen die Eigner am Steuer. Das ist dann nicht das Setup, das bei einem nach reiner Leistung orientiertem Wettkampf entstehen würde.

Cup Teams kommen zurück

Aber das könnte sich nun wieder ändern. Denn der America’s Cup wird wieder auf einem Monohull ausgetragen, und drei potenzielle Cup Teams für 2021 wollen die Serie als Vorbereitung nutzen. Ben Ainslie hat eine neue Kooperation mit dem Briten Tony Langley und dessen Gladiator-Team angekündigt, die New York Yacht Club-Herausforderung basiert ohnehin auf dem TP52-Quantum-Projekt um Terry Hutchinson und nun hat auch Luna Rossa seinen Wiedereinstieg angekündigt.

Wenn man sich die neuen, fliegenden AC75 ansieht, scheinen sie wenig mit den Low-Tech-TPs gemein zu haben. Diese verfügen nicht einmal über einen Neigekiel. Wie kann diese Klasse bei der Cup-Vorbereitung helfen?

Ainslie hat schon erklärt: “Sie erlaubt es nicht nur unserem Segel- sondern auch dem Designteam, die Werkzeuge und Methodik für eine erfolgreiche America’s Cup Kampagne zu entwickeln.” Bei Luna Rossa kommt nun ein neuer Aspekt dazu. Die Italiener wollen die Serie zum Teambuilding nutzen.

Segeltrimm wieder wichtig

Auf einer TP52 sind 12 bis 13 Segler je nach Gewicht erlaubt, und 12 Mann werden auch auf den AC75 zum Einsatz kommen. Da kann es Sinn machen, dieses Boot zu nutzen, um eine funktionierende Crew zu entwickeln. Zumal nicht wie bei den AC50 Katamaranen eher artfremde Höchstleistungen entscheidend sind – Radfahren oder Armgrinden – sondern der klassische Segeltrimm wieder eine Rolle spielen soll.

Luna Rossa plant, von Februar bis Mai 2018 vor seinem Stützpunkt in Cagliari (Sardinien)  mit einer gebrauchten TP52 zu trainieren so lange sich das neue Schiff im Bau befindet. Während dieser Zeit sollen bis zu 30 italienische Segler ausprobiert werden. “Wir wollen eine neue Generation Hochleistungssegler entwickeln und das Luna Rossa Segelteam erweitern”, heißt es in einem Statement.

Am Steuer soll schließlich der beste italienische Segler stehen. Francesco Bruni ist wieder einmal die Schlüsselfigur bei den Italienern. Nach dem Scheitern der vergangenen Luna-Rossa-Kampagne arbeitete er für Artemis. Nun ist er wieder zurück. Ob auch die Neuseeländer wieder einsteigen?

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „52 SuperSeries:Luna Rossas Rückkehr – Warum die TP52 Sinn macht für den America’s Cup“

  1. avatar Manfred sagt:

    >>Der sportliche Wert war allerdings immer schwer einzuschätzen. Zwar wurde das beste Material von den besten Designern geordert, die sich im Umgang mit Box Rules wie beim America’s Cup auskennen (besonders Vrolijk und Botin), und viel Cup-Veteranen fanden ihr Auskommen und einen Spielplatz, aber meistens stehen die Eigner am Steuer. Das ist dann nicht das Setup, das bei einem nach reiner Leistung orientiertem Wettkampf entstehen würde.<<

    Kann es sein, dass die BuLi den Geist benebelt? Ich möchte den TP52 Eignern und ihren Taktikern/Trainern nicht die Leistung absprechen, wie das hier geschieht. Da sind einige dabei, die auch in OD Klassen gaaaanz weit vorne sind. Da gibt es nichts zu kritisieren.

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  2. avatar Lars sagt:

    Vielleicht sollte sich Herr Kemmling mal einen 52 SUPER SERIES Event vor Ort anschauen – dann wüßte er den “sportlichen Wert” auch besser einzuschätzen. Es handelt sich um Wettberwerb auf dem allerhöchsten Niveau und die 52 SUPER SERIES ist nach wie vor ein Tummelplatz für AC Sieger (wie z.B. Ed Baird), Olympiasieger (Jordi Calafat), VOR Sieger und viele andere Top-Profis. Und man kann Eignern wie z.B. Harm Müller-Spreer, Doug DeVos oder Niklas Zennström bestimmt nicht ihre seglerischen Fähigkeiten absprechen.

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