America’s Cup 2017: Fünf Herausforderer gemeldet – auch Frankreich ist dabei

Fünf gegen Oracle

Knapp zwei Wochen nach dem Meldeschluss für den 35. America’s Cup hat das AC Management fünf Herausforderer bestätigt. Neben Neuseeland, Italien, Schweden und England ist auch Frankreich dabei.

America's Cup

Sechs Skipper segeln um den America’s Cup Sieg. © ACEA

Das Team France galt bisher als Wackelkandidat, auch wenn sie beteuert hatten, beim nächsten Cup dabei sei zu wollen. Aber da inzwischen deutlich geworden ist, dass die Regatta für die Teilnehmer wohl wieder einmal teurer wird als zuvor versprochen, schienen die in der Vergangenheit meist unterfinanzierten  Franzosen um Franck Cammas, Olivier de Kersauson und Michel Desjoyeaux Schwierigkeiten zu bekommen.

Oracles Budget betrug 250 Millionen Euro

Laut Insider Bruno Troublé soll das Oracle Team USA  beim 34. America’s Cup 250 Millionen Euro für seine Verteidigung  investiert haben. Artemis Racing sei mit einem Budget von 160 Millionen Euro ausgestattet gewesen, das spät gestartete Luna Rossa Team hatte 100 Millionen zur Verfügung und das Emirates Team New Zealand kam mit 80 Millionen aus.

100 Millionen werden es auch diesmal wohl wieder werden für eine konkurrenzfähige Herausforderung. Dieses Budget hat jedenfalls Ben Ainslie als Zielvorgabe in den Raum gestellt. Der Brite zählt einige gut situierte Einzelpersonen zu seinen Unterstützern, aber ein Großteil des Geldes soll von Sponsoren kommen.

Dieses Unterfangen ist bei der aktuellen Situation des America’s Cups äußerst schwierig geworden, da der Austragungsort noch nicht bekannt ist. Der aktuelle Stand: Es solle “so früh wie möglich” zwischen San Diego und Bermuda entschieden werden. Es geht am Ende wohl darum, wer am meisten Geld auf den Tisch legt.

Potenzielle Sponsoren haben mit dem unbekannten Ort so ihre Probleme. Die Geschäftsinteressen können je nach Standort unterschiedlich attraktiv sein.  Ben Ainslie soll schon seinen Titelsponsor JP Morgan verloren haben. Ob das mit dem offenen Austragungsort zu tun hat, ist nicht bekannt.

Austragungsort nicht bekannt

Mit der Zahl von fünf offiziellen Herausforderern sollte feststehen, dass laut Protokoll auch das zweite America’s Cup Revier, auf dem mit den AC62 gesegelt wird, zum Tragen kommt. Auf dem eigentlichen Revier sollen nur vier Challenger das Halbfinale aussegeln.

Zuvor werden diese vier Teams bei einer Serie an einem anderen Ort ermittelt. Ein Syndikat fällt also raus. Dieser Passus im Protokoll schmeckte den Herausforderern bisher am wenigsten. Denn es entstehen ihnen zusätzliche Logistikkosten, wenn sie ihr Material verschiffen müssen. Ob sie die Kröte geschluckt haben? Vielleicht konnten die Herausforderer auch eine Änderung erwirken.

Es wird jedenfalls ohnehin erst auf den kleinen AC45 Katamaranen losgehen. Oracle wird dabei sein. Und die Sieger dieser World Series auf den Einheitsbooten sollen schließlich sogar einen Punkt in das AC-Finale mitnehmen. Es geht also schon früh um etwas. Offen ist noch, ob die AC45 zum Foilen umgebaut werden. Die Herausforderer würden das begrüßen, aber bisher gibt es wohl noch Schwierigkeiten, verlässliches Einheitsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Artemis will nächste AC Dekade dominieren

Fünf Herausforderer sind nicht so schlecht für diesen America’s Cup. Zumal die Qualität der Challenger auf einem sehr hohen Niveau liegen dürfte. So hört sich die Kampfansage Iain Percy (Artemis Racing) durchaus ernst gemeint an. “Wir wollen nicht nur diesen 35. America’s Cup gewinnen sondern diese Arena über die nächste Dekade dominieren. Aber auch Ben Ainslie will den Cup “dahin bringen, wo er hingehört”, also nach England.

Auf dem Papier mögen sich allein die Franzosen noch als schwächstes Team von den insgesamt sechs darstellen solange noch wenig über ihren Finanzierungsplan bekannt ist. Sie scheinen aber gewillt, durchaus ungewöhnliche Wege gehen zu wollen.

So heißt es, dass Juan Kouyoumdjian für das Designteam verpflichtet worden ist. Der Argentinier, dessen Konstruktionen dreimal das Volvo Ocean Race gewannen, war Chef Konstrukteur beim Artemis Team und trug die größte Verantwortung für den desaströsen Auftritt. Jetzt bekommt er offenbar die Chance zur Wiedergutmachung.

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Carsten Kemmling

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