America’s Cup: Hatte Oracle Team USA einen Speed Booster montiert?

Technik aus der Luftfahrt

Ein Tag nach dem unglaublichen America’s Cup Comeback vom Oracle Racing Team USA rätselt die Segel-Community immer noch über den geheimnisvollen Leistungsfortschritt, den das US-Team an den letzten Renntagen gemacht hat.

Beobachter hatten von Larry Ellison nach dem Sieg tiefere Einblicke zu seiner Geheimwaffe erwartet. Aber der Oracle Boss zeigte sich bei der Pressekonferenz zu diesem Thema erstaunlich wortkarg. „Da muss ich wohl erst Russel fragen“, war seine Antwort. Und „das müsst ihr bis zum nächsten Cup herausfinden“.

Steuermann James Spithill versuchte das Wunder durch das Zusammenfügen vieler kleiner Einzelmaßnahmen zu erklären. Man habe gelernt, das Boot besser zu segeln. So habe gerade Coutts immer gesagt, er solle das Boot an der Kreuz tiefer fahren, um erst auf die Tragflächen zu kommen und dann die nötige Höhe am Wind zu erreichen.

Ist das Geheimnis wirklich so banal zu erklären? Das Two Boat Testing im Vorfeld der Regatta hätte gerade Oracle in die Lage versetzten sollen, die verschiedenen Modes auszutesten.

Tatsächlich deutet viel darauf hin, dass die plötzlichen Fortschritte beim stabilen Foilen einen technischen Hintergrund haben. Auf der australischen Segelwebsite sail-world.com wird spekuliert, dass die Ingenieure ein automatisches System aus der Luftfahrt zur Einstellung der Tragflächen installiert haben. Es sei an Bord gekommen, als Oracle die Möglichkeit nutze, ein Rennen auszusetzen.

Dabei soll es sich um eine Technik handeln, die in der Luftfahrt eingesetzt wird, um Flugzeuge zu stabilisieren, wenn sie durch unkontrollierte Strömungsabrisse in Gefahr geraten abzustürzen.

Die Neuseeländer hätten vor der Regatta eine Anfrage in dieser Richtung an die Internationale Jury gestellt, seien aber abgewiesen worden. Auch die Vermesser, die während der Regatta permanent die Boote überprüft haben, waren offenbar von der Legalität überzeugt. Das heißt, die vermutete Computer-Technologie wird nach wie vor durch die Muskelkraft der Grinder in Gang gesetzt.

Die Neuseeländer brauchten viel Trainingszeit um einigermaßen stabil auf Tragflächen zu segeln. Oracle scheint in kürzester Zeit ein neues Niveau erreicht zu haben. Das soll sie auch in die Lage versetzt haben, neue effektivere Tragflächen einzusetzen, die durch ein manuelles System schwer kontrollierbar gewesen seien.

Bei sail-world.com wird vermutet, dass diese Foils einen größeren Widerstand haben, wenn sie nicht im Foil Modus eingesetzt sind. Das soll zu dem großen Rückstand während der Flauten Regatta geführt haben. Bei starkem Wind hat es allerdings offenbar dann den Unterschied ausgemacht.

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Carsten Kemmling

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68 Kommentare zu „America’s Cup: Hatte Oracle Team USA einen Speed Booster montiert?“

  1. avatar Schnellschuss sagt:

    Hmm, ich dachte, die Foils durften nur durch Menschenhand gesteuert werden. Also Technik die selbst die Foils Einstellungen vornimmt, wie bei der Motte mit dem Fühler, waren doch verboten. Wird da mit zweierlei Maß von der Jury gemessen? Das wäre ein Hammer. Ich hoffe, da kommt Licht ins Dunkel.

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  2. avatar Michael sagt:

    Danke für den informativen Beitrag. Und derartiges war ja zu erwarten, zuviel grübeln insbesondere die Neuseeländer über die möglichen Ursachen für die erlittene Schmach.

    Aber wir hatten hier auch schon sehr früh überlegt, ob der Leistungszuwachs von heut’ auf morgen mit rechten Dingen zuging. Keine taktischen Fehler mehr zu machen, ein besserers Teamzusammenspiel zu haben und annähernd perfekte Manöver zu fahren ist der Lernkurve des Teams und Ben Ainslie zu verdanken. Dass das Boot aber solch einen Speedzuwachs erfuhr war schon ab Anbeginn sehr fragwürdig.

    Ich denke, Team USA wird um schlüssige Details wohl lange nicht mehr herumkommen.

    Micha

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  3. avatar Hannes sagt:

    Zu nem AC gehört auch ein anständiger und langwieriger Rechtsstreit. Das hat sozusagen ja schon Tradition. Is nur schade dass die Kiwis sich den nicht leisten können.
    Da bekommt der Oracle Sieg nen echt faden Beigeschmack.
    Ich bin gespannt was da noch so alles ans Licht kommt.

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  4. avatar Drahtzieher sagt:

    Damit dürfte dann wohl langsam mal Schluss sein mit dem VT Bashing hier. Wer tatsächlich geglaubt hat, dass LE nicht alles erdenkliche nutzen und notfalls am Rande (egal ob am inneren oder äusseren Rand) der Legalität operieren würde, war und ist naiv.

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  5. avatar Link sagt:

    http://www.sail-world.com/index.cfm?nid=115070

    hier ist der Link zu der erwähnten Seite aus Australien.

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  6. avatar Alex sagt:

    Möglicherweise habe ich einen anderen Bericht auf dem Bildschirm.

    Bei mir steht, so verstehe ich es, ETNZ hat einen Vermessungsprotest eingereicht hat, der abwiesen wurde und dass die Vermesser, die die Boote täglich untersuchten, hatten nichts zu beanstanden.

    Demnach hat sich ORACEL dieses Mal wohl an die Regeln gehalten und einfach das Bessere Technikpacket auf`s Wasser gebracht.

    Auch wenn es einigen schwer fällt und man Andere gerne als Sieger gesehen hätte, in der Regel gewinnt eben der, wo das beste Gesamtpacket an den Start bringt und nicht der wo am sympathischsten ist.

    Aber man sieht es ja auch in der F1. Vettel wird ja mittlerweile auch ausgepfiffen und die sind ja nicht einmal unsympathisch.

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    • avatar Alex sagt:

      Wobei ich bei ORACLE nicht das Team sondern nur den Chef mit seinen Aktionen ausgesprochen unsympathisch finde.

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      • avatar Stefan sagt:

        …welcher “Chef”, welche Aktionen?

