America’s Cup World Series Cascais: Video Tag fünf. Spithill dominiert Fleetraces. Heute Live ab 15 Uhr

Werbebande im Weg

Nun ist es passiert. In der SR-Kommentarspalte wurde noch gemutmaßt, wann die schwimmende Werbebande erstmals im Weg liegt, und gestern war es so weit. Beim ersten Fleetrace am Freitag (im Video 3:20) überfährt Loick Peyron fast die Werbekette und wird aus dem Parcours geführt. Auch der Altmeister hat es schwer, sich an solche Neuerungen zu gewöhnen.

Team Energy (l.) muss hart anluven, um der Werbebande ausweichen.

Ansonsten erwischte James Spithill diesmal einen guten Tag und konnte den Kiwis zumindest bei den Fleetraces die Grenzen aufzeigen. Beim entscheidenden Match Race zog er allerdings zum dritten Mal in Folge den Kürzeren.

Das Rennen ist am Schluss des Videos zu sehen und dürfte das spannendste Duell der bisherigen Serie gewesen sein. Emirates Team New Zealand überholt Spithill an der vorletzten Luvmarke.

Die Liveberichterstattung funktioniert jetzt auch für deutsche Zuschauer. Heute ab 15 Uhr kann sich jeder selbst ein Bild von der Attraktivität der angekündigten neuen Dimension im Segelsport machen auf der America’s Cup Homepage.

Die Pressemitteilung: Alle drei Fleet Races am Freitag gewannen James Spithill und seine ORACLE Racing Crew. Doch diese Leistungen wurden im „Alles-oder-Nichts“-Match Race um den Tagessieg zunichte gemacht, als das Emirates Team New Zealand in der zweiten Runde an Spithill vorbeigehen konnte und den Vorsprung ins Ziel brachte. Am dritten Tag in Folge holten die „Kiwis“ damit die maximale Punktausbeute und ziehen direkt ins Halbfinale am Samstag ein.

„Morgen beginnt alles von vorne“, sagte der neuseeländische Skipper Dean Barker. „Die drei vergangenen Tage zählen dann nicht mehr. Wir haben beim Fleetracing und beim Matchracing viel gelernt. Noch läuft nicht alles geschmeidig, doch diese Boote zu segeln ist eine echte Herausforderung. Fehler werden hart bestraft, es geht also darum, in den Wettfahrten die Fehler zu minimieren.“

Spithills Enttäuschung über die Match-Race-Niederlage dürfte dadurch abgemildert werden, dass er mit dem zweiten Rang ebenfalls einen Platz im Halbfinale sicher hat.

„In den letzten Tagen habe ich einige der besten Match Races überhaupt erlebt“, meinte Spithill. „Körperlich ist es sehr anstrengend. Ich denke, dank der Live-Übertragung mit Onboard-Kameras verstehen die Zuschauer, unter welchem Druck wir Entscheidungen treffen müssen und wie hart das Segeln auf diesen Booten ist. Und ich finde das großartig.”

Vier Crews werden sich am Samstag um die beiden verbliebenen Halbfinal-Plätze streiten. Das sechstplatzierte Team Energy Team wird es mit Artemis Racing (Rang drei) zu tun bekommen. Im zweiten Viertelfinale trifft ORACLE Racing Coutts auf das Team Korea. Beide Duelle sind „Sudden Death“-Match Races: Wer die eine Wettfahrt gewinnt ist weiter, der Verlierer muss ausscheiden.

„Wir sind sehr glücklich mit unserer Lernkurve und sehr froh, dass wir den Cut überstanden haben, also unter den besten sechs Crew sind, die am Samstag segeln dürfen“, sagte Energy-Team-Skipper Loick Peyron. „Wir bekommen nun die Chance, uns mit den Besten zu messen.“

„Wir sind überglücklich über die Art und Weise, wie wir segeln”, sagte Chris Draper, Skipper des Team Korea. „Auch wenn wir immer noch einfache Fehler machen – ohne die wir wahrscheinlich heute die ein oder andere Top-Drei-Platzierung erreicht hätten – man darf nicht vergessen, dass dies alles neu für uns ist. Wir können wirklich zufrieden sein, wie das bisher für uns gelaufen ist.“

Die drei Teams am unteren Ende des Klassements – Green Comm Racing, Aleph and China Team – werden am Samstag nicht an den Wettfahrten teilnehmen. Allerdings werden sie am Sonntag wieder einsteigen und bei der AC World Series – Cascais Championship an den Start gehen. Nach einem Fleet Race wird der Sieger der ersten Station dieser neuen und globalen Profi-Segeltour feststehen.

