America’s Cup: Die Flugshow von American Magic – Umzug der Konkurrenten

Raserei aus der Vogelperspektive

Das America’s Cup Team des New York Yacht Club dreht nun schon seit einigen Wochen vor Auckland seine Runden. Per Drohnen-Video sind die mühelosen Foil-Wenden zu beobachten.

Tagaus tagein drehen die Amerikaner vor Auckland ihre Runden. Wie gut sie ihr Schiff inzwischen beherrschen zeigt das Drohnen-Video. Bei den Foiling-Wenden ist kaum ein Fahrtverlust zu erkennen. Auf diese Weise scheinen die AC75 durchaus in der Lage zu sein, im Rennen auf Winddrehungen reagieren zu können.

“Zufallsbegegnung” nennen die Amerikaner das Aufeinandertreffen mit dem Titelverteidiger. Gemeinsam segeln ist nicht erlaubt. © American Magic / Will Ricketson

Wenn der Speedverlust bei einer Wende im Vergleich zur Endgeschwindigkeit nicht zu groß bleibt, ist das eine der wichtigsten Eigenschaften von Segelbooten in Bezug auf mögliche spannende Regatten.

Wie interessant der 36. America’s Cup dann allerdings wirklich wird, hängt von der Speeddifferenz der vier Teams ab. Ein allzugroßes Defizit kann nicht durch eine gute Wende ausgeglichen werden.

American Magic im Speed Rausch. © American Magic / Will Ricketson

Deshalb wird sich erst mit dem jeweils zweiten Design der Teams zeigen, ob sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Amerikaner und Briten hatten vor der Konstruktion ihrer aktuellen Trainingsboote einen zeitlichen Rückstand zum Verteidiger Neuseeland und Challlenger of Record Luna Rossa. Die haben die Regeln entwickelt und konnten einige Monate früher Design-Optionen durch die Rechner jagen. Entsprechend unterschiedlich sehen die Boote aus.

Nun muss sich aber zeigen, ob die Herausforderer aus England und USA den Rückstand aufgeholt haben. American Magic hat sein neues Schiff schon aus Newport/Rhode Island nach Auckland einfliegen lassen und bereitet seinen Einsatz vor.

Auch die Briten sind busy und packen ihre Sachen. Das Schiff ist auf dem Weg nach Auckland. Anfang Oktober will Ben Ainslie dort mit dem Training beginnen. Das neue Schiff soll ebenfalls per Antonov nach Neuseeland fliegen

Und auch Luna Rossa wird seinen Neubau per Flugzeug dem Trainingsboot hinterher schicken, das schon per Frachter auf dem Weg ist.

Die Italiener haben intensiv vor Sardinien gesegelt, ihre Zelte aber auch längst abgebrochen. Das Team versucht sich mit seinen Familien auf Neuseeland einzurichten, wird aber nicht als Ganzes ins Land gelassen. Nach und nach werden die Italiener in Auckland erwartet. An eine geregelte Trainingsarbeit ist noch nicht zu denken.

Das Emirates Team New Zealand hat es zurzeit leichter, da es intensiv auf seinem Heimatrevier segeln kann. Aber die Kiwis müssen auch viel Wasserzeit nachholen, da sie ihren AC75 lange Zeit nicht segeln konnten. Erst war er per Frachter unterwegs nach Europa, dann fielen dort coronabedingt die geplanten Regatten aus und es dauerte Monate, bis sie das Training vor Auckland wieder aufnehmen konnten. Bald wird sich zeigen, welches Team die ungewöhnlichen Herausforderungen in der Vorbereitung am besten gemeistert hat.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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