America’s Cup Video: Emirates Team New Zealand reagiert auf Oracle Kenterung

"Segeln auf Messers Schneide"

Es mag aussehen wie blanker Hohn, dass Team New Zealand just in dem Moment die Videos und Bilder seiner jüngsten AC72 Testfahrt präsentiert, als der scheinbar übermächtige Gegner vom America’s Cup Titelverteidiger Oracle Team USA seinen Katamaran umgeworfen hat.

Geradezu mühelos scheinen die Kiwis mit ihrem 72 Fußer auch bei Starkwind die Flugphase zu beherrschen. © Chris Cameron / Emirates TEam New Zealand

Geradezu mühelos scheinen die Kiwis mit ihrem 72 Fußer auch bei Starkwind die Flugphase zu beherrschen. © Chris Cameron / Emirates TEam New Zealand

Aber Grant Dalton bemüht sich, nicht allzu schadenfroh zu klingen. “Das ist schrecklich. Nur gut, dass niemand verletzt wurde. Schrecklich. Aber das ist eben Segeln auf Messers Schneide. Wir haben nach der Nachricht auch bei uns etwas den Druck rausgelassen. Wir sind wirklich besorgt.”

Intern dürfte sich das Bedauern allerdings in Grenzen halten. Denn der Rückschlag für Oracle erhöht die eigenen Chancen. Der knorrige Neuseeländer ist seit Jahren der größte Widersacher und Kritiker von Larry Ellison und womöglich der gefährlichste sportliche Gegner.

Dennoch rettete er in gewisser Weise allein durch die Meldung seines Teams zum 33. America’s Cup die Veranstaltung für Ellison, der sonst möglicherweise keine Gegner gefunden hätte.

CEO Grant Dalton, rechts am Grinder, ist immer mit dabei, wenn der Kiwi-Kat das Fliegen lernt. © Chris Cameron / Emirates TEam New Zealand

CEO Grant Dalton, rechts am Grinder, ist immer mit dabei, wenn der Kiwi-Kat das Fliegen lernt. © Chris Cameron / Emirates TEam New Zealand

Zuletzt ärgerte sich aber besonders sein Steuermann Dean Barker wieder maßlos über den Cup Verteidiger, der nicht die zugesagte Basis an den Piers 30 und 32 in San Francisco bereitstellen und auch nicht wie versprochen für den Ausbau einer Alternative zahlen wolle.

“Uns wurde gesagt, dass wir eine funktionsfähige Basis inklusive Hospitality Service und Zugang für Zuschauer in San Francisco übernehmen könnten”, sagt Barker. “Nun sollen wir sogar selber Kräne und Anleger organisieren und bauen. Dafür hatten wir nie ein Budget eingeplant. Das ist unglaublich.”

 

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „America’s Cup Video: Emirates Team New Zealand reagiert auf Oracle Kenterung“

  1. avatar Uwe sagt:

    Interpretiere ich das Foto richtig ?
    Hat der KIWI-Kat evtl. diagonale Verstrebungen, die ihn verwindungssteifer machen, so dass er problemloser fliegen kann ?

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    • avatar bowman sagt:

      Das siehst Du richtig. Vom achteren Beam gehen zwei diagonale Verstrebungen zur Mitte. Die Kiwis brauchen auch beim Kranen keine Transport versteifung, wie sie Oracle jeweils vorn zwischen die Rümpfe setzt.

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  2. avatar SR-Fan sagt:

    “Nun sollen wir sogar selber Kräne und Anleger organisieren und bauen. Dafür hatten wir nie ein Budget eingeplant. Das ist unglaublich.”

    Tja so ist das – kommt man Ego Larry leistungsmäßig zu nah wird die Trickkiste geöffnet. Na, Hauptsache die Winde sind fair 😉

    VG

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 2

    • avatar Pete sagt:

      Das mit dem Behindern der Herausforderer ist ja nicht neu, wenn man Insider hört was in San Diego 1995 abgegangen ist um die Herausforderer zu bremsen, sowohl auf dem Wasser wie an Land mit nicht gehaltenen Zusagen, dann ist das mit dem ‘wir stellen euch Basen zur Verfügung mit allen nötigen Details’ zu ‘oh sorry Ihr bekommt nichts’ nur der Anfang, wenn auch ein sehr teurer. Man muss sich die zusätzliche Logistik mal klar machen, plötzlich müssen die Teams komplette Basen aufbauen, also mal eben das Äquivalent einer Mittelständischen Fabrik bauen, vor 3 Wochen waren sie davon ausgegangen dass sie nur den ‘persönlichen touch’ hinzufügen müssen. Insgesamt sprengt das natürlich den AC ein bisschen, denn warum sollen die Teams denn jetzt im teuren downtown San Francisco ihre Basis bauen, wenn sie auch irgendwo anders an der Bucht eine Basis bauen können. Artemis ist ja schon ‘gegenüber’… Die Atmosphäre wie in Auckland oder in Valencia wo alle Teams direkt nebeneinander waren ist wohl dahin (naja bei 3 Teilnehmern + Oracle war vielleicht nie eine Chance das die Atmosphäre da ist).
      Das Problem für Oracle könnte werden, dass der ‘Chief Spinner’ TE bei vorherigen Cups seine ‘Schweinereien’ gut vor der Öffentlichkeit verstecken konnte, dieses mal könnte es aber dank Internet schnell öffentlich werden, was zu viel negativer Publicity führen könnte. Sowas wie die Sache mit den Autos für die Challenger in 1995 würde heutzutage sofort im Internet stehen. Und es ist noch ein Jahr bis zum Cup – endlich hat die Segelszene wieder was zu diskutieren (und zu lästern) !!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  3. avatar wooling sagt:

    Larry ist sicher immer noch verärgert, dass SanFran nicht das ganze Hafenareal nach seinen Wünschen umbaut. Das ist ja auch echt mies von der Stadt. Ist doch egal, dass er von 12 Teams gesprochen hat, als er mit SanFran verhandelt hat. 4 sind halt die neue 12. Ist doch auch kleinlich von der Stadt, das sie für 4 Teams nicht das Wasser aus der Bucht lassen. Außerdem ist es Larrylästerung, statt dessen in eine neue NBA Arena zu investieren.

    Die Stadt SanFran hat offenbar von Valencia gelernt, die DirtyLarry richtig mies beschissen hat. Die erstklassige Infrastruktur vom AC 32 und 33 steht heute noch bereit.

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