America’s Cup Alternative: Larry Ellison holt Sir Keith Mills ins Boot – 8 One-Design Foiler Kats

Comeback der Kat Cupper

Es mag für den einen wie die Reaktion eines trotzigen Kindes anmuten wenn Larry Ellison nach der America’s Cup Niederlage seinen eigenen Rennzirkus organisiert. Aber es steckt mehr dahinter.

AC45 Regatta vor begeisterten Zuschauern in England. So soll es wieder werden. © Ian Roman

Larry Ellison und Russel Coutts haben einen Großteil der Seglerschaft gegen sich aufgebracht, als sie den America’s Cup in ihre Foiling Show umwandelten. Das kostete viele angestammte Profis ihre Jobs. Aber es ist kaum zu verhehlen, dass sie wie versprochen ein spektakuläres Produkt kreiert haben, das ein anderes, helleres Licht auf den Segelsport warf. Der Sport hat neue Fans erreicht.

Auf dieser Basis hätte sich aufbauen lassen. Aber die Neuseeländer wollten nun einmal – auch durch den massiven Druck des durch Ellison schwer gekränkten Patrizio Bertelli – das Rad neu erfinden. Nun ist mit dem AC75 wieder eine neue Cup-Klasse aus dem Boden gestampft worden, und nur drei Herausforderer können sich ein Engagement im America’s Cup leisten.

Da scheint es ein logischer Schritt zu sein, das Bestehende zu wahren. Larry Ellison will jedenfalls einen eigenen Circuit mit den fliegenden AC50 Katamaranen auf die Beine stellen. Die Bemühungen sind schon längst publik geworden. Aber nun erscheinen sie noch handfester.

Larry Ellison als Finanzier

So berichtet der britische Sender Sky News, dass eine Firma unter der Leitung von Sir Keith Mills in die neue Segelliga eingebunden sein soll. Der Unternehmer, der die Kundenbindungsprogramme Air Miles und Nectar gegründet hat und die Bewerbung Londons für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 anführte, soll die Regatten organisieren, die in England stattfinden. Sky bestätigt Larry Ellison als Finanzier.

AC World Series. Reicht die Attraktion audh ohne Cup? © Ian Roman

Mills Origin Sports Group, mit der er von 2007 bis 2010 auch ein britisches America’s Cup Team um Ben Ainslie unterhielt, soll eine zentrale Rolle einnehmen bei den Bemühungen, eine Anhängerschaft in Großbritannien aufzubauen. Die neue Foiling-Liga soll im freien Fernsehen zu empfangen sein.

Die Rennserie soll 2019 starten und bisher wird Großbritannien, USA und Japan als Teilnehmer genannt. Auch Australien wird an der Startlinie erwartet, vermutlich geskippert von Tom Slingsby. Die Regatten sollen in fünf Ländern stattfinden und 2020 verdoppelt sich die Zahl auf zehn.

Segelsport fürs Fernsehen

Für den Veranstaltungsort an der Themse ist Anfang nächsten Monats eine Auftaktveranstaltung geplant. Sky erklärt, es sei Ellisons Ziel, einen überzeugenden und strukturierten Sportwettbewerb zu schaffen, der das internationale Fernsehpublikum anspricht.

Offizielle Kommentare gibt es von den Initiatoren noch nicht. Aber es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die neuseeländische Werft Core Builders Composites zurzeit acht identische AC50 baut, die bei der Regattaserie eingesetzt werden sollen. Dafür sollen mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt worden sein.

Besitzer der Anlage nördlich von Auckland in Warkworth ist Larry Ellison. Auch die existierenden  AC50 vom America’s Cup 2017 werden zu One-Designs umgebaut. Jedes Boot wird mit zwei Flügelsegeln ausgerüstet. Die Werft hat schon die Katamarane für das Oracle Team USA und Softbank Team Japan gebaut und weitere Komponente für alle Teams geliefert.

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Carsten Kemmling

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