America’s Cup: Team New Zealand weiter überlegen – Artemis zu schwer

Schwer geschlagen

Luna Rossa hat es auch in seinem vielleicht letzten Louis Vuitton Rennen gegen das Team New Zealand nicht geschafft, das Duell wie ein Rennen aussehen zu lassen. Die Italiener verloren mit 3:20 Rückstand.

Team New Zealand Luna Rossa

Team New Zealand foilt auf dem Weg zu ersten Tonne an Luna Rossa vorbei. © ACEA Gilles Martin Raget

Beim Start erarbeitete sich Steuermann Chris Draper noch die zuletzt bessere Leeposition, ging aber minimal später und langsamer über die Linie und musste die klar schnelleren Neuseeländer in Luv passieren lassen. Danach vollzog sich das alte Spiel. Team New Zealand baute den Vorsprung permanent aus und verbreitete Langeweile.

Auf dem Vorwind-Schenkel waren es jeweils 20 bis 30 Sekunden, am Wind kam immer gut das Doppelt dazu. Luna Rossa Skipper Max Sirena sagte dennoch: “Es war ein positiver Tag für uns. Wir sind besser gesegelt und einige technischen Veränderungen brachten hoffnungsvolle Ergebnisse. Uns ist aber bewusst, dass diese Verbesserungen nicht ausreichen.”

Mehr Spannung als im Rennen steckte in der Entscheidung, wie die Neuseeländer als Sieger der Louis Vuitton Cup Round Robin mit dem Recht umgehen, über die weiteren Gegner entscheiden zu können.

Statt einen direkten Platz im Finale hätten sie sich auch zugunsten weiterer Rennen gegen Luna Rossa oder Artemis im Halbfinale entscheiden können. Aber sie entschieden sich für den Finaleinzug wohl auch weil die Rennen so einseitig sind, dass sie den Kurs auch alleine absegeln könnten.

“Wir haben intensiv darüber nachgedacht, ob es besser ist, bei den Halbfinals mehr Zeit unter Rennbedingungen zu bekommen”, sagt Dean Barker. “Aber es gibt auch genug Arbeit am Boot zu tun. Viele Veränderungen und Modifikationen, um unsere Performance weiter zu verbessern.”

Damit wäre der 6 August der nächste Renntag, an dem zwei AC72 Katamarane aufeinandertreffen. Dann beginnt das Halbfinale des Louis Vuitton Cups, bei dem Artemis erstmals in das Rennen eingreifen will. Vielleicht kann das schwedische Team für so etwas wie Spannung sorgen.

Die jüngsten Nachrichten aus dem Herausforderer Lager sind allerdings auch nicht besonders vielversprechend. So stellte sich heraus, dass der große blaue Artemis Katamaran nicht in die Vermessung passt, weil er das erlaubte Maximalgewicht überschreitet.

Die beiden Gegner im Louis Vuitton Cup haben einer Regeländerung zugestimmt, damit Artemis trotz Übergewicht starten darf. Was bei einem möglichen Einzug in das America’s Cup Finale passiert, ist noch nicht klar. Es scheint wohl zu unwahrscheinlich.

Kurs: Sieben Schenkel
Course length: 15.27 Meilen
Zeiten: ETNZ – 45:05; LR – 48:26
Gesegelte Gesamtdistanz: ETNZ – 18.29 NM; LR – 19.75 NM
Durchschnitt Speed: ETNZ – 25.21 kn; LR – 24.5 kn
Top Speed: ETNZ – 42.76 kn; LR – 39.55 kn
Wind speed: Durchschnitt 15.3 kn; Böen 19.6 kn

 

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „America’s Cup: Team New Zealand weiter überlegen – Artemis zu schwer“

  1. avatar Stefan Z sagt:

    Da werden Millionen ausgegeben und dann ist das Boot zu schwer….

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 2

    • avatar liebersegeln sagt:

      …wenn die Alternative kaputt ist, dann doch lieber zu schwer!

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 6

    • avatar Wilfried sagt:

      erst meckern alle über Risiken und strukturelle Probleme und dann wird mehr Leichtbau gefordert.

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  2. avatar Ostnordost sagt:

    ein Sport für Schwerreiche

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    • avatar 12er Enthusiast sagt:

      wieso, die schweren Reichen sind doch nicht an Bord…oder werden sie mitgewogen 😉

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  3. avatar ac pro sagt:

    Positiv formuliert: was die Neuseeländer beim AC auf die Beine gestellt haben ist schon toll. Die Kiwis fliegen, sind in der Vermessung, keine größeren Unfälle, in time – in budget (?) usw.

    Die Story 4Mio Menschen und 20Mio Schafe fordern die (Segler-) Welt heraus scheint intakt zu sein… 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 0

  4. avatar coist sagt:

    Luna Rossa absolut chancenlos 🙁

    Es scheint so, als hätten sie ein gewaltiges Defizit beim Beschleunigen. Egal auf welcher Seite, ETNZ ist deutlich schneller auf Geschwindigkeit.
    Max Sirena hat ein Interview gegeben (das auf Sailinganarchy einer übersetzt hat), indem er sagte, dass eins der großen Probleme der 1. Generation des Boots ist, dass die Rümpfe zu voluminös sind. Sie hätten sogar darüber nachgedacht, das Boot radikal umzubauen, aber hätten dadurch 2 1/2 Monate an Trainingszeit verloren, weshalb sie es gelassen haben.
    Oft ist es ja so, dass je weiter die Entwicklung fortgeschritten ist, umso kleiner werden die weiteren Schritte und der Hintere kann daher etwas aufholen. Bei LR ist das Boot mglw. so unterlegen, dass die kleinen Änderungen sie einfach nicht näher ran bringen können. Mal schauen, ob und wie schnell der Panzer von Artemis in den nächsten Wochen aufholen kann 😉

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