        Chef von OR ist Russell Coutts.

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    • avatar Tom Sailor sagt:

      Die Abweisung des Protestes erfolgte am 06. Sep. Der Flugmodus von Oracle begann erst danach.

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    • avatar Segler sagt:

      Bereits in einem anderen Zusammenhang wurde bei SR über diese “Proteste” diskutiert. Mann kann alles auf dem Noticeboard vom AC nachlesen.

      Nach meinem Verständnis gab es keinen Protest. Vielmehr anonyme Anfragen, ob ein bestimmtes System regelkonform ist. Dabei muss, sofern die Anfragen von ETNZ kamen, sich die Frage auf die Kenntnis von ETNZ beschränken. Ich gehe mal stark davon aus, dass die das System nicht vollständig kennen. Dies Anfragen wurde über wiegend so beantwortet, dass das System wohl i.O. ist.

      Ob das für das tatsächlich genutzte System auch gilt?

      Mit nem Rechtsstreit bekommen wenigstens alle Interessenten genug Zeit aufzuholen 🙂

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      • avatar Stefan sagt:

        Da es in aller Einvernehmen beschlossene Regeln für den AC.34 gab, wird es keinen “Rechtsstreit”, außer vielleicht vor max. einem internationalem Sportgericht geben.

        …alles was es in der Vergangenheit an “Gerichtsstreitigkeiten” gegeben hat, ist deshalb vor dem Gericht in NYC gelandet, weil es keine vereinbarten Regeln zwischen den Parteien gab. Dann gilt allein die DoG und die schreibt das Gericht in NYC als Schiedsstelle vor.

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  7. avatar Skiffy sagt:

    Danke an das Segelreporter-Team, dass Ihr dieses Thema aufgreift.

    Wenn der Artikel von Sail-World korrekt ist, dann hat Oracle den AC nicht durch seglerisches Können, sondern allein durch eine geschickte bzw. aggressive Auslegung der Regeln gewonnen.

    Das sie hiermit am besten fahren, haben sie in der Vergangenheit ja schon gelernt. Wahnsinnig sympathisches Team!!

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  8. avatar Einer, der den gelinkten Artikel tatsächlich gelesen hat sagt:

    Die eingesetzte Technik der Luftfahrt (SAS) ist ein kleiner Computer, der Bewegungen des Bootes misst und die Foils danach einstellt. ETNZ hat einen Protest dazu eingereicht, auserhalb irgendwelcher Fristen (Hallo Time-Limit). Die Vermesser haben die Boote aber regelmäßig untersucht und alles für legal befunden, weshalb der Protest auch abgewiesen wurde mit dem Kommentar: “Hätte eh nichts gebracht.”
    Jetzt ist es eh zu spät für einen Protest, deswegen werden wir von Oracle auch nichts mehr dazu hören.

    Der Streitpunkt und fader Beigeschmack entsteht, weil das SAS automatisch arbeitet. Das ist in den Regeln eigentlich verboten. Da die “Power” mit der die Foils tatsächlich verstellt ja aber aus der Hydraulik und damit von den Grindern kommt, hat die Jury das aber als legal eingestuft.
    Als Vergleich wurde das Deed of Gift Match angeführt, wo BMW Oracle einen Computer an Bord hatte, der die ideale und die aktuelle Wingposition angezeigt hat. Die Grinder haben die aktuelle Posititon dann manuell entsprechend anpassen können. Hier ist die Automatik klar nichtmehr vorhanden und die Frage nach der Legalität nicht mehr zu stellen.

    Abschluss: Foilen war eigenlich nicht vorgesehen (Danke ETNZ, dass es doch anders kam!). ETNZ hat eine Lücke in den Regeln gefunden und umgesetzt. Oracle hat anscheinend eine weitere Regellücke gefunden und “zurückgeschlagen”. Wenn ETNZ wirklich eine Chance auf einen erfolgreicheren Protest gesehen hätte, dann wären sie wohl offensiver vorgegangen.

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Schon X mal diskutiert. Foilen WAR vorgesehen, LR hat aber verhindert, daß die Fols an den Rudern zur Justage verwendet werden können.

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      • avatar o_O sagt:

        nein, es war nicht vorgesehen. beim aufstellen der regeln ist man davon ausgegangen, dass ein nicht verstellen der ruder foils eine zu große hürde sein würde.wars dann nicht wie etnz herasugefunden hat. davon sind dann die anderen teams überascht worden (artemis sogar sehr).
        oracle hat damals vermessungsprotest eingereicht und waren “die bösen” die keinen technologiefortschritt zulassen wollten-

        jetzt hat oracle das foilen scheinabr auf ein neues level gehoben, die kiwis protestieren. und wieder sind oracle “die bösen”, diesmal weil sie ne regellücke ausnutzen?

        etwas einseitig oder??

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        • avatar Stefan sagt:

          …das interview mit einem der Menschen, die die Regeln mit erarbeitet haben, wurde hier schon mehrfach gepostet.

          …es wurde bei dem verfassen der Regeln mit allen Beteiligten (OR und ML) darüber gesprochen und OR war zu allem bereit. ML hat dann aber alles ausgeschlossen, das eine aktive Kontrolle über Ruder und Trimmklappen vorsieht.

          …die Kontrolle über den Sturz der Schwerter ist eine Lücke, die später von TNZ entdeckt wurde.

          …wenn die Vermesser und die Jury mit dem Kontrollgerät von OR keine Probleme haben, dann kann man hier lange im luftleeren Raum diskutieren, was aber zu nichts führt. Dann ist die Technik legal.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Ich frage mich schon woher man wissen will, daß SAS eingesetzt wurde – Quelle? Beweise?

      Sailworld druckt da einfach etwas ab, was in diesen ominösen “Notes” aus _Neuseeland_ stehen soll und schon fängt das Gezeter gegen Oracle wieder an.

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  9. avatar Heike Schwab sagt:

    Bei den AC World Series hat Oracle auch falsch gespielt, was erst viel später rauskam. Und der arme Dirk de Ridder war ja wohl nur ein “Bauernopfer”, um da wieder raus zu kommen. Oder glaubt wirklich jemand, dass in einem Team wie Oracle USA ein de Ridder im Alleingang das Raceboot manipulieren kann?
    Warum sollten die Amerikaner also in dem viel wichtigeren Event, dem tatsächlichen America´s Cup, nicht auch tricksen? Ob man jemals die Fakten erfährt, ist fraglich. Was bleibt ist ein fader Beigeschmack und die Gewissheit, dass es im America´s Cup immer wieder nicht mit rechten Dingen zugeht. Warum segelt hier eigentlich überhaupt noch einer mit?
    Heike Schwab

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    • avatar Alex sagt:

      Du willst sicher nicht wissen wie oft schon bei unseren Wurstregatten beschissen wird.
      Und dennoch segeln wir da mit.

