America’s Cup: Iain Percy skippert Malta beim Cup – Vierter Herausforderer bestätigt

Plötzlich war er weg

Beim Finale der Star Sailors League in Nassau wurde die Abwesenheit vom Starboot-Olympiasieger Iain Percy totgeschwiegen. Nun ist klar, warum der Brite so schnell abreiste.

America's Cup Artemis

Taktiker Ian Percy im Wasserstrahl auf dem Artemis AC50 KAt in Bermuda. © Artemis/Sander van der Borch

Es sollte auf den Bahamas der große Showdown der letztmaligen Starboot-Olympiamedaillen-Gewinner Frederik Loof, Iain Percy und Robert Scheidt werden. Aber plötzlich war der Brite weg. Das mysteriöse Verschwinden wurde kaum kommentiert, aber nun ist klar, was dahinter steckt. Percy ist nach Malta geflogen, wo er eine wichtige Unterschrift zu leisten hatte. Der ehemalige Skipper des schwedischen America’s Cup Teams Artemis soll ein maltesisches Syndikat zum Cup führen.

Der Royal Malta Yacht Club ist der erste maltesische Club, der eine Herausforderung für den America’s Cup abgegeben hat. Und sie soll bereits vom Verteidiger ETNZ und dem Royal New Zealand Yacht Squadron angenommen worden sein, wie italienische Medien berichten.

Italienischer Unternehmer an der Spitze

Der Name des neuen Teams ist Malta Altus Challenge. Es wird vom florentinischen Unternehmer Pasquale Cataldi geführt, der im Immobiliengeschäft tätig und Vorsitzender eines maltesischen Fonds namens BitBull Fund ist. Cataldi hatte sich auch für die sardische Initiative Adelasia von Torres interessiert, sich aber nun für die Malta-Option entschieden. Steuervorteile sollen keine geringe Rolle gespielt haben.

Cataldi sagte der Times Malta: “Unser Ziel ist es, drei Ausgaben des America’s Cup zu absolvieren. Wenn man ein solides Team aufbauen will, dann muss man sich für mindestens drei Cup-Zyklen verpflichten. Ich denke, alle an dieser Ausgabe beteiligten Teams werden noch lange dabei sein. Es gibt eine neue Klasse, so dass das Spiel für alle gleich ist. Ich erwarte keine großen Leistungsunterschiede.” 

Das Logo der Malta Challenge.

Malta wird die kleinste Nation sein, die in den 167 Jahren ihrer Geschichte am America’s Cup teilgenommen hat. Der maltesischen Premierminister Joseph Muscat twitterte schon enthusiastisch über die neue Herausforderung. Allerdings dürfte es für die Malteser schwierig werden, die neue Nationenregel zu erfüllen. Denn das kleine Land verfügt nicht über viele große Namen, die im internationalen Vergleich auf höchstem sportlichen Niveau konkurrenzfähig wären.

Wie die Neuseeländer

Cataldi macht aber klar, dass er mit einem relativ knappen Budget plant. Es soll nur eines statt der erlaubten zwei Boote gebaut werden. “Wir müssen nicht das größte Team sein. Wir wollen klug mit unserern Ressourcen umgehen. Wir haben in der Vergangenheit mit dem ähnlichen Ansatz der Neuseeländer gesehen, dass es auch einer kleineren Mannschaft gelingen kann, die größere Rivalen zu besiegen.”

Eine offizielle Präsentation, an der ein Team von maltesischen und internationalen Seglern teilnehmen wird, ist für das erste Quartal 2019 geplant. Die maltesische Herausforderung ist damit der vierte Offizielle für den 36. America’s Cup. Auch der America’s Cup bestätigte die Herausforderung. Grant Dalton begrüßte den Royal Malta Yacht Club offiziell.

 

 

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Carsten Kemmling

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