Bacardi Cup der Starboote in Miami. Schlonski/Bohn als beste Deutsche 13.

Deutsche Star-Flotte kommt schwer in Fahrt

Start beim Bacardi Cup 2011 in Miami. 93 Boote waren am Start. Francesco Bruni (ITA 8399) will es wissen. © Bacardi Cup

Bei dem renommierten Bacardi Cup der Starboote vor Miami ist die deutsche Flotte nicht wie erhofft in Fahrt gekommen. Die Plätze 13./19./21. sind weniger als die teutonischen Segelrecken zu leisten in der Lage sind.

Aber Katzenjammer herrscht nach der richtungweisenden Saisoneröffnung in das vorolympische Jahr nicht. So zeigten alle drei Teams des Audi Sailing Team Germany das Potenzial, in der Spitze mitzusegeln.

Dabei zeigte besonders das neuformierte Team von Alexander Schlonski und Matthias Bohn nach der überstandenen Verletzung des Vorschoters eine gute Leistung. Eine Kollision im zweiten Lauf und ein Desaster vor dem letzten Rennen kostete sie einen Gesamtplatz, der im Bereich der ersten acht hätte liegen können. So wurde es Rang 13.

Polen liegt vorne. Maciej Grabowski (8482), dreimaliger Olympiateilnehmer im Laser, belegt bei seiner Bacardi Cup Premiere Rang neun. © Bacardi Cup

Ihr Fazit: „Wir sind ein wenig enttäuscht, denn im letzten Rennen ist uns vor dem Start das Großsegel gerissen. Mit Tape geflickt gings auf den Kurs. Wir konnten uns bei extrem drehenden und leichten Winden bis ins Ziel noch auf Platz 48 vorschieben! Trotzdem ist unsere erste Regatta erfolgreich verlaufen.“

Eine schwierige Woche hatten auch Johannes Babendererde und Timo Jacobs zu verzeichnen. Ein vermeintlicher Frühstart im zweiten Rennen wurde in eine Wiedergutmachung umgewandelt. Aber im vierten Rennen standen sie wieder auf der Tafel.

Johannes Babendererde und Timo Jacobs an der Luvtonne. Von links kommt das Feld mit Überhöhe. © Bacardi Cup

„Wir sind nahe dem Pinend bei 18 Knoten ins vierte Rennen gestartet. An der Luvtonne als neunte angekommen wurden wir wieder wegen OCS rausgewunken. Die Pille hatten wir vorerst geschluckt und sind ins zweite Rennen gegangen. An der Luvtonne waren wir auf Platz fünf, Schlonski/Bohn auf eins. In einem langen, von den Bedingungen sehr wechselhaften Rennen sind wir noch auf zwei vorgefahren – deutscher Doppelsieg.“

Sie äußern sich unter dem Strich zufrieden mit der Leistung, die schließlich zu einem 19. Platz führte. „Es ist wertvoll, zu wissen, dass wir kein Problem haben, konstant in die Topgruppe zu fahren. Am Start werden wir so oder so in Zukunft etwas vorsichtiger sein – auch weil wir im Rennverlauf stark genug sind.“

Eine Kollision im zweiten Rennen verbunden mit einer Renn-Aufgabe kostete Alexander Schlonski und Matthias Bohn einen Top-Acht-Platz. © M. Bohn

Johannes Polgar und Markus Koy konnten ihr Potenzial noch nicht abrufen, was auch ein einer Krankheit des Steuermanns lag, der vor der Regatta vier Tage das Bett hütete. Ein Frühstart und der 43. Rang im letzten Lauf kostete ein Ergebnis im Bereich der Top Ten.

An der Spitze des 93 Boot starken Weltklassefeldes sorgte wieder einmal ein Laser und Finn Dinghy Neueinsteiger für Furore. Der Finn-Bronze-Gewinner von China Guillaume Florent (FRAU) hat sich mit dem ex Weltmeister (2003) und Olympia Sechsten Pascal Rambeau zusammen getan und den Bacardi Cup mit einem Punkt Vorsprung vor dem Iren Peter O’Leary gewonnen, der noch in der vergangenen Saison mit Fridtjhof Kleen in Weymouth gesiegt hatte.

Der Franzose Florent Guillaume holt nach Olympia-Bronze im Finn den Sieg beim Bacardi Cup. © Bacardi Cup

In Miami stand unter anderem der Italiner Francesco Bruni im Blickpunkt. Der Italiener ist der Steuermann bei Mascalzone Latino, dem Challenger of Record beim America´s Cup. Aber er glaubt offenbar selber nicht mehr daran, dass sich sein Team ernsthaft auf den Cup vorbereiten könnte.

Er fährt jetzt zweigleisig und sagt dem Magazin Zero Gradi Nord: „Wenn ich mich für Olympia qualifiziere, werde ich diese Möglichkeit für nichts in der Welt aufgeben.“ Der Aktivitäten für den Cup sieht er zurzeit auf Eis gelegt. „Zumindest für die italienischen Teams.“ Er selber wolle aber nicht still sitzen und auf bessere Zeiten warten.

Hamisch Pepper (r.), der neue Taktiker von "Container" startet mit einem guten fünften Platz in die Star-Saison. Sein "Tier" Craig Monk verhalf vor zwei Wochen noch dem Red Bull-Team zum Podiumsplatz bei der Extreme Sailing Series. © Bacardi Cup

Viel Zeit bleibt ihm aber nicht, in der Star-Klasse ein ordentliches Nieveau zu erreichen. Bei seinem Comeback in Miami belegte er Platz 33.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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