      Da es aber beim AC um etwas mehr als ne Bockwurst geht, tauchen die Vermesser nicht nur nach einem Protest auf, sondern haben anscheinend jeden Tag die Boote geprüft.

      Wenn beschissen wurde, wird es sicher einer rausfinden.

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      • avatar Marc sagt:

        bei der AC45 Serie wurden die Boote aber auch regelmäßig vermessen und trotzdem wurde getrickst.

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    • avatar Stefan sagt:

      Hier segeln Menschen, Boote und Teams, weil sie diesen Cup haben wollen, nicht weil Segeln so schön ist und weil es nett ist, wenn man dabei ist.

      Dan wird in Deutschland immer gerne übersehen, weil das auch die beste Ausrede ist um nicht das Möglichste für einen Erfolg im LVC zutun.

      In Deutschland lese ich immer: Deutschland ist bei AC dabei. In Neuseeland lese ich, wir wollen den Cup. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Einstellungen zum selben Thema. Was dazu führt, das es mich nicht wundert, das ein Land von der Einwohnerzahl Berlins es über 20 Jahre schafft konstant beim AC mitzumischen und diesen sogar schon errungen hat.

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  10. avatar SB sagt:

    Offenbar lässt es ETNZ nicht dabei bewenden, sondern plant angeblich rechtliche Schritte:

    http://www.3news.co.nz/Team-New-Zealand-to-take-legal-action-against-Oracle-after-Americas-Cup—reports/tabid/415/articleID/314959/Default.aspx?

    Ogott, nicht schon wieder ein AC, der in jahrelangen Prozessen entschieden wird…

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  11. avatar justinsail0815 sagt:

    Eine paar Fragen müssen doch erlaubt sein…….
    Warum hat Oracle diese “Automatik” nicht von Anfang an benutzt?
    Kam es ihnen vielleicht nicht ganz “legal” vor?
    Wollten sie mit dem Austauschen von Kostecki die “Performance-Verbesserung” ein wenig kaschieren (ohne die Fähigkeiten von dem Ainslie schmälern zu wollen, hätte Kostecki mit diesem System auch das eine oder andere Rennen gewonnen)?
    Warum haben sie das nicht offen kommuniziert und ständig von vielen kleinen Änderungen gesprochen? Das sie erst ab der 8. Niederlage gelernt haben zu wenden und zu halsen glaubt doch nicht wirklich jemand. 
    In meinen Augen ist so die Leistung der Neuseeländer noch höher zu bewerten. 
    Es bleibt ein ungutes Gefühl und wenn es mir schon so geht, wie muss sich ein Dean Barker oder Glen Ashby fühlen?

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  12. avatar Kauni sagt:

    Komisch, dass in der PK alle technischen Fragen auf RC geschoben wurden, der aber komischerweise nicht in der PK war – und sich sonst auch sehr rar gemacht hat an diesem Tag und das als CEO und Mr “ich habe noch nie einen Cup verloren Coutts”

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  13. avatar AC Fan sagt:

    Ich hab das zwar schon mal zum Artikel vom 26.09. gepostet, aber wenn ich einige Kommentare hier lese, ist es vielleicht sinnvoll, das hier noch mal zu tun:

    “Ich glaube einfach nicht an das Märchen der so furchtbar hart und nächtelang arbeitenden Shore Crew, die einen 10%igen Leistungsschub innerhalb von Tagen erreicht, vor allem weil Jimmy Spithill diese Geschichte gebetsmühlenartig wiederholt hat. Auch die Jungs von ETNZ haben jede Nacht am Schiff gearbeitet und Sachen verändert. Jedes der beide Boote wurden in den letzten acht Tagen der Regatta täglich neu vermessen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass OTUSA etwas eingebaut hat, dass sie kannten und von dem sie genau wußten, was es bringt. Dann kann man auch ganz zuversichtlich im Voraus vom größten Comeback der Sportgeschichte schwadronieren.

    Zur Erinnerung: OTUSA wurde erst kurz vor dem AC erstmals vermessen. Noch während der Sicherheitsdiskussion fuhren sie – wie sie selbst zugegeben haben – mit einem nicht vermessungsfähigen Boot. Um verschiedene Varianten der Balance zwischen Foil und Ruderwinglet zu testen, hatten sie noch ein hydraulisch um mehr als 1cm verstellbares Ruderlager. Außerdem haben sie damals schon mit einem System experimentiert, bei dem das zu verstellende Teil als Geber wirkt (Regelinterpretation 49). Was damals so aussah, als sollte es für Wingtrimm oder andere Anwendungen dienen, war in Wahrheit ein Responsesystem für den Foil. Während bei ETNZ ein Großteil der Stabilität durch das tiefe V-förmige Flügelprofil erzeugt wird – eine geschwindigkeitsabhängige Selbstregelung, die durch die manuelle Änderung des Anstellwinkels unterstützt wird, hatte OTUSA – mit einem Foil mit flacherem und nicht symmetrischen Flügelprofiil – lange Zeit größte Schwierigkeiten, eine konstante Flughöhe zu halten. Es ging gewaltig auf und ab, während diese Bewegung bei ETNZ schon immer in einer kleineren Bandbreite auftrat. Was aber mit dem ETNZ-System nicht oder schlechter funktioniert, ist die schnelle Reaktion auf wechselnde Wind- und Geschwindigkeitsverhältnisse. Bei böigem Wind oder Windlöchern gabe es immer ein stärkeres auf und ab.

    Und auf einmal foilt OTUSA duch solche Löcher, liegt bei allen Bedingungen absolut stabil, sichtbar tiefer als zuvor, und auch noch schneller. Das geht nur mit einer grundsätzlichen Änderung der Foils, nicht durch neue Foils, sondern durch eine schnellere Anpassung an geänderte Verhältnisse. Und hier kommt wieder das System aus der Regelinterpretation 49 ins Spiel, die dann für Regelinterpretation 55 noch mal verfeinert wurde. Damit wird nicht der Wing gesteuert, sondern die Foils. Sinkt die Geschwindigkeit, reagiert das Federelement und über den vorher ausgelösten Schalter wird der – manuell mit den Grindern aufgebaute – Druck ausgelöst und das Foil verstellt sich quasi von selbst. Wenn ich eine solche automatische Anpassung habe, kann ich natürlich mit einem flacheren Flügel fahren und bin damit schneller als wenn ich nur per Hand den Anstellwinkel nachsteuere und wegen der Zeitverzögerung auch noch etwas mehr Anstellwinkel fahren muss, um in der Zwischenzeit nicht ganz runterzufallen.

