America’s Cup: Offizielle Kiwi-Taufe – Warum der neue AC50 20 Prozent schneller ist

Gegen fünf Goliaths

Nach den vielen Mutmaßungen über die “Radfahrer” beim Team New Zealand, haben sich die Kiwis nun selber mit einer Veröffentlichung gemeldet.

Zur offiziellen Taufe 100 Tage vor dem Start der Louis Vuitton America’s Cup Qualifiers hat das Emirates Team New Zealand ein Video zur Erklärung seiner Bootsentwicklung herausgebracht.

Emirates Team New Zealand

Windschatten Radfahren. © Hamish Hooper and Emirates Team New Zealand

Darin heißt es, dass der neue 15 Meter lange Katamaran trotz fehlender sieben Meter Rumpflänge und 15 Meter kürzerem Flügelsegel gleich 20 Prozent schneller auf dem Rennkurs sein werde als die AC72 vor drei Jahren. Das liege an der neuen Regel für die America’s Cup Class, die zwar Einheitselemente wie bei den Rümpfen, Beams und dem Segelflügel vorschreibe aber deutlich mehr Freiheiten bei den Kontrollsystemen und Schwertformen erlaube.

Die Entwicklung der Fuß-Kurbeln spielen die Kiwis herunter. Das System sei zwar die offenkundigste Veränderung gegenüber den Test-Booten aber nicht die wichtigste, heißt es beim Design Team. Die Entscheidung zu diesem Schritt sei schon vor drei Jahren gefallen sagt Design Coordinator Dan Bernasconi. “Der Vorteil war offensichtlich, aber es gab Probleme mit der Funktionalität. Daran haben wir seit drei Jahren hart gearbeitet.”

Stabiler Flugmodus entscheidet

Es werde darauf ankommen, einen stabilen Flug-Modus über den gesamten Rennkurs einzunehmen. Darauf sei die innovativste und kraftvollste Technologie aller Zeiten bei diesem Wettkampf ausgerichtet.  Diese Regatta werde im Bereich der Elektronik, Hydraulik und beim Foil Design entschieden.

Emirates Team New Zealand

Am zweiten Segeltag zeigen die Kiwis in Auckland guten Speed und schon eine Foil-Wende. © Hamish Hooper and Emirates Team New Zealand

Skipper Glenn Ashby sagt: “Wir werden noch einen Monat intensiv in Auckland testen und dann nach Bermuda umziehen, wo wir das Training fortsetzen.” Grant Dalton weist darauf hin, dass das Team New Zealand in seiner 30-jährigen Geschichte immer an der vordersten Front des internationalen Segelsports gekämpft habe beginnend mit dem revolutionären Kunststoff Yacht Plastic Fantastic 1987. Auch dieser AC50 weise wieder revolutionäre neue Konzepte auf.

Wenn die Kiwis aber auch diesmal trotz deutlich geringerer Ressourcen und großen Schwierigkeiten beim Start der Kampagne die gewohnte Rolle spielen könnten, wäre das eine große Überraschung.  Und so sehen sie es selber wohl auch. Shore Team Manager Sean Regan sagt: “Wir glauben fest dran, dass wir mit diesem Ding gegen die anderen fünf Goliaths bestehen können.”

Wie zur Bekräftigung zeigen sie am Schluss des Videos eine blitzsauberere Foiling-Wende. Sollten sie am Ende doch auf Augenhöhe mit den großen, reichen Teams segeln können? Die Unberechenbarkeit der Neuseeländer ist vielleicht ihre stärkste Waffe.

Emirates Team New Zealand

Ungewöhnliche Optik auf dem Kiwi-Cupper. © Hamish Hooper and Emirates Team New Zealand

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://northsails.com/sailing/3di-nordac

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *