America’s Cup: Mehrheit ist für neue Klasse – Kiwis rufen Schlichtungs an

Downsizing beschlossen

Das America’s Cup Management hat die Einführung einer neuen Klasse verkündet. Sie soll zwischen 45 und 50 Fuß groß sein. Noch keine Reaktion von Luna Rossa. Neuseeländer kämpfen um abgesagte Quali-Regatta in Auckland.

Artemis Racing

Artemis trainiert in San Francisco schon länger auf seinem fliegenden AC45 Kat. @ von der Borch

“Die Teams haben zugestimmt, dass die aktuellen Kosten weder gerechtfertigt noch nachhaltig sind”, sagt Commercial Commissioner Harvey Schiller nach einem Treffen aller America’s Cup Teilnehmer. Und dann habe eine Mehrheit beschlossen, einen vernünftigen Kurs aufzunehmen, um die Teilnahme günstiger zu machen.

Es ist ein logisches Statement, das vom America’s Cup Management verbreitet wird. Allerdings war Logik selten die Triebfeder für Entscheidungen des America’s Cup Verteidigers. Dahinter hat man immer die Auswirkungen gesucht, die das Spielfeld zu seinen Gunsten verändern. Sie waren einfach zu finden. Sollte es diesmal anders sein?

Ist Luna Rossa draußen?

Der aktuelle Vorstoß könnte die Auswirkung haben, dass der zurzeit stärkste Herausforderer Luna Rossa und die immer gefährlichen Neuseeländer die Waffen strecken und einige schwächere Teams nachrücken. In der Folge wäre der America’s Cup für Oracle deutlich einfacher zu verteidigen. Kann das das Ziel sein?

Oder ist es wirklich ein ehrlicher Impuls, um den America’s Cup auf eine tragfähige Basis zu stellen? Wenn der Downsizing Impuls früher gekommen wäre, hätte man das glauben können. Was musste sich Russell Coutts nicht alles anhören, als er ihm wieder einmal die versprochene Kostensenkung geglückt war.

Und nun soll sie plötzlich kommen? Ob Harvey Schiller den Unterschied ausmacht? Der hoch dekorierte Mann hat erst im August 2014 seinen Posten beim America’s Cup eingenommen und hatte keinen Einfluss auf die früheren Entscheidungen. Die jetzige Entwicklung mag zeigen, dass auch Coutts und Ellison auf ihn hören. Das würde auch die strategische Kehrtwendung zu einem kleineren Boot erklären.

Aber der Vorstoß ist nur dann erfolgreich, wenn auch Luna Rossa und Team New Zealand im Boot gehalten werden können. Die Italiener haben sich noch nicht geäußert. Es wird davon ausgegangen, dass beide Teams gegen die Änderung gestimmt haben.

Kiwis kämpfen um Auckland

Nur die Kiwis haben schon ihren nächsten Schritt angekündigt. Sie wollen die Schlichtungskommission anrufen. Ihnen geht es allerdings weniger um die Bootsgröße als die Tatsache, dass Auckland die versprochene Qualifikationsregatta entzogen wurde. Die Regierung hatte daran die Vergabe von Steuergeldern an das Team geknüpft.

“Wir kämpfen darum, den Qualifier zu behalten”, sagt Dalton. “Das ist nicht das Ende vom Emirates Team New Zealand. Es geht darum einen Vertrag einzuhalten und den America’s Cup wie versprochen nach Neuseeland zu bringen.” Die Mehrheit aller Teams hat sich allerdings aus Kostengründen gegen Auckland ausgesprochen.

In der Pressemitteilung ist noch nicht viel über das weitere Vorgehen gesagt, es wird aber über mögliche neue Teams spekuliert. So kommt sogar Roland Gäbler zu Wort. “Ich hatte mich auf den nächsten America’s Cup fokussiert, aber mit diesen Veränderungen können wir den Vorgang auch für den aktuellen Cup beschleunigen.”