    Wie aus SF berichtet wurde, war in der Kommunikation auf dem OTUSA Boot öfter von JS zu hören “Go button”. Vor dem AC konnte man das auch noch beobachten, denn da waren die Köpfe vor seiner Steuersäule montiert und das sah man ihn auf den Trainingsfahrten öfter wild darauf rumdrücken. Später wurden die Knöpfe nach vorn ins Cockpit verlegt und auf seine Anweisung bedient.

    Das Ganze haben die Kiwis wahrscheinlich zu spät gespannt, um noch darauf reagieren zu können. Sie haben es mit ihrem Protest gegen Regelinterpretation 54 (http://noticeboard.americascup.com/wp-content/uploads/2013/09/PI_54.pdf) noch versucht, aber da meinte die Jury (Jury Case AC36 http://noticeboard.americascup.com/wp-content/uploads/2011/08/JN120.pdf), sie hätten bereits gegen Nr. 49 (http://noticeboard.americascup.com/wp-content/uploads/2011/09/PI_49.pdf) protestieren müssen (was m.E. aber gar nicht ging). Und in einem Nebensatz meinte die Jury, auch sonst ware der Protest nicht erfolgreich gewesen – was sich aber leicht sagen lässt, wenn man es nicht begründen muss.

    Legal oder nicht, ich bin der festen Überzeugung, der Grund für den Speedzuwachs war die erprobte Automatik für die Foileinstellung – alles andere war Gerede. Dafür sprechen auch die letzten Kommentare von Dean Barker und Grant Dalton, die OTUSA zum besseren Boatspeed gratulierten.”

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    • avatar Ski Manic sagt:

      at AC Fan:

      Danke für die tollen ausführlichen Infos!

      Endlich jemand, der wirklich aufmerksam hinschaut und offensichtlich ordentliches Wissen hat!

      Dieses hab ich nicht, hab aber auch genau hingeschaut und schon länger gesagt, daß das was zur Mitte der Serie geschehen ist, nicht in einer Nacht geschaffen worden sein kann. U.a. benötigen Fertigungsprozesse auch für die Reichsten der Welt gewisse Zeiten. Ich vermutete schon länger, daß sie genau wußten, was iustiert werden muß, was sie an Optionen haben und wann es spätestens einzusetzen ist. Sorry, ich fand die letzten Rennen langweilig, zu klar war der Sieger zu vermuten.

      OTUSA wußte genau, was zu tun ist, welcher bereitliegende Koffer zu öffnen ist. Sie hatten alle Daten aller Fahrten des neuseeländischen Bootes und wußten, wo ihr eigenes Boot steht. Sie wußten wahrscheinlich nicht, daß sie so viel schlechter als ETNZ segeln. Oder ich würde sogar noch weiter gehen, sie hatten gar nichts dagegen, am Anfang zu verlieren. LE ist einer der reichsten Männer der Welt, der weiß besser wie jeder andere, wie man zu Geld kommt. Sein Event wurde weltweit in der Luft zerrissen, niemand schaute hin. Das konnte aber durch eine spannende Rennserie oder am Ende eine Aufstehgeschichte geändert werden. OTUSA wird nicht die Anweisung gehabt haben, Rennen zu verlieren, aber meiner Vermutung nach doch, es anfangs etwas ruhiger anzugehen. Man stelle sich vor, die Amerikaner wären z.B. mit 11:2 Siegen durch die Serie geflogen, sie hätten den nächsten Cup allein segeln können und LE hätte anstatt Geld zu verdienen viel verloren. Ein No Go! LE geht es ums Ego und ums Geld, die so hochgelobte Fernsehtechnik soll mit Sicherheit teuer verkauft werden und ist nicht als Geschenk für Regattasegler gedacht.

      Als sich die Überlegenheit des ETNZ zementiert hatte, mußte also Plan B herhalten. Daß nach Montage noch Rennen verloren wurden, war dann bestimmt nicht mehr Teil des Plans und sorgte sicherlich für Nervosität. Da half aber dann das Glück den Falschen. Hätte neben den bekannten Rennabbrüchen z.B. ich glaube im dritt- oder viertletzten Rennen der Wind ETNZ mal den frühzeitigen Anleger zur bevorzugten Luvtonne ermöglicht, so wie Rennen zuvor den Amerikanern, es wär sehr spannend geworden.

      Zur Theorie des computergesteuerten Systems der Amerikaner paßt neben den schon Gesagten auch, wie der Kat zweimal ohne erkennbaren Grund schlagartig von den Foils fiel (noch nicht fehlerfrei arbeitende Software) und was für Mühe das System (Programm) nach dem Abfallen an der ersten Tonne hatte, am Ende aber auch nach Tauchgängen eine unglaubliche Beschleunigung ermöglichte. Es paßt, daß das System bei schwachem Wind wenig genutzt hat, da eben weniger gefoilt wurde. Das Beschleunigen, die Geschwindigkeit und die Stabilität des Bootes auf den Foils war, gerade auch in Kombination, einfach beeindruckend und „unnatürlich“.

      Auch wunderte mich während der Aufholjagd, wie die Amerikaner mit den Neuseeländern „spielten“. OTUSA wirkte da schon deutlich schneller und überlegen, trotzdem blieben die Kreuzkurse ausgeglichen. Aber immer nur bis die Neuseeländer etwas rankamen, dann wurde wieder Ernst gemacht und ein sicherer Vorsprung hergestellt. Der Vorsprung im Ziel blieb im Rahmen, mehr sollte es gar nicht sein. Das hätte nicht gut ausgesehen. In den letzten Rennen sind dann im sicheren Wissen des Sieges die Gäule mit ihnen so etwas durchgegangen.

      JS wußte am Ende sicher, daß nichts zu riskieren ist, daß er noch Bilder liefern muß, aber sein Boot einen Ferrari entspricht, der in einem Geschwindigkeitswettbewerb gegen einen Golf antritt.
      Ich bin sonst überhaupt gar kein Anhänger von irgendwelchen Verschwörungstheorien, aber hier deutet wirklich extrem viel drauf hin: Vorgeschichte, beteiligte Personen, Chronologie der Rennserie, Statements, Ergebnis.

