America’s Cup Dalton Update: Auckland unwahrscheinlich – Gespräch mit privatem Investor

"Nicht auf eine Niederlage vorbereiten"

Team New Zealand CEO Grant Dalton erklärt, wo der nächste 37. America’s Cup stattfinden könnte. Er bestätigt Gespräche mit einem Investor. Die Liste ist auf drei Austragungsorte verkleinert worden.

Luna Rossa und Team New Zealand beim Finale des 26. America’s Cup vor Auckland. © ACE / Studio Borlenghi

In einem Monat will das Team New Zealand den Austragungsort des 37. America’s Cup bekanntgegeben. In der Gerüchteküche brodelt es. Deshalb sieht sich Grant Dalton offenbar gezwungen ein wenig Struktur in die Diskussion zu bringen, die insbesondere in Neuseeland den Ruf der Cup-Sieger zu schädigen droht.

In einem Update zum Stand der Verhandlungen erklärt der Team-New-Zealand-Chef, dass es immer noch eine kleine Chance gibt, die Regatta 2024 in Auckland abzuhalten. Viele Neuseeländer hatten darauf gehofft. Umso mehr, weil vor einigen Wochen in einheimischen Medien von einem privaten Investor zu lesen war, der ein Angebot gemacht haben soll.

Team New Zealand beim Auslaufen in Auckland. Die Zuschauer jubeln dem Heimteam zu. © ACE | Studio Borlenghi

Auf diese Entwicklung geht Dalton in seinem Statement ein. Es habe ein Gespräch aber kein Angebot gegeben. Offenbar habe es sich eher um ein komplexes Steuersparprogramm gehandelt, wie es von Investmentbanken strukturiert werde. Daran sei man nicht interessiert.

Hoffnung nicht aufgegeben

Allerdings habe der Dialog-Partner seine Zuversicht geäußert, dass die Regierung ihr Angebot erhöhe. Zuvor standen umgerechnet 59 Millionen Euro im Raum, die Dalton aber als zu gering ablehnte. Offenbar glaubt er nicht an ein höheres Investment. “Wir haben bereits gesagt, wir davon ausgehen, dass das Angebot der Regierung und des Stadtrates endgültig ist. Und wir akzeptieren das. ” Aber er sagt auch: “Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es noch eine (wenn auch geringe) Chance gibt, eine erfolgreiche Verteidigung in Neuseeland abzuhalten.”

Wird es einmal wieder so kommen? Zuschauermassen beim America’s Cup Public Viewing in Auckland. © COR 36 | Studio Borlenghi

Im Rahmen der laufenden Verhandlungen habe das Team New Zealand vor einigen Wochen der Regierung den Entwurf eines Host Venue Agreement (HVA) vorgelegt und warte nun auf eine Rückmeldung.” Die Beschaffung der Finanzen für die Veranstaltung sei von entscheidender Bedeutung, aber ebenso die vertraglichen Aspekte der Annahme und Weiterleitung des Geldes.

Derweil seien die Verhandlungen mit potenziellen Bewerbern in Übersee weiter fortgeschritten. Es habe viele Angebote gegeben. Laut dem Irish Examiner soll das irische Cork darunter sein aber auch Cowes und Austragungsorte in China, Saudi-Arabien, Valencia und Dubai. Dalton bestätigt das nicht sagt aber, dass die Liste auf drei mögliche Kandidaten verkürzt wurde. Auch deren Identität gibt er nicht preis.

Irritiert äußert sich der Teamchef zu Kommentatoren im eigenen Land, die eine ehrenhafte Niederlage in Neuseeland für besser halten sei als einen Sieg in Übersee. Die Segler sollten also lieber auf Geld verzichten, das durch die Ausschreibung in die Kriegskasse fließt und dafür den Cup vor Auckland segeln. “Ich finde es erstaunlich, dass jemand von einem Team wie dem unseren erwartet, dass es sich auf eine Niederlage vorbereiten könnte.”

In der Zwischenzeit werde zusammen mit dem Challenger of Record INEOS Team UK zügig an der Ausarbeitung des Protokolls gearbeitet, das als Grundlage für potenzielle Herausforderer dienen soll. “Wir können ein innovatives Protokoll versprechen, das sich mit der Vielfalt im Sport, der Nachhaltigkeit, der Jugend und der Kostenkontrolle befasst, um die Teilnehmerzahlen zu erhöhen – aber das ist ein anderes Thema.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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