America’s Cup: Iain Murray, Wettfahrtleiter statt Syndikat-Chef

Der Unparteiische

Iain Murray, dessen Gesicht während des vergangenen Cups besonders mit dem Todesfall Simpson in Verbindung gebracht wird, kehrt auf seinen Posten als Renndirektor zurück.

Ameirca's Cup Wettfahrtleiter Iain Murray

America’s Cup Wettfahrtleiter Iain Murray in Aktion. © ACEA / PHOTO GILLES MARTIN-RAGET

Es war sicher eine der schwärzesten Stunden im Leben von Iain Murray, als er 2013 die Umstände, die zum Tod von Andrew Simpson führten, vor der Öffentlichkeit erklären musste. Mit zuckender Schulter, stockender Stimme und den Tränen nahe erklärte er die Fakten und musste schließlich mit Regeländerungen sicher stellen, dass so ein Unglück in Zukunft ausgeschlossen wird.

Eine harte Zeit für den korpulenten 56-Jährigen, dem man kaum noch abnimmt, dass er sechsmal den 18 Footer WM Titel gewonnen hat, zuletzt 1982. Denn es war klar, dass zum Beispiel die eingeführten Windlimits und Änderungen der Rudertragflächen großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der AC72 Katamarane nahm.

Proteste gegen Murray

Das Team New Zealand und auch Luna Rossa reichten Proteste gegen Murray ein, der verstellbare Rudertragflächen erlaubte. Er würde seine Kompetenzen überschreiten. Besonders diese Maßnahme wie aber auch das Herabsetzen der oberen Windgrenze schien dem zu diesem Zeitpunkt schwächelnden Cup-Verteidiger Oracle sehr zu helfen.

So wurde vermutet, dass Oracle schon länger beim Training mit illegalen beweglichen Ruderflügeln unterwegs war, und nur so die gezeigten Highspeed-Flüge absolvieren konnte.

Luna Rossa Skipper Max Sirena konstatierte sogar : “Oracle und Artemis machen etwas Illegales und Schändliches. Sie beuten den Tod von `Bart´ Simpson aus, einem Segler und Freund. Und ich bin es leid, das alles ruhig hinzunehmen.”

Die Situation hätte schwer aus dem Ruder laufen können, wenn man Murray nicht abgenommen hätte, dass diese vermeintlichen Vorteile nur zufällig zugunsten von Oracle ausfallen. Seine natürliche Präsenz und von allen anerkannte Unparteilichkeit verhinderte den großen Eklat.

Gutes Zeichen

So ist die Benennung von Murray als Renndirektor auch für den 35. America’s Cup ein gutes Zeichen. Zumal seine Wahl aus einer Abstimmung allen sechs Teilnehmern erfolgt ist. Seine neue Amtszeit hat Murray schon am 1. Dezember begonnen.

Er betont die große Chance, den modernen America’s Cup signifikant weiterentwickeln zu können. Beim letzen mal gab es so viele Neuerungen und wir haben so viel über den Bau, das Design, und das Segeln der Multihull-Foiler gelernt. Nun haben wir die Chance, das Ganze durch kleinere Anpassungen noch besser machen zu können.” Dabei gehe es besonders auch um die Sicherheit.

Murray ist optimistisch, weil es bis jetzt eine enge Kooperation der Teams miteinander gegeben habe. Die ersten Aufgaben beziehen sich insbesondere auf die erste America’s Cup World Series, die erstmals mit AC45 Katamaranen auf Tragflächen bestritten wird.

Dabei hätte sich der Australier wohl eigentlich lieber in einer anderen Position gesehen. Er war eigentlich der Chef der australischen Herausforderer, die auch Challenger of Record fungierten. Aber die Oatley Familie zog sich schließlich wegen finanzieller Bedenken zurück.

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Carsten Kemmling

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