Welche Teams nun tatsächlich nachmelden können, ist längst nicht klar. Offiziell wird von einem asiatischen Team gesprochen, das wohl aus Japan kommen soll.

Die Regeländerungen, die auch einige One Design Elemente beinhalten, sollen in der nächsten Woche in einem veränderten Protokoll öffentlich gemacht werden.

 

 

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Carsten Kemmling

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13 Kommentare zu „America’s Cup: Mehrheit ist für neue Klasse – Kiwis rufen Schlichtungs an“

  1. avatar Stefan sagt:

    Wie? Soll jetzt mit dem Tornado um den Americas Cup gesegelt werden?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 3

    • avatar Norman sagt:

      Wieso Tornado? Die Bente wird es sein, Downsizing ist doch das Stichwort.

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  2. avatar Backe sagt:

    So wie Coutts und Ellison bei der letzten und vorletzten Runde juristisch auf der Gültigkeit der Vereinbarung zwischen Herausforderer und Cup-Verteidiger herumgeritten haben kann man nur sagen: Was für eine verlogene Scheißbande!

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    • avatar Firstler sagt:

      100% Zustimmung zur “Verlogenen Scheißbande” 🙂

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  3. avatar Sven 14Footer sagt:

    sagt mal ehrlich, das ist doch ein Aprilscherz, oder?

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  4. avatar dubblebubble sagt:

    Gemessen an 2013 wird das wohl ein Micky-Mouse-Cup. *sad*

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  5. avatar Ruben sagt:

    Ellison hatte wohl Muffensausen bekommen als LR und NZL angefangen haben eine gut Kampagne zu starten. Da war der Trick mit, wir dürfen zwei boote bauen und ihr nur eins, wohl nicht mehr genug und einen Sieg zu garantieren, also muss nun alles auf Null gesetzt werden. Der Cup ist zur Farce verkommen, aber wenn Ellison das braucht… Gibt ja noch genug andere coole Regatten. Vielleicht mag er auch irgendwann nicht mehr alleine spielen und lässt einen anderen Amerikaner dran. Das da einige an einem fairen Wettkampf interessiert sind sieht jeder der mal SA liest. Ich geh derweil mal VOR gucken, die matchracen mittlerweile ja auch mehr als der AC. (35 Halsen an der Eisgrenze lang. Nachts)

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  6. avatar Jörg sagt:

    Von wann ist denn:
    http://luna-rossa-challenge.americascup.com/en/news/196_Statement-regarding-the-proposal-of-boat-change-for-the-35th-Americas-Cup
    Damit ist LR doch raus, oder nicht?

    Stimme Backe voll zu 🙂

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  7. avatar AC 90 sagt:

    Und die Australier sind aus Kostengründen ausgestiegen. Die müssen doch vor Wut platzen.

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    • avatar Hans sagt:

      Die Australier wollten nie wirklich antreten. Die sind nur kurz für Oracle als CoR aufgetreten um eine möglichst lasche Blaupause für eine spätere echte Herausforderung zu formulieren. Luna Rossa als Nachfolgerin konnte dadurch nicht mehr völlig frei Herausfordern. Das Spiel um den AmerikasCup hat mittlerweile das gleiche verlogen hinterfotzige Niveau wie die westliche Außen- und Sicherheitspolitik

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      • avatar Hans sagt:

        In Russland wird übrigens gerade an einem separaten Cup gebastelt. Er soll auf dem Schwarzen Meer vor Sewastopol oder Sotchi ausgetragen werden. Der Sieger bekommt die Krim. Transbunker hat sich noch nicht zu einer Herausforderung geäußert. Anscheinend müssen erst die Verträge mit einem Sponsor aus den USA in trockene Tücher gebracht werden.

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  8. avatar RVK sagt:

    One Rich Asshole Called Larry Ellison (=ORACLE) gewinnt mal wieder und drückt Luna Rossa aus dem Cup! Die Italiener ziehen die weiße Flagge und verlassen den Cup!

    http://dlvr.it/9DBR6G

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