      Was wäre es sportlich gewesen, wenn OTUSA nach dem Gewinn ETNZ zum ebenbürtigen Segeln gratuliert und vorgeschlagen hätte, sich zusammen an einen Tisch zu setzen und gemeinsam zu überlegen, wie der Hype um die Rennserie zum Nutzen des Segelsports für die Zukunft eingesetzt werden kann. Ich weiß, das ist Träumerei und wär im umgekehrten Fall auch nicht vom trotzdem sehr viel sympathischeren ETNZ gekommen.

      Lächelte Ray Davis im Interview vor der „Siegerehrung“ über den Zirkus, der allen etwas vorspielt hat?

      Was war das eigentlich in einem Rennen, als OTUSA mit großem Vorsprung auf dem Down quasi liegenblieb und ETNZ anstatt zu versuchen zu überlaufen weghalste und fast quer zum Kurs fuhr?

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  14. avatar Ballbreaker sagt:

    Danke Carsten! Tolle Hintergrundinfos!

    Ein Speedzuwachs von bis zu 5kt innerhalb so kurzer Zeit und grade auf so einem hohen Niveau ist wirklich nur schwer erklärbar!

    Mal gespannt was draus wird!

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  15. avatar SB sagt:

    danke, sehr interessant.

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  16. avatar Hans B. sagt:

    Um weiteren Überprüfungen zu entgehen, werden die Amerikaner ihre beiden Boote bestimmt schon zerlegt und ganz tief in der Wüste von Nevada vergraben haben… 🙂

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  17. avatar justinsail0815 sagt:
    • avatar Alex sagt:

      ha der Kim 😀

      Komisch, irgend wie nehme ich ihm den Sportsmann nicht so richtig ab 😉
      Ob ihn das vor möglicher Auslieferung schützen soll?

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      • avatar Backe sagt:

        Er bereitet doch gerade einen Börsengang in NZ für sein (neues) Unternehmen vor. Was kann da besser sein als diese PR (die ja aussagt: Ich kann es sogar mit Larry Oracle aufnehmen!!!). Außerdem ärgert er damit die neuseeländische Regierung, die ja gerade dabei sind als Sponsor auszusteigen, und mit denen er in der Vergangenheit viel Ärger hatte. (Hier wäre die Aussage: Kiwis, Eure Regierung lässt Euch hängen, aber ich bin ja noch da!)

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    • avatar Kauni sagt:

      den hat die Welt gerade noch gebraucht..

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    • avatar Alex sagt:

      Dotcom, Backslash und Url holen den kommenden AC nach Welan!

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    • avatar Alex sagt:

      Vielleicht sollten wir dann doch künftig die Piraten wählen, weil wir dann alle mit illegal hochgeladenen Booten, im Netzt, um die Kanne segeln. 😉

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  18. avatar Mirko sagt:

    Weiß eigentlich jemand, warum ETNZ das letzte Rennen nicht mit ihrem “Joker” abgesagt haben? Am nächsten Tag mit weniger und voraussichtlich stärker drehendem Wind, wäre eine Chance gewesen, den klar erkennbaren Speedvorteil von Oracle mit einer besseren Taktik zu kompensieren.

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    • avatar AC Fan sagt:

      Den “Joker” gab’s nur für das jeweilige 2.Rennen am Tag – nur ein Rennen, kein Joker!

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      • avatar Mirko sagt:

        Danke für die Klarstellung und für die obige Hintergrundinfo bzgl. der Foilverstellung – interessant und super verständlich aufbereitet!

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  19. avatar Ketzer sagt:

    Ich hatte mich schon gefragt, warum die Amis am Wind so stabil foilen konnten, bei tief getauchtem Flügel. Das geht nur, wenn der Flügel die Tauchtiefe aktiv steuert. Die Kiwis regelten ihre Tauchtiefe automatisch durch das Austauchen der Flügelspitze, konnten also nur voll ausgetaucht foilen. Das würde am Wind aber vermutlich zu einer zu starker Abdrift führen. Am Wind habe ich sie eigentlich nie den Rumpf vollständig rausheben sehen.

    Erklärt vielleicht, warum die Schwerter der Amis weniger stark gekrümmt waren, die brauchten keine so starke V-Stellung zur Regulierung, da sie einfach den Anstellwinkel aktiv steuerten.

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  20. avatar Schweigeminute sagt:

    Die angeregte Diskussion hier unterbreche ich ungern, aber DAS HIER sollte zwischendurch einfach auch mal gelesen werden: “It’s over” – Dean Barkers Gänsehaut-Blog von heute morgen.

    http://www.kiwiyachting.co.nz/dean-barkers-blog/its-over

    Demut ist doch WAHRE GRÖSSE.
    Kanne hin, Kanne her, das wird Oracle niemals erreichen.
    JP

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  21. avatar AC Fan sagt:

    Und danach das hier: Es gibt einen neuen CoR – Tom Ehman sagt nur noch nicht wer es ist.

    Spekuliert wird, es sind die Aussies – Hamilton Island Yacht Club!

    http://www.nytimes.com/2013/09/27/sports/australians-may-loom-for-oracle-in-americas-cup.html

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    • avatar Stefan sagt:

      Ja, das wäre schön, wenn der australische spirit und vor allem der australische Humor zurück in den Cup käme!

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Dann hoffe ich nur noch, daß die Boote nicht downgegraded werden.

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  22. avatar Stefan sagt:

    Coutts bestreitet in einem Interview, das es eine automatische Steuerung für die Schwerter gab.

    A yachting expert named Peter Lester told a New Zealand TV network that Oracle was using a computer-automated system to get its boat up on the foils. He said skipper Jimmy Spithill merely had to press a button to put the boat on foils, thanks to something called the “stability-assistance system.”

    “That’s complete baloney,” Coutts said. “We weren’t allowed to be automated. The measurers never would have allowed that.” He added with a chuckle, “We were quite happy to have Team New Zealand believe that.”

    http://www.sfgate.com/sports/article/Coutts-says-strategy-change-key-to-comeback-4847578.php

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    • avatar AC Fan sagt:

      Natürlich kann er sagen, es ist baloney und nicht automatisch, denn es bedarf eines Knopfdrucks eines Seglers, mit dem ein elektrischer Impuls für einen Servo ausgelöst wird, und der Kraft der Grinder, die den Öldruck hochtreiben, damit über den Hydraulikzylinder das Board bewegt wird. Der elektrische Impuls ist erlaubt und ansonsten ist alles rein mechanisch. So weit, so gut.

