America’s Cup: Das Feld der Herausforderer – Wer es noch schaffen kann

Kampf um die Kanne

Zum Meldeschluss des nächsten America’s Cups haben sich acht neue Herausforderer registrieren lassen. Neben Malta könnte ein zweites US-Team dabei sein. Und wer noch?

Es war eine große Überraschung, als die Neuseeländer am Ende der abgelaufenen Meldefrist für den 36. America’s Cup erklärten, dass sich zu den bekannten drei Herausforderern acht weitere Interessenten gemeldet hätten. Schließlich ist längst klar, dass es keine Billig-Veranstaltung wird. Kostenreduktion spielte beim Erstellen des neuen Protokolls keine übergeordnete Rolle bis auf die Festlegung einiger Onedesign-Teile wie Rigg und Foiler-Arm.

America's Cup

ETNZ präsentiert die Kanne am Lake Whakatipu. © Emirates Team New Zealand

Aber die drei ersten Herausforderer können durch finanzkräftige Investoren das Geld mit vollen Händen ausgeben – und sie tun es auch. Allein Ben Ainslie will mit seinem INEOS Team UK insgesamt umgerechnet 126 Millionen Euro in das Projekt stecken.

Das sollte eigentlich potenzielle weitere Syndikate abschrecken, zumal das New York Yacht-Club-Syndikat wie auch Luna Rossa ähnlich potent aufgestellt sind. Tut es aber offenbar nicht, wenn man die jüngste Anmelde-Quote nicht als PR-Ente interpretiert.

USA 21 nach Malta

Schließlich ist aus dem Malta Team um den ex Artemis Skipper Iain Percy schon eine reale Anmeldung geworden. Und die zweite scheint auch Konturen anzunehmen. Der New Zealand Herald berichtet, dass es sich dabei um USA 21 handeln soll, die Initiative von Multi-Match-Race-Weltmeister Taylor Cnfield, der sich schon im Mai aus der Deckung wagte. Herausforderer wäre der Long Beach Yacht Club.

INEOS Team UK

Das INEOS Team UK mit seinem kleinen Testboot, das einmal auf 75 Fuß aufgepumpt werden soll. © Harry KH / INEOS Team UK

Damals hieß es von Canfields Partner: “Die Planung ist schon weit fortgeschritten, aber wir benötigen noch einen oder zwei weiterer Partner”. Eine achtstellige Summe von privaten Förderern stelle die Basis dar. Man wolle nicht zu viel versprechen und dann die Erwartungen nicht erfüllen. “Aber wir werden keine offizielle Herausforderung abgeben, wenn wir nicht glauben, dass wir die Ziellinie zu 100 Prozent erreichen und respektabel abschneiden.”

Möglicherweise ist das Geld nun beisammen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass zu diesem späten Zeitpunkt noch die angestrebte Zweiboot-Kampagne realisiert werden kann. Das Malta-Syndikat hat schon bekannt gegeben, dass es angesichts der fortgeschrittenen Zeit nur ein Boot bauen werde. Damit ist es ebenso unwahrscheinlich, dass die Spätstarter im Oktober 2019 an der eigentlich laut Protokoll zwingend vorgeschriebenen America’s Cup World Series in Cagliari teilnehmen.

Noch mehr Italiener

Weitere Initiativen sollen aus China, Japan, Italien und Norwegen kommen. Selbst die Niederländer haben kürzlich ihren Hut in den Ring geworfen. Insider halten das dritte italienische Konsortium, das sich in der Nähe von Genua operieren soll, für den realsten weiteren Teilnehmer. Allerdings wird auch über einen gemeinsamen Auftritt von China und Japan spekuliert. Die Cup-Veranstalter werden einem solchen Bestreben gegenüber sehr offen eingestellt sein. Ein Zugang zum asiatischen Markt ist äußerst attraktiv.

Die acht neuen Interessenten kommen für den Cup-Verteidiger nicht überraschend. In Neuseeland wird berichtet, dass seit einem halben Jahr zumindest sechs Konsortien zusammen mit der Royal New Zealand Yacht Squadron an der Realisierung einer Teilnahme arbeiten.

Mehr als die ersten drei starken Herausforderer wären sicher gut für die Veranstaltung. Denn die Kritik an den Neuseeländern ist lauter geworden Druck wegen des bisher ausbleibenden Interesses. Wenn schließlich fünf Teams starten, wären das genauso viele wie auf den Bermudas. Und damit konnte man eigentlich nicht rechnen. Als 2013 mit dem AC72 eine neue Bootsklasse ausgerufen wurde trat schließlich nur Artemis, Luna Rossa und das Team New Zealand beim Louis Vuitton Cup an. 

Dabei waren es 2011 noch sieben Teams, die in Cascais bei der ersten World Series auf den neuen AC45 -Katamaranen an den Start gingen und die “Revolution im Segelsport” starteten. Greencom (ESP), Aleph (FRA), Energy Team (FRA), Team Korea and China Team stiegen wieder aus. Luna Rossa kam später dazu.  Es wird sich zeigen, wer diesmal bis zum Ende durchhält.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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