Meinung America’s Cup: Große Krise – Wie es so weit kommen konnte – 20 Mio für die Tonne

"Vulgäre Strandveranstaltung"

Es ist wieder einmal unglaublich, was da gerade beim America’s Cup passiert. Fast scheint es, als hätten die Organisatoren Angst, einen Ruf zu verlieren. Es mag ihnen zu nett, zu freundlich und zu fair zugegangen sein. Beim Cup sollte man schließlich fies, eklig und böse sein. Das ist die Marke, die es zu verkaufen gilt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

8 Kommentare zu „America’s Cup: Große Krise – Wie es so weit kommen konnte – 20 Mio für die Tonne“

  1. avatar Uli sagt:

    One design ist nicht der richtige Weg für den Cup das ist meine Meinung!

    Um sich rein seglerisch gegenseitig zu messen gibt es die Olympischen Klassen und zahlreiche andere One Design Klassen zu genüge. Sollte der Cup zur One Design show werden wird er auf kurz oder lang genau so bedeutungslos werden, wie all die andren One Design Klasse. Bei Cup ging seither immer schon neben starker seglerischen Leistung um Technologie und Ingenieurskunst. Und genau eben das hat den Cup so besonders gemacht. Bis vor kurzem wusste der Verteidiger bis zum Finale nicht mal wie schnell er eigentlich im Verhältnis zu den Herausforderer ist. Aber wenn der Verteidiger jetzt auch all die Vorregatten mit segelt, ist selbst diese Spannung dahin. One Design ist zwar kosten technisch effizient, killed aber auch jede Weiterentwicklung und know how Transfer auf die restliche Segelwelt. Wenn der Cup schon damals One design gewesen wäre würden wir vielleicht immer noch mit Langkielern durch die Gegend fahren…… nur mal so my common sense dazu.

    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      da hast du etwas falsch verstanden. oder ich habe mich falsch ausgdrückt. eine reine one design regatta als AC halte ich auch für eher schwierig. es geht mir nur um die verschiebung der prioritäten. der weg one design elemente zuzulassen, wie es wohl beabsichtigt ist, mag der richtige sein. man muss am ende einfach genügend teams auf augenhöhe haben, damit es spannend wird. und das funktioniert bei einer neuen klasse nur, wenn man die material etwicklung auf bestimmte bereiche reglementiert.
      ich bin nur dafür, dass die qualität der segler eine wichtige rolle für den sieg spielt. dass die besten der welt ein funktionierende spielfeld bekommen. ich denke, dass man den design-spielraum extrem reglementieren muss, damit nicht automatisch immer das reichste team gewinnt. meinetwegen muss eine solche regatta nicht unbedingt america’s cup heißen. auf die historie kann ich auch verzichten. aber die zugkraft dieses namens muss man wohl ausnutzen.
      2007 hatte man schon sehr ähnliche yachten, weil die formel für die IACC yachten nach 15 jahren annähernd ausgereizt war. da gab es viele teams und spannende rennen. aber 15 jahre mag nun niemand warten.
      eigentlich schien es, dass oracle diese situation genau so erkannt hat. dass sie eine kommerziell funktionierende veranstaltung auf die beine stellen wollten und dafür ein hohes risiko eingehen würden, nicht allein mit dem höheren budget gewinnen zu können. aber so wie sie das ding jetzt gegen die wand gefahren und die italiener vergrault haben, mag man doch wieder sehr an den wahren zielen zweifeln.

  2. avatar Sportgeist sagt:

    Stellt Dir mal vor, es ist Regatta und keiner (der ein ernsthafter Gegner für Oracle wäre) geht hin.

  3. avatar Alex sagt:

    treffender kann man es nicht sagen:

    “… und setzt dabei aufs Spiel, was den Cup in seiner 164-jährigen Geschichte so erfolgreich sein ließ: die Einzigartigkeit.”

    (Quelle Yacht online)

  4. avatar exl@gmx.de sagt:

    Carsten, Du sagst es doch im Prinzip selber:
    “[..]Professionelle Circuits wie die Extreme Sailing Series, oder die World Match Racing Tour sind nicht stabil genug [..]. Dieses Potenzial hat nur der America’s Cup. [..]”

    Die Frage ist doch, warum die genannten, professionellen Circuits, immerhin durchaus dem Modell der Einheitsklassen folgend, nicht stabil genug sind – und warum der America’s Cup als letzte verbliebene Veranstaltung hier eine Ausnahme bildet.
    Möglicherweise liegt die Antwort eben genau im bisherigen Alleinstellungsmerkmal des Cup, nämlich des elitären, geldverprassenden, überteuerten, egomanischen Konstrukteurswettbewerbs der Milliardäre.

    Ob, oder besser: wie lange der America’s Cup als professioneller Einheitsklassen-Circuit von seinem Namen zehren und dadurch als ‘stabile Basis’ weiterexistieren kann, bleibt abzuwarten.
    Immerhin ist die gesamte Konstruktion, die aus der deed of gift folgt, nicht auf einen kontinuierichen Rennzirkus ausgelegt, sondern muss jeweils zwischen zwei Parteien neu festgelegt werden.
    Dafür gibt es allerdings deutlich sinnvollere Konstruktionen, siehe GC32 oder Extreme Sailing Series.
    Ich sehe an der Stelle keinen wirklichen Mehrwert für noch eine Katamaranserie in der Bootsgrössenkategorie, foiling oder nicht – auch, wenn America’s Cup draufsteht.

  5. avatar Mirko sagt:

    Ehrlich gesagt finde ich das aktuell Volvo Ocean Race auch nicht spannender als frühere. Zwar liegt das Feld extrem eng beieinander, aber für mich gehörte bei diesem Rennen immer das Abenteur Natur-Technik-Mensch dazu – inkl. Bootsdesign. Jetzt denke ich manchmal, die fahren Dreiecke oder Match Races, aber halt mit 200 Runden.
    Kurz: One-Design ist ein Wettkampf mit einer Dimension weniger und wird nie Königsdisziplin sein.

  6. avatar Paul sagt:

    Also erstmal kann hier niemand von einem spannenden VolvoOceanRace sprechen. Die Boote sind gleich schnell und sehen sich auf dem AIS, sodass der der zu erst zuckt verliert bzw. doch die Teams, die sich noch zusätzliche ShoreCrew leisten können, einfach besser gepflegtes Material haben.

    Und sollte der America’s Cup zu einer noch mehr verkommenen OneDesign-Geschichte werden, können wir uns bald nur noch an die gute alte Zeit erinnern, in der es Mal einen America’s Cup gab.
    Durch die Einführung von einheitlichen Teilen wird jeglicher Technologietransfer sowie durch die Verringerung der Crewstärke imme weniger Segler eine Chance haben am Cup teilzunehmen.

    Ist dass das Ziel? Ich glaube nicht. Erinnert man sich an die großartigen Zeiten von Alinghi, wo hunderte Segler und Ingenieure an der Weiterentwicklung des Segelsports gearbeitet haben. Sie waren der Motor für neuartige Segel oder modernste Technik.

  7. avatar Chris vom Südsee sagt:

    Entscheidend ist das richtige Formulieren der Box-Rule. Man siehe die Moth, die Class Rules haben sich über die Jahrzehnte nur unwesentlich verändert (Segelfäche, max. Länge/Breite, einrümpfer, …) und es ist seit Jahren das innovativste Einmannboot der Welt.

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