      Was er aber nicht sagt ist, das nicht mit jedem Knopfdruck unmittelbar das Hydraulikventil betätigt wird. OTUSA hat hier nämlich ein nicht näher beschriebenes Federelement zwischengeschaltet, das den mechanischen Impuls für das Hydraulikventil speichert. Man kann also sozusagen den Knopf auf Vorrat drücken. Das Federelement ist wiederum mit dem Hydraulikventil mechanisch verbunden, das fest auf dem Board montiert ist. Über diese mechanische Verbindung kommt dann ein weiterer Impuls auf das Federelement, und erst dann wird das Ventil geöffnet. Wie genau sie das machen, kann ich nicht sagen. Das gibt die Zeichnung für mich als Nicht-Ingenieur nicht her. Für technisch mehr bewanderte Leute steht aber offenbar fest, dass hier das bewegte Teil selbst (das Board) als Geber funktioniert.

      Ob dieses System nun automatisch zu nennen ist oder nicht, ist wahrscheinlich Interpretationssache.

      ETNZ hatte in der Anfrage für Regelinterpretation 52 ausdrücklich danach gefragt, ob es erlaubt ist, dass der Servo sich bewegt, aber gleichzeitig das Hydraulikventil nicht. Die Antwort des Vermessungskommitees war: Die Speicherung von Energie (im Federelement) verstößt nicht gegen Regel 19.2(a). Danach hatte ETNZ aber gar nicht gefragt. Was sie wahrscheinlich wissen wollten war, wenn das Ventil nicht von Hand ausgelöst wird, sondern erst durch einen weiteren Impuls, entspricht das der Bestimmung, dass Ventile nur von Hand gesteuert warden dürfen (“shall not receive external input from any source other than manual input”) wie es in 19.2(e) heißt. Danach haben sie aber nicht gefragt, sondern die ganze Bestimmung der Regel 19.2 zitiert.

      Irgendwie habe ich den Eindruck, dass das Ganze einfach nur dumm gelaufen ist für ETNZ.

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  23. avatar Thomas sagt:

    America’s Cup ist in erster Linie Business.
    Oracle hat mit zwei Booten monatelang getestet, unzählige Daten gesammelt und mit den besten Seglern der Welt besetzt. Ich denke mal, sie wissen was sie können und was sie tun. Larry hat eine gute Show abgezogen, nichts wäre langweiliger gewesen und finanziell ein größeres Desaster wenn die Neuseeland 3, 4, 5 Minuten später ins Ziel gekommen nach Wettfahrt eins und zwei. Was hätte die Presse geschrieben? Was TNZ konnte war hinreichend bekannt, sie sind ja lang genug auf- und abgefahren. USA ist Show und Geld. Egal ob der Cup in den USA bleibt oder nicht Hauptsache Show, die Bestätigung, dass die Idee richtig war.
    Es war kein Betrug, es war nur ein bisschen die Handbremse anziehen, zerknirscht kucken und wissen, nicht die Kiwis machen den Sack am 13 ten zu, sonder n wir auf.

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  24. avatar <°((( ~~< sagt:

    Ah, großes Theater! Hier im SR mein, ich.

    Oracle war zum Schluss genauso schnell wie ETNZ, höchstens eine Kleinigkeit schneller. Erstaunlich war allein der ursprüngliche Rückstand, und dann die Geschwindigkeit mit der sie aufgeschlossen haben.

    ETNZ hat seit der Niederlage nicht mehr protestiert. Bedeutet: Sie haben wohl nichts gefunden, das protestierenswert und aussichtsreich wäre. Sonst hätten sie es getan. Jemand anderer Meinung?

    Ein Haufen Ingenieure und die besten Segler der Welt beschäftigen sich über zwei Jahre lang täglich mit dieser Sache und finden nichts nennenswertes. Aber der hellsichtige SR-Leser kann von Deutschland aus am Bildschirm *ganz* *genau* *sehen*, dass der Larry Ellison und sein ORACLE betrogen hat!

    Leute, wir sind von lauter telepathischen Genies umgeben!

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    • avatar E2nO sagt:

      Nun ja, ich glaube es steht nicht so sehr die Frage eines “Betrugs” im Raum sondern eher die Diskussion der fragwürdigen Entscheidung eine derart gestalte automatische Regelung zugelassen zu haben.

      Ich sehe das eher als eine Sport ethische Frage an: Wo ist die Grenze zwischen erlaubter Hilfe und ggf. computergestützer Automatisierung zu ziehen. Auch ist mir unklar, ob denn hier eine Computersteuerung tatsächlich eine wesentliche Rolle gespielt hat, oder ob man hier einfach nur eine super geniale Regelung gefunden hat, eine mechanische Feedbacksteuerung einzusetzten.

      Ich vermute fast, dass letztes gilt und dass das Justieren dieser Steuerung bis zum optimalen Ergebnis die Zeit gebraucht hat bis Oracle sich letztendlich als unschlagbar erwiesen hat.

      Wenn das so (also mechanische Feedbackregelung und die Knöpfe eigentlich nur zu “Vorgabe” Steuerung) ist, ist das sicherlich regelkonform und meines Erachtens auch im Fair Play der Regelauslegung.Sollte die Regelung aber tatsächlich computergestützt vorgenommen werden, würde ich das für ein Faul ansehen – selbst wenn die Regeln und/oder die Vermessung hier vielleicht nicht eng genug gesetzt wurden um dass auszuschließen.

      Vielleicht abschließend noch mal zum “foilen” und dem “geplant” oder nicht “geplant”: Ich glaube der Aussage, dass niemand die Rahmenbedingungen absichtlich so gesetzt haben will, dass Foilen nicht möglich ist. Es sind vielmehr die Designer gewesen, die erklärt haben, dass mit dem Regelwerk ein ungeregeltes foilen nicht möglich sein kann. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ETNZ eine Möglichkeit gefunden hat aufgrund einer kreativen Auslegung der Vermessungsregelungen die Foils voluminöser zu machen, als alle Designer vorher im Rahmen des Regelwerk für möglich gehalten haben. Und damit den Bereich des stabilen Foilings erreichen zu können.

      Insofern kann man meines Erachtens tatsächlich festhalten: ENTZ hatte als erste eine gute Idee, aber Oracle als letzter eine bessere!