Die AC World Series wird in diesem Jahr mit Events im englischen Plymouth (September) und San Diego (USA, November) fortgesetzt.

Im Anschluss an die heutigen Wettfahrten wurde bekannt gegeben, dass Newport im US-Bundesstaat Rhode Island die letzte Station der AC World Series 2011/12 sein wird. Die Regatta verspricht der krönende Abschluss der Premierensaison der AC45-Profitour zu werden. The AC World Series wird vom 23. Juni bis zum 1. Juli 2012 in Newport gastieren.

Newport wird nicht nur der erste Regattaort in den USA für die AC45-Katamarane mit Tragflächensegel sein, die Stadt hat zudem die Ehre, den ersten Champion der AC World Series zu krönen. Das Highlight jeder Regatta der AC World Series ist das spektakuläre Fleet Race am abschließenden Sonntag, bei dem gilt: „The winner takes it all“. In diesem Rennen werden die Punkte für die Gesamtwertung gesammelt. Es ist also durchaus damit zu rechnen, dass erst in der allerletzten Wettfahrt am Sonntag, 1. Juli 2012, die Entscheidung fällt, wer der erste Sieger der AC World Series ist.

Cascais AC Match Race Championship – Setzliste nach den Rennen am Donnerstag

Rang Team Punkte
(10. Aug.)
Punkte
(11. Aug.)
Punkte
(12. Aug.)
GESAMT
1 Emirates Team New Zealand 10 10 10 30
2 ORACLE Racing Spithill 9 8 9 26
3 Artemis Racing 6 9 7 22
4 ORACLE Racing Coutts 5 7 8 20
5 Team Korea 8 6 6 20
6 Energy Team 7 5 4 16
7 Green Comm Racing 3 3 5 11
8 Aleph 4 3 3 10
9 China Team 3 4 3 10


Ergebnisse Matchracing
Um Platz 1 und 2 – Emirates Team New Zealand bezwingt ORACLE Racing Spithill: 1:0
Um Platz 3 und 4 – ORACLE Racing Coutts bezwingt Artemis Racing: 1:0
Um Platz 5 und 6 – Team Korea bezwingt Green Comm Racing: 1:0

Ergebnisse Fleetracing (Vorrunde, 12. August)

Rang Team RENNEN 1 RENNEN 2 RENNEN 3 PUNKTE
GESAMT
Rang Pkt. Rang Pkt. Rang Pkt.
1 ORACLE Racing Spithill 1 10 1 10 1 10 30
2 Emirates Team New Zealand 3 8 3 8 2 9 25
3 Artemis Racing 2 9 2 9 4 7 25
4 ORACLE Racing Coutts 8 3 4 7 3 8 18
5 Team Korea 5 6 5 6 5 6 18
6 Green Comm Racing 4 7 7 4 7 4 15
7 Energy Team 7 4 6 5 6 5 14
8 Aleph 6 5 9 3 8 3 11
9 China Team 9 3 8 3 9 3 9
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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „America’s Cup World Series Cascais: Video Tag fünf. Spithill dominiert Fleetraces. Heute Live ab 15 Uhr“

  1. avatar Enno sagt:

    Welche Bedeutung hat denn eigentlich dieser AC World Series 2011/12 Champion Title in Bezug auf die weitere Serie und letztendlich den “Louis Vuitton Cup”? Einfluss auf die Setzliste wohl nicht – die soll ja mit Fleetraces im LVC bestimmt werden. Anzahl Segel die verwendet werden dürfen – hmm, das ist glaube ich nicht mehr aktuell, also vielleicht doch nur “Ruhm & Ehre” … aber wen interessiert denn das, wenn es doch letztendlich “nur” um den Cup geht.

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    • avatar Carsten sagt:

      diese große zahl der verschiedenen wertungen erschließt sich mir auch nicht. wenn ich das richtig verstanden habe, zählt nur das heutige fleetrace für die gesamtwertung der serie. hat wohl damit zu tun, dass diese erste veranstaltung in cascais eher übungscharakter haben soll.

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  2. avatar hanseatic sagt:

    Glaube kaum, dass es irgendjemanden der Organisatoren interessiert ob und wer bei dieser Serie etwas gewinnen kann oder will – letztendlich ist das zunächst mal eine reine Marketingscampagne um die Zuschauer an das Format zu binden. Hier geht’s in erster Linie mal um Geld und Werbemacht wenn die Kanne dann ausgesegelt wird und erst ganz am Ende der Kette stehen da irgendwo auch noch Sportler und deren Wunsch nach Ruhm und Ehre. Die sind halt nicht wie wir, die LE’s dieser Welt 🙂

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