America’s Cup: Ainslie zeigt die nächste AC45 Generation – Rad statt Pinne für mehr Kontrolle

Die neuen Turbo Foiler

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Ben Ainslie hat sein neues Spielzeug zu Wasser gelassen. Es kommt dem zukünftigen America’s Cupper schon sehr nahe. Wo die Entwicklungsschritte hinführen.

Das britische BAR Team um Ben Ainslie hat einen weiteren AC45 Katamaran zu Wasser gelassen  und zeigt sich damit auf Augenhöhe mit Oracle und Artemis. Während dieser Schritt vor dem vergangenen America’s Cup noch für große Aufmerksamkeit gesorgt hätte, muss man diesmal schon genau hinsehen, welche Bedeutung dem neuen Boot zukommt.

Für die Briten ist es schon der dritte AC45 Kat, der in ihrer Halle in Portsmouth lagert. Nummer eins ist der One Design Kat, mit dem die America’s Cup World Series gesegelt wird, Nummer zwei namens T1 war nur ein stark modifizierter AC45 Kat und T2 ist nun kompletter Neubau.

America's Cup Turbo

Der neue Turbo Foiler von BAR. © BAR Racing

Er unterscheidet sich von den Vorgängern durch die größere Breite, das in die Rümpfe eingebaute Cockpit, die darin befindlichen Grinder und die Radsteuerung. Außerdem ist der Bugspriet verkürzt und wird wohl nur noch für die Stabilität benötigt. Die großen Gennaker dürften , während der Segel-Flügel gleich geblieben ist. Die größten Veränderungen sind allerdings für Außenstehende unsichtbar.

Es geht insbesondere um die Flugkontrolle. Zwar werden bei den One Design AC45 die Flügel im Wasser auch schon über Hydraulik-Rammen per Knopfdruck kontrolliert, aber sie können nur hoch und runter oder vor und zurück justiert werden.

Von den Turbo Foilern wird deutlich mehr erwartet. Schließlich sollen sie konstant auch am Wind auf Tragflächen segeln, und vielleicht sogar durch die Wenden gleiten. Dafür wird die Hydraulik elektronisch gesteuert und die Foils können auch in verschiedenen Winkeln verdreht werden.

America's Cup Turbo

Oracles erster Turbo AC45 in Bermuda. © Oracle Racing

Die eigentlichen Cupper sollen schließlich 48 Fuß lang sein, also nur unwesentlich größer als die aktuellen Kats. Aber sie dürfen erst 150 Tage vor dem ersten offiziellen Cup-Rennen im Wasser sein (Ende 2016) um die teure Trainingszeit zu begrenzen.

Oracle beginnt schon mit dem Two-Boat-Testing

Deshalb testen die Teams die Technologie auf den kleineren Plattformen. Artemis segelt seinen Turbo AC45 schon seit Mai in Bermuda (Video) und Oracle hat gerade seinen zweiten Entwicklungskatamaran vom Stapel laufen lassen, und will bald mit Two-Boat-Tests beginnen.

Es wird erwartet, dass die neue Generation der Foiler Katamarane schneller ist als ihre 24 Fuß größeren Vorgänger in San Francisco 2013.

Am nächsten Wochenende aber werden die Teams erst einmal wieder auf den AC45 One Design Foilern segeln, auf denen die Crews hart ausreiten müssen. Die dritte Regatta der America’s Cup World Series findet erstmals auf dem neuen Cup Revier statt.

Dabei wird gezeigt, auf welchen Niveau sich die Teams seglerisch befinden. Die technische Entwicklung wird parallel fortgesetzt.

America's Cup Turbo

Artemis segelt schon seinMAi seinem Turbo Foiler in Bermuda. © Sander van der Borch

 

Outteridge erklärt den One Design AC45:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „America’s Cup: Ainslie zeigt die nächste AC45 Generation – Rad statt Pinne für mehr Kontrolle“

  1. avatar Doppeldecker sagt:

    Ich finde, dass der Film zu wenig Pathos hat 🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 1

  2. avatar Chris vom Südsee sagt:

    Weiß man schon etwas darüber, ob wieder bezahlt werden muss, um die Rennen sehen zu dürfen? Oder haben die geldgeilen Organisatoren endlich gemerkt, dass man so nur weniger anstatt mehr Zuschauer (=Einnahmen durch Werbung) generiert?

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