      Aber auch das ändert nichts daran, dass LE in meiner persönlichen Sympathieskala kaum zu unterbieten ist. Dem Söldner-Team von Oracle gratuliere ich aber trotzdem zur erbrachten Leistung.

      Nur zu hoffen, dass es nicht wieder 6 Jahre bis zum nächsten AC dauert.

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      • avatar Alex sagt:

        Ich lese in Verbindung mit ORACLE immer wieder “Söldner”.
        Hat die Truppe von ETNZ unbefristete oder keine Vertäge und Arbeitet ohne Lohn?

        Da es sich aber generell um Prifisegler handelt und nicht um Leut die für Geld in Konfliktgebiete reisen um dort Menschen zu erschießen, find ich diese Titulierung nicht nur geschmacklos sondern beleidigend.

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        • avatar Stefan sagt:

          Vor allem sollten wir uns hier in Deutschland bei dem Thema lieber nicht zu weit aus dem Fenster hängen.

          …wer hat denn einen dänischen Skipper verpflichtet, statt auf die Talente zurück zu greifen, die wir hierzulande haben.

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  25. avatar ChrisCrafter sagt:

    Technologie-lastig ist der AC immer gewesen – so gesehen ist die 34igeste Ausgabe eine würdige in einer langen Reihe von Regatten, die immer wieder Grenzen ganz neu ausgelotet hat.
    Technologie auszureizen – Grauzonen im Reglement zu finden und zu nutzen – das hat nichts Schlechtes oder Verkehrtes an sich. Siehe F1 – hier vergeht doch keine Saison, wo Grenzen nicht wieder neu definiert werden – obwohl das technische Reglement so extrem eng gestrickt ist. Aber das ist vielleicht auch ein echtes Vorbild für andere technologielastige “Veranstaltungen” – wie auch den AC.
    Technische Neuerungen, Entwicklungen, Ausloten der Grauzonen – all das bleibt nicht lange “im Dunklen” – und wird schnell von den technischen Kommissionen tausendfach geprüft, vermessen – und freigegeben oder gesperrt. Eindrückliches Beispiel “Doppeldiffusor”. Schnell wurde klar, was BROWN GP hier in der Reglement-Grauzone gefunden und konstruiert hatte. Das aber technologisch aufzuholen war schwierig – aber jeder wußte, der Vorteil der Fahrzeuge basierte auf dieser Entwicklungsstufe. So konnten sie Kreise um die anderen fahren.

    Wenn wir das auf den AC übertragen – dann scheint es doch ganz ähnlich gelaufen zu sein, TUSA scheint eine technologische Entwicklung gelungen zu sein, die (Stand heute) von der Vermessungs-Kommission als legal eingestuft wird (wurde). Also Lücke im Reglement gefunden – alles OK. Hätten “die anderen” doch auch finden können. Ich würde mich sogar nicht wundern, wenn das auch noch, wie so viele andere Komponenten der AC 72 auch, aus NZ Designbüros, Kreativcentern und Werkstätten gekommen ist.

    ABER – das technische Know-How und die ohne Frage gefundene Entwicklungsstufe als Erfolgsgarant NICHT zu nennen – oder wenigstens MITzu nennen – das macht für mich persönlich das Ergebniss leider sehr schal.
    Spithills gebetsmühlenartige Wiederholung das jeder im Team kleine Schritte nach vorne gemacht hat und “die Boys Nacht für Nacht soooo hard gearbeitet haben …” – nach 5 Tagen hing einem dieses immer währende Statement doch echt zum Hals raus.
    So gesehen hat – finde ich – Spithill die Arbeit der Desginer und Konstrukteure, die diese Technologie zum laufen brachten, nicht nur nicht gewürdigt. Er hat sie sich selbst und “seinen Guys” quasi implizit zugeschrieben. Und gleichzeitig den Gegner klein gemacht. Denn – auch implizit – die haben eben nicht Nacht für Nacht so hart gearbeitet.

    Im Fazit bleibt hier für mich persönlich nur ein Fazit: mit technischer Überlegenheit zu gewinnen ist in sich, so lange die Regeln nicht verletzt sind, vollkommen OK. Auch Techniker und Designer gehören zum Team.
    Mit technischer Überlegenheit zu gewinnen – und genau diesen Aspekt zu verschweigen und sich selber gut zu schreiben – das ist aus meiner Sicht: ARM! Egal was da möglicherweise an Kalkül dahinter steht. Es ist und bleibt ARM. Weil es die Arbeit der eigenen Teammitglieder NICHT würdigt – und den Gegner HERAB würdigt.

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  26. avatar enrico sagt:

    Wir haben gerade die wohl aufregendsten Segelübertragungen gesehen, die es je gab mit einem denkbar knappen Ergebnis und hier gibts tatsächlich ein paar Küchentischtheoretiker, die Verschwörungstheorien sehen und angebliche Steuerungssysteme genaustens beschreiben können, obwohl Sie noch nie einen AC 72 aus der Nähe gesehen haben.

    Leute kommt runter, die Guten können nicht immer gewinnen.

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    • avatar ChrisCrafter sagt:

      Ich weiß nicht von welchen “Küchentischverschwörungstheorien” Du sprichst.
      Fact ist, dass es Presseberichte in NZ und Australien gibt, wonach TNZ – vorsichtig gesagt – Einspruch erheben will.
      Zum Beispiel hier (von Freitag 6.24pm Ortszeit):
      http://www.3news.co.nz/Team-New-Zealand-to-take-legal-action-against-Oracle-after-Americas-Cup—reports/tabid/415/articleID/314959/Default.aspx
      Möglicherweise geht der Einspruch aber gegen “Küchentische” 🙂

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      • avatar Stefan sagt:

        …es gibt “Pressemeldungen”! Ja, was sagt uns das? Auch hierzulande wird jeden Tag aller möglicher Mist in der Presse geschrieben. Solange es keine “Presseerklärung” seitens TNZ zur Prüfung einer Klage zu lesen gibt, solange sollte man auf solche Pressemeldungen nicht viel geben.

        …das meiste ist heiße Luft mit der die jeweiligen Redakteur sich Quote in der aktuellen Thematik verschaffen wollen, oder vielleicht einfach nur ihrer eigene Enttäuschung bewältigen wollen.

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      • avatar enrico sagt:

        Ja, Pressemeldungen gibts viele, Was dahinter steckt, mag jeder selbst beurteilen. Man sollte auch mal anerkennen das sich die oraclecrew während der Rennen wirklich stark verbessert hat. An den Rennen, wo die Kiwis es in der Hand hatten, hat einfach das Glück gefehlt. Das ist sicher tragisch, aber der nächste AC kommt bestimmt.

