America’s Cup: Luna Rossa lässt seinen Silber-Kat zu Wasser

Stylisch

Puna Rossa AC72 im Silber-Look. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Puna Rossa AC72 im Silber-Look. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Das italienische Luna Rossa von Prada Chef Patrizio Bertelli hat in Auckland seinen neuen AC72 Katamaran getauft und gewassert, ein stylisches Gefährt im glänzenden Silber-Look. Zusammen mit seiner Frau Miuccia Prada schlug er eine Champagner Flasche gegen den Bugspriet.

Es heißt in der Pressemiteilung, dass 300 Menschen in die Konstruktion eingebunden gewesen seien. 70 Teammitglieder waren fast ein Jahr beschäftigt. Insgesamt seien 52,000 Arbeitsstunden aufgewendet worden. 12.000 für das Flügelsegel, 17.000 für die Rümpfe und 23.000 für den Bau der Plattform und Anhänge.  500 Kilogramm Titan wurden verbaut und 2000 Meter Taumaterial angebracht.

Patricio Bertelli schlägt mit seiner Frau Miuccia Prada die Tauf-Flasche gegen den AC72 Bugspriet. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Patricio Bertelli schlägt mit seiner Frau Miuccia Prada die Tauf-Flasche gegen den AC72 Bugspriet. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Patrizio Bertelli sagte: “Der Stapellauf einer Yacht ist immer aufregend. Aber diesmal vielleicht noch mehr, weil diese Technologie so extrem ist.” Sein Skipper Max Sirena kündigte an, schon am nächsten Tag mit den ersten Strukturtests auf dem Wasser beginnen zu wollen.

Bei einer Pressekonferenz vor der Feier klärte Bertelli über weitere Meilensteine der Kampagne auf. Demnach sollen ab der zweiten Novemberwoche die ersten Probeläufe gegen den Sparringspartner vom Team New Zealand erfolgen, dessen Konstruktion die Design-Grundlage für den italienischen Kat lieferte. Im Gegensatz zur Konkurrenz planen die Italiener, keinen weiteren Katamaran zu bauen. Aber sie bereiten ein zweites Flügelsegel vor.

Bertelli hat schon einige Cupper getauft. Man merkt ihm die Übung an.  © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Bertelli hat schon einige Cupper getauft. Man merkt ihm die Übung an. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Plattform und das erste Wing-Sail seien zwar identisch mit denen der Neuseeländer, aber die Vorsegel und Unterwasser-Flügel unterscheiden sich von denen der Kiwis. Das Budget der Kampagne betrage 45 Millionen Euro. Bertelli plane aber auch schon für die nächsten beiden Cups.

Schwierig werde der Umzug von Auckland nach San Francisco im nächsten Jahr. Dafür werden 60 Tage veranschlagt, in den man nicht segeln könne. Bertelli äußerte sich wenig kritisch über die lange Zeit der America’s Cup Streitereien bis 2010. Er sagt, das gehöre wohl zum Cup, fühle sich aber in die Zeit der riesigen J-Class Yachten zurückversetzt als auch nur wenige Boote um die Kanne segelten. Das sei nicht seine Vision. Er hätte kleinere Katamarane, oder schnelle Monohulls bevorzugt, um mehr Herausforderer an den Start zu bringen.

Buntes Tages-Feuerwerk zum Luna Rossa Launch. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Buntes Tages-Feuerwerk zum Luna Rossa Launch. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Skipper Max Sirena äußerte seine Meinung zur Oracle Kenterung. Demnach hält er den Twist der Oracle-Plattform für kritisch. Das sei bei konventionellen Kats Okay aber nicht beim Tragflächensegeln.  Möglicherweise habe die Verwindung dazu geführt, dass ein Ruder-Flügel gegen den anderen gearbeitet und dadurch die Kenterung verursacht habe.

Im Schwebezustand. Aber die italienische Kampagne nimmt Fahrt auf. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Im Schwebezustand. Aber die italienische Kampagne nimmt Fahrt auf. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Der einzige AC72 Kat der Italiener ist identisch mit dem Kiwi-Multihull. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Der einzige AC72 Kat der Italiener ist identisch mit dem Kiwi-Multihull. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Feierstunde in Auckland. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

Feierstunde in Auckland. © Luna Rossa/Carlo Borlenghi

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „America’s Cup: Luna Rossa lässt seinen Silber-Kat zu Wasser“

  1. avatar bowman sagt:

    Mal sehen, ob der mit L-Flügeln und geraden Schwertern genauso zum Fliegen kommt wie der Kiwi Kat.

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  2. avatar AC90 sagt:

    Hui, wirklich mal was Neues. Scheint mir, als wollen die Italiener ihre Gegner mit ihrem Siegelkat verblitzten.

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  3. avatar Kurti sagt:

    So ne Spiegelfolie ist gut am Start, da sieht das Race Comittee nicht ob der Kat über der Linie ist 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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