America’s Cup: Windlimit-Streit entschieden – MacDonald’s beim Team New Zealand an Bord

Einigung über das Windfenster

Nach einer erfolgreichen Vermittlung haben sich der America’s-Cup-Verteidiger und der Challenger of Record Luna Rossa auf wichtige Rahmenbedingungen für den 36. America’s Cup geeinigt.

Eigentlich sollte für den eines filigranen America’s Cuppers das Wissen um die Wind-Obergrenze für seinen Einsatzbereich eine zentrale Information für die Designer sein. Umso erstaunlicher ist es, dass die Herausforderer die späte Bekanntgabe dieses Schlüsselkriteriums durch den Verteidiger erst am 20. Dezember 2019 akzeptiert haben.

In den Bau der ersten AC75 Cupper konnte die Information nicht mehr eingehen. Prompt ist daraus ein Streit entstanden, und das America’s Cup Schiedsgericht wurde zur Entscheidungsfindung zusammengerufen.

Rasen auf dem Cup-Revier vor Auckland. © ETNZ

Die Neuseeländer wollten 24 Knoten als Obergrenze festlegen, so wie es auch beim letzten Cup in Bermuda für die 50-Fuß-Folienkatamarane galt. Der erste Herausforderer Luna Rossa zog dagegen nur 20 Knoten in Betracht. Team New Zealand bezeichnet dieses Limit als “unrealistisch für die Bedingungen in Auckland”.

Offenes Windfenster

Spätestens bis zum 20. März 2020 sollte die Entscheidung fallen. Nun ist es schon früher zu einer Einigung gekommen. Das offizielle Vermittlungsverfahren unter der Leitung des America’s-Cup-Schiedsgericht-Vorsitzenden David Tillett (AUS) hat ein Ergebnis gebracht.

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Das  Windfenster für die Rennen im America’s-Cup-Match soll sich zwischen 6,5 und 23 Knoten öffnen. Bei der Herausforder-Serie beträgt das Maximum nun allerdings nur 21 Knoten.

Die Verhandlungen fanden offenbar nur zwischen dem Team New Zealand und Luna Rossa statt. American Magic Skipper Terry Hutchinson stellte schon vor Wochen gegenüber Associated Press klar: “Wir haben dabei Null Mitspracherecht.” Das sei auch nicht unbedingt ein Problem, nur solle man sich endlich einmal einigen. “Ich weiß beim besten Willen nicht, warum es diese Verzögerung gibt.” Er bezeichnet das Vorgehen als “außerordentlich enttäuschend”, will aber keine möglichen taktischen Spielchen dahinter sehen.

Informationsvorsprung

Dabei haben Kiwis und Italiener durchaus einen Informationsvorsprung, der sich schon durch die Beschäftigung mit den Regeln für das neue Protokoll ergeben hat. Ben Ainslie hat schon darauf hingewiesen, dass es kein Zufall ist, dass beide gegnerischen Boote ein wohl aerodynamisch vorteilhaften Wulst unter dem Rumpf aufweisen. Beide Teams hätten sich einige Monate länger mit den Regeln beschäftigen können als Briten und Amerikaner.

Die möglichen Rennkurse vor Auckland. © Emirates Team New Zealand

Mit der Einigung über das Windlimit geht auch der aktualisierte Rennkalender einher. Beim America’s-Cup-Match werden jetzt jeweils zwei Rennen am Tag gesegelt und zwar am 6., 7., 10., 12., 13., 14. und 15. März. Weitere Reservetage sind vorgesehen, aber es ist beabsichtigt, die Veranstaltung am Wochenende des 13. und 14. März abzuschließen. Es soll jeweils Rennen ab 16.00 Uhr gestartet werden. Der Gewinner des America’s Cup Match wird das Team sein, das zuerst sieben Punkte erreicht.

Die Herausforderer Serie Prada-Cup besteht nun aus vier Round-Robin-Runden bei denen jeder gegen jeden antritt. Die Teams segeln am 15., 16., 17., 22., 23. und 24. Januar, gefolgt von einer Wiederholungsrunde über den 29., 30., 31. Januar und 2. Februar. Das Prada-Cup-Finale wird über den 13., 14., 17., 19., 20., 21. und 22. Februar ausgetragen.

Derweil haben die Neuseeländer einen neuen Sponsor-Partner präsentiert, der eigentlich so gar nicht ins America’s Cup Umfeld passen will. Aber die Kiwis sind eben deutlich mehr auf Sponsoren angewiesen, als ihre Gegner, die jeweils Milliardäre hinter sich wissen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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