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  27. avatar der Schwachwind-Reffer sagt:

    @ AC Fan & Ski Maniac

    Ich bin aber sowas von eurer Meinung (nichts anderes findet hier schließlich statt, Meinungsäußerungen! Wissen tut’s von uns allen hier bestimmt keiner zur Gänze….)

    Sollte TOUSA den AC im Sinne eines fairen Wettstreites gewonnen haben, Chapeau!!
    Bin aber genauso skeptisch wie einige meiner Vorredner. Auch ich habe mir sämtliche Rennen, gegen Ende mit immer größer werdendem Frust, angeschaut und kam zu der exakt gleichen Schlussfolgerung (Meinung) wie Ski Maniac. An VT mag ich nicht glauben, dies ist aber auch keine! Vielmehr eine fast in die Hose gegangene “Strategie” von TOUSA! Man stelle sich den Vettel mit überlegenem Auto vor, wie er absichtlich zu Anfang des Rennens hinterhergurkt, aufholt, in der vorletzten Runde noch Einen vor sich in der Safety-Car Phase (Zeitlimit) hängenbleibt….
    Nichtsdestotrotz:
    Den ‘Flugmaschinen’ vor der grandiosen Kulisse in einer noch nie da gewesenen medialen Präsentation zuzuschauen hat echt Spaß gemacht. Vor allem die Beschleunigung beim Abfallen nach dem Start und insbesondere beim Runden der Luvtonne hat mich beeindruckt.
    Wäre es nicht denkbar solche Boote, statt den klassischen Up&Down Kurs, so was ähnliches wie ‘nen Slalom segeln zu lassen, wäre taktisch evtl. weniger anspruchsvoll, es käme aber bei jeder der “Stangen” zu zuschauerfreundlichen Manövern…. Nur so ein Gedanke

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  28. avatar der Schwachwind-Reffer sagt:

    Abschließend noch vielen Dank an SR(Carsten) für die grandiose Berichterstattung und Aufarbeitung der Rennen! Super Job!!!!

    Es grüßt euch alle in der Hoffnung auf einen ähnlich spektakulären, fairen und mit mehr Teilnehmer gesegneten AC
    der Schwachwind-Reffer

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  29. avatar ChrisCrafter sagt:

    Ich denke die Spekulationen werden damit (wahrscheinlich) enden, denn wenn das Team keinen Einspruch erhebt, wird das Thema auch schnell in der Presse “durch” sein.
    Das macht TNZ mir persönlich noch sympatischer. Verlieren mit Würde muss man auch erstmal hinbekommen – und vorbei ist dann auch einfach vorbei.
    http://www.nzherald.co.nz/americas-cup/news/article.cfm?c_id=531&objectid=11131614

    Freuen wir uns auf einen neuen Cup – hoffentlich so spannend wie der letzte – und hoffentlich wieder mit einem konkurenzfähigem ETNZ

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  30. avatar Christian sagt:

    Trotz allem sind für mich die KIWIS die EINDEUTIGEN und FAIREN Sieger des AC 2013 !!!

    Warum: mit dem Budget was die hatten, wie weit die gekommen sind u. haben anfänglich NICHT BETROGEN (sowie Oracle -> eigentlich hätte hier Oracle nach Regel 2 FAIRES SEGELN und Regel 69 GROBES SPORTLICHES FEHLVERHALTEN schon im vorhinein aus dem AC ausgeschlossen werden müssen; Bestrafung mit Geldstrafe was ja lächerlich für Oracle !!!)
    Und weiters bin ich davon fest überzeugt, dass die Amis nach dem Aussetzer zum 2ten male betrogen haben u. Ihr Schiff soweit manipuliert haben, dass es nicht mehr FAIR war !!!
    Vorschlag meinerseits: bis zur ersten Wettfahrt beim Americas Cup darf das Boot verbessert werden und dann darf KEINER mehr was dran ändern !!!

    Weiters wären die genauen Regeln interessant, da ich selber Wettfahrtleiter bin und ich kann doch nicht die gleiche Kurslänge für Schwachwind wie für Starkwind wählen! Das Rennen hätte schon viel früher abgebrochen werden müssen. Die WFL hätte das schon viel früher sehen müssen. Aber wie gesagt, hier wäre interessant, was in den AC-Regeln drinnen steht.

    Weiters hätte ich dem 2. Penalty beim Start (Bootsberührung) nicht stattgegeben, da Oracle zu wenig Platz lies.
    ETNZL hätte anluven müssen -> Bootsberührung mit Heckbereich von ETNZL bei Oracle; Oracle abfallen -> Bootsberührung mit dem Heck von Oracle bei ETNZL

    Eines hat mich von Anfang an auch sehr stutzig gemacht: Skipper Spithill hatte gleich vom Anfang an von einem WAHNSINN-COMEBACK gesprochen – also ging er von einem 100% Sieg beim AC aus !!! Sonst würde ich zumindest nicht sowas so groß u. laut hinausposaunen !!!

    EInen Vorteil hatte das ganze für uns Zuseher im TV: so eine TV-Übertragung glaube ich hat noch keiner gesehn.
    (naja wenns Geld keine Roller spielt !?!?!)

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    • avatar stefan sagt:

      …dann lies es doch nach, die Regeln sind öffentlich für alle zugänglich.

      http://noticeboard.americascup.com

      …und natürlich hat das Team von OR immer und zu jeder Zeit fest daran geglaubt, das sie gewinnen werden. Ansonsten muss man bei so einer Veranstaltung nicht antreten!

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      • avatar Christian sagt:

        Hallo Stefan

        Danke für den Link mit den Regeln – hab da mal ein bisserl gestöbert jedoch habe ich nichts über eine Kurslänge gefunden sondern nur über eine Target-Time von 40min. Also hätte man zumindest das Luv-Gate weiter nach Lee runter legen können um den Kurs bei Schwachwind zu verkürzen.

        Ich möchte jetzt nicht Oracle schlecht reden – es ist halt meine Meinung zum AC.

        Natürlich haben auch die Kiwis sehr große taktische Fehler gemacht u. das dürfte nicht passieren!

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        • avatar stefan sagt:

          …allerdings ist OR die falsche Adresse, wenn du das Ausrichten der Wettfahrt kritisierst. Das ist dann schon Sache der Wettfahrtleitung. 😉

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