America’s Cup Alternative: SailGP mit AC50 Kats – Oracle, Land Rover und Louis Vuitton

Die neue Elite-Liga

Larry Ellison und Russell Coutts haben in London offiziell Fakten zu den durchgesickerten Details ihres neuen SailGP vorgestellt. Sechs Teams sind gemeldet. Die modifizierten Foiler-Kats sollen 53 Knoten erreichen. Es geht um viel Geld.

In London ist mit dem SailGP eine vielversprechende neue Rennserie offiziell vorgestellt worden, die den Profi-Segelsport nachhaltig verändern kann.  Die globale Rennliga findet unabhängig vom America’s Cup statt, umfasst fünf Grand-Prix-Events an denen sechs Nationalmannschaften teilnehmen. Gesegelt wird mit identischen Flügel Katamaranen –  AC50 Foiler des vergangenen Cups, die zu einheitlichen Katamaranen modifiziert wurden. Die F50-Flotte besteht aus drei Umbauten von 2017 und drei Neubauten. 

Russell Coutts sagt, die neuen Boote seien noch schneller als zuvor. Und es geht wohl auch darum, den Speed der neuen Monohull-Foiler des America’s Cups zu übertreffen. Bei 20 Knoten Wind sollen sie 53 Knoten erreichen. Sie wären damit bei diesem Wind theoretisch sieben Knoten schneller als die Vorgänger. Dieser Leistungssprung soll möglich sein, obwohl nur fünf statt sechs Segler an Bord sind. Vermutlich wird die Steigerung durch besser trimmbare Segmente der Flügelsegel und durch den Einsatz externer Energiequellen erreicht. Jedenfalls sind nur noch zwei Grinder an Bord.

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Die alten AC50 Cupper von Bermuda bekommen ein neues Leben als F50 geschenkt. © SailGP

Unter der Leitung von Larry Ellison und Sir Russell Coutts wird der SailGP in der ersten Saison in Sydney, San Francisco, New York, Cowes und Marseille ausgesegelt. Das Sieger-Team erhält einen Preis von 1 Millionen Dollar.

Wettkämpfe zwischen Nationalmannschaften

Die erste Saison des SailGP beginnt im Februar 2019. Teams aus sechs Ländern gehen an den Start: Australien, China, Frankreich, Großbritannien, Japan, USA. “SailGP ist die Evolution des Segelns”, sagt Larry Ellison. “Wir erwarten mit unserer One-Design-Flotte spannende Wettkämpfe zwischen Nationalmannschaften. Und mit dem modernen, einheitlichen Format wird der SailGP ein neues Spielfeld für die besten Segler bieten, die für ihre Länder antreten wollen.”

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Larry Ellison hat nach der America’s Cup Niederlage dem Segelsport längst nicht abgeschworen. © Oracle

Russell Coutts, der CEO von SailGP, sagt: “Die Veranstaltung destilliert alle erfolgreichen, aufregenden und relevanten Elemente des professionellen Hochleistungsrennsports und bietet die zusätzliche Attraktion, die ein Wettbewerb zwischen Nationen mit sich bringt. Wir wollen Vorreiter bei neuen Technologien, Bootsdesign, kommerziellen Partnerschaften und globalem Publikumsverhalten sein. Dabei stellt der Wettkampf mit den einheitlichen F50-Katamaranen nun kein technisches Wettrüsten mehr dar. Er ist der ultimative Test, um das beste Segelteam zu ermitteln.”

Die von World Sailing wohlwollend begleiteten Grand-Prix-Regatten umfassen je zwei Wettbewerbstage mit fünf Flottenrennen, die in einem letzten Matchrace zwischen den beiden führenden Teams gipfeln. Nach dem Start des SailGP in Sydney im Februar (15.-16. Februar) folgen  San Francisco im Mai (4.-5. Mai), New York im Juni (21.-22. Juni) und Cowes im August (10.-11. August). Im September (20.-22. September) startet das Finale in Marseille. Es kulminiert in einem mit 1 Millonen Dollar dotierten The Winner-takes-all-Matchrace zwischen den beiden besten Teams der Saison.

Millionen Menschen begeistern

“World Sailing ist begeistert, mit SailGP zusammenzuarbeiten, um eine neue, aufregende und fanfreundliche Elite-Liga ins Leben zu rufen”, sagt World Sailing CEO Andy Hunt. “SailGP ist ein ehrgeiziges Projekt, das von einem unglaublich zukunftsorientierten Führungsteam geleitet wird. Wir freuen uns über das Engagement von SailGP. Die Innovationen treiben den Sport voran. Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit wollen wir Millionen weiterer Menschen dazu anregen, sich vom Segelsport begeistern zu lassen.”

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Russell Coutts dreht wieder am großen Rad. © SailGP

Ellison und Coutts wollen maßgeblich die kommerzielle Entwicklung des Wettbewerbssegels vorantreiben. Ellison steht für die Anschub-Finanzierung, aber langfristig ist ein sich selbst tragendes Franchise-Modell angestrebt. Schon jetzt sind Louis Vuitton, Oracle und Land Rover als Gründungspartner beim SailGP dabei.

Bei der Bekanntgabe des SailGP wurde der Öffentlichkeit schon das britische Team vorgestellt. Die Führung soll Dylan Fletcher, 49er-Weltmeister 2017 und aktueller Weltranglisten-Erster mit Stuart Bithell, übernehmen. Wing Trimmer ist der ehemalige 49er-Olympia-Dritte Chris Draper, der diese Position in Bermuda für das Softbank Team Japan bekleidete. Als Grinder wurden Ruder-Olympiasieger Matt Gotrel verpflichtet und Extreme Sailing Series Sieger Richard Mason.

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So sieht nas britische Team aus. Zwei große Grinder, zwei 49er Segler und der erfahrene Wing Trimmer Chris Draper (2.v.l.) © SailGP

“Das Konzept von SailGP hat mich sofort begeistert”, sagte der britische Steuermann Dylan Fletcher. “Diese Liga erlaubt es uns, mit und gegen die Besten zu konkurrieren und uns in jeder Hinsicht mit den schnellsten Katamaranen der Welt zu messen. Wir haben die Möglichkeit, die Grenzen unseres Sports zu überschreiten, und das ist ein sehr stolzes Kapitel in meiner Karriere. Was Larry und Russell geschaffen haben, ist wirklich einzigartig, und ich bin zuversichtlich, dass es die Aufmerksamkeit des Publikums auf der ganzen Welt erregen wird.”

Coutts sagt, dass ein SailGP-Team etwa 5 Millionen Dollar pro Saison kosten soll. Ziel ist es, die Rennställe langfristig zusammen zu halten.

Website SailGP

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Carsten Kemmling

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