America’s Cup: Herausforderer-Serie beginnt um 4 Uhr – Ben Ainslie ist optimistisch

Der Kampf beginnt

Heute Nacht startet der Prada Cup. Neben Luna Rossa und American Magic greift auch Sorgenkind INEOS Team UK wieder an. Seit dem Desaster bei der World Series hat sich einiges getan – nur Leichtwind bereitet Ainslie weiter Kopfschmerzen.

Luna Rossa und INEOS Team UK im Zweikampf beim zweiten offiziellen Trainingstag vor zwei Tagen. © COR 36 | Studio Borlenghi

Nach drei Jahren Vorbereitung ist es nun so weit. Morgen, am 15. Januar um 16 Uhr Ortszeit (4 Uhr in Deutschland), kämpfen die drei Herausforderer um die Trophäe des Prada Cups. Luna Rossa Prada Pirelli (Italien), American Magic (USA) und INEOS Team UK (Enbland) treffen im neuseeländischen Auckland aufeinander. Der Gewinner nimmt am 36. America’s Cup teil und steigt gegen Titelverteidiger Emirates Team New Zealand in den Ring.

Die Skipper der drei Herausvorderer: Max Sirena, Ben Ainslie und Terry Hutchinson (v.l.). © C. Gregory

Tipp für Nachteulen und Frühaufsteher: Das Event wird ab 4 Uhr im Fernsehen auf Servus TV (deutscher Kommentar) und auf dem YouTube-Kanal des America’s Cup übertragen.

“Wir haben uns stark verbessert”

Bei der World Series hatte das Sorgenkind INEOS deutlich seine Schwachpunkte aufgezeigt bekommen. Dennoch gab sich Sir Ben Ainslie, Teamchef und Skipper von Team UK, bei der heutigen Pressekonferenz optimistisch. Die Probleme seien behoben worden.

Der AC75 vom INEOS Team UK mit seiner sehr speziellen Vorderansicht. © INEOS Team UK

“Ich spreche dem Team ein großes Lob aus für den Einsatz, den es seit der World Series gezeigt hat. Jeder hat mit Hochdruck gearbeitet, um unsere Probleme zu identifizieren und zu beheben. Jetzt sind wir alle gespannt, wie groß der Leistungssprung ist, den wir gemacht haben. Wir denken, dass wir uns stark verbessert haben. Wir verwenden viele neue Teile, darunter Ruder samt Foil, Mast, Großsegel und mehrere Vorsegel. Außerdem gibt es Modifikationen an unseren Hauptfoils, beim Windwiderstand und an den Kontrollsystemen im Rumpf.

Haben wir uns genug verbessert? Das wird die Zeit zeigen. Im Moment sind wir bei mittelstarkem Wind sicherlich konkurrenzfähig, bei Leichtwind müssen wir noch an uns arbeiten. Darauf liegt unser Fokus aber nach dem ersten Rennwochenende wissen wir mehr. Im America’s Cup hört die Entwicklung nie auf. Wir haben erst begonnen, an der Oberfläche des Potenzials dieser AC75 zu kratzen. Es ist eine faszinierende Herausforderung für uns als Segler und ein echtes Spektakel für die Fans hier in Neuseeland, zu Hause in Großbritannien und auf der ganzen Welt.”

“Verpflichtung ein großartiges Sportevent abzuliefern”

An der heutigen Eröffnungspressekonferenz nahm auch Patrizio Bertelli, CEO der Prada Group, per Videochat teil. Er zeigte sich mit dem diesjährigen Event sehr zufrieden.

“Wir sind froh, dass der Prada Cup beginnt, auch wenn die globale Situation in der Welt uns traurig stimmt. Die Teams haben das Privileg, in Auckland zu sein, wo sie sich ohne Masken, ohne Social-Distancing frei bewegen können. Hier in Europa und in den Vereinigten Staaten ist die Situation doch ganz anders und immer noch sehr ernst. Ich denke daher, dass die Herausforderer eine Verpflichtung und eine Verantwortung gegenüber der Welt haben, ein großartiges Sportevent abzuliefern.”

Die Paarungen des Prada Cups. © PRADA Cup

Bertelli sieht sich in der Pflicht, den America’s Cup wieder zu dem Event zu machen, das es einmal war. “Auf den Bermudas haben uns Matteo de Nora und Grant Dalton gebeten, nochmal mitzumachen. Ich dachte mir, das sei eine gute Gelegenheit, den America’s Cup wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Ich sah meine Chance, dem America’s Cup seine Identität zurückzugeben. Er sollte nicht wie eine Formel1-Rennstrecke werden, das ist inakzeptabel.”

“Technologie in zehn Jahren auch auf Fahrtenboote übertragen und anwenden”

Bertelli weiter: “Wenn wir bei demselben Bootstyp bleiben, was ich hoffe, werden in Zukunft mehr Teams am America’s Cup teilnehmen. Diese Boote sind außergewöhnlich. Wir haben einen echten Durchbruch in der Geschichte des Yachtdesigns erreicht, einen technologischen Meilenstein. Es sind sehr komplexe Boote, aber vielleicht kann diese Technologie in zehn Jahren auch auf Fahrtenboote übertragen und angewendet werden.”

Der PRADA Cup wird in vier Round Robins (jeder gegen jeden) vom 15. bis 17. Januar und vom 22. bis 24. Januar ausgetragen werden. Der Sieger der Serie qualifiziert sich direkt für das PRADA Cup Finale, während die beiden verbleibenden Herausforderer ein Halbfinale (29. Januar bis 2. Februar) segeln. Der Sieger nimmt als zweites Team am Finale teil (13. Februar bis 22. Februar). Der Gewinner des PRADA Cups wird dann im März beim 36. America’s Cup auf den Titelverteidiger, das Emirates Team New Zealand, treffen.

Der Zeitplan des Prada Cups. © PRADA Cup

Event Website

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