America’s Cup: Vabanque-Spiel macht sich bezahlt – Amerikaner segeln in Auckland

Das Spiel beginnt

Der US-Herausforderer American Magic ist schwer durch die Corona-Krise gebeutelt, und setzte viel auf die Karte, trotz Lockdown vorzeitig in Neuseeland segeln zu dürfen. Das Risiko hat sich ausgezahlt.

Am 12. Juni machte die Regierung von Neuseeland den Weg frei für den America’s Cup als sie die Mitglieder der Segelteams als “unverzichtbare Arbeiter” deklarierte. Zuvor hatten insbesondere das US-Team mächtig diplomatischen Druck ausgeübt, indem es sein Material per Frachter schon auf den Weg nach Auckland geschickt hatte, obwohl offiziell noch die Grenzen geschlossen waren.

American Magic segelt als erster Herausforderer auf dem America’s Cup Revier vor Auckland. © American Magic

Aber die Ausnahmegenehmigung kam rechtzeitig und insgesamt 102 American-Magic-Mitarbeiter sowie 104 Familienmitglieder durften sich in Quarantäne begeben. Sie bewegen sich nun frei im Land und erstmals raste der US-Herausforderer über den Hauraki-Golf.

Beobachter vor Ort bescheinigten den Amerikanern ein beeindruckendes Handling angesichts der Tatsache, dass der AC75 fünf Monate lang nicht bewegt werden konnte. Zwar rauschte relativ schnell die Fock ins Wasser, nachdem das Fall gebrochen war, aber nach kurzer Reparaturzeit war das Problem wieder behoben.

Flucht vor der Hurrikan-Saison

Dean Barker fühlte sich sichtlich wohl am Steuer des Cuppers. Der 47-jährige Neuseeländer, der dreimal als Skipper und Steuermann für sein Land beim America’s Cup angetreten ist und immer verloren hat, drehte mit seinem Team um den Amerikaner Terry Hutchinson gut sechs Stunden lang seine Runden.

Ob das frühe Eintreffen am Regatta-Ort schließlich ein Vorteil für American Magic bringen wird, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist, dass die Amerikaner keine andere Wahl hatten. Sie mussten ihr Winter-Trainingsrevier in Pensacola/Florida wegen der Hurrikan-Saison verlassen, und vor ihrer Basis in Newport machten ihnen die Corona-Einschränkungen das Leben schwer. Das Timing hat nun mit viel Glück gepasst. Die Amerikaner wollen ihren zweiten Neubau im Herbst per Flieger nach Neuseeland bringen.

Als nächstes werden die Briten in Auckland erwartet. Sie segeln noch in England packen aber im August ihre Sachen. Sie erwirkten die Einreisegenehmigungen für 86 Angestellte, 128 Familienmitglieder sowie ein Kindermädchen. Die Italiener möchten erst im Herbst ihre Basis auf Sardinien verlassen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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