Barcelona World Race: Boris Herrmann greift Podium an. “Renault” mit Ruderproblemen?

"Wir haben gerade viel Glück"

Boris und Ryan sind bester Laune. Die Rookies liegen exzellent im Rennen und greifen Platz drei an. © FNOB

Beim Barcelona World Race hat sich die Gefahr durch den Orkan Atu etwas verringert. Er wurde zu einem Ex-Zyklon herabgestuft, weil er sich in den vergangenen Stunden abgeschwächt hat. Er gilt jetzt nur noch als ein extremes und schwierig zu berechnendes Tiefdrucksystem.

Allerdings müssen sich die Segler immer noch auf 45 Knoten Wind einstellen und in Böen bis zu 55. Dabei ist weniger die absolute Stärke ein Problem als der extreme und chaotische Seegang mit bis zu zehn Meter hohen Wellen. Nach wie vor differieren die amerikanischen und europäischen Wettermodelle stark, so dass die Skipper die Zugrichtung und –geschwindigkeit schwer vorausberechnen können.

Situation am 25.2. "Atu" oben links ist zu einem ex Zyklon herunter gestuft worden. Er bringt "Groupe Bel" und "Estrella Damm" aber immer noch 55 Knoten und zehn Meter hohe Wellen.

„Groupe Bel“ und „Estrella Damm“, die auf den Plätzen sechs und sieben eng beieinander liegen, werden am Nachmittag in den Einfluss von Atu geraten. Ryan Breymaier glaubt dagegen: „Wir sind froh, dass wir wohl den schlimmsten Teil von diesem Atu vermeiden können.“

Der Amerikaner an der Seite von Boris Herrmann ist überhaupt guter Dinge. Heute morgen vermeldet er gut gelaunt von Bord: „Seit Neuseeland haben Boris und ich viel Glück gehabt! Die Passage zwischen den Inseln war einfach mit dem Wind von hinten. Dann hatten wir guten Wind als uns diese kleine Front überholte. Wir wurden zwar von dem Hoch gestoppt aber sind nun durch und sind wieder auf den TGV Zug aufgesprungen, der sich mit knapp 12 Knoten bewegt.“

Der alte Race-Tracker zeigt im Gegensatz zum neuen an, dass "Mapfre" an der Spitze schon wieder weggehalst ist. Die Spanier lassen die führenden Franzosen nicht zur Ruhe kommen und liegen nur noch knapp 8 Meilen zurück.

Breymaier glaubt, dass der Wind für „Neutrogena“ bis zum nächsten Tor stabil bleiben wird. Das Routing-Programm sage den stabilen Wind sogar bis zum übernächsten Tor 1.800 Meilen entfernt voraus. „Das ist zwar kaum zu glauben, aber wir können ja ein wenig träumen !!!“

Das Duo konnte den Abstand auf die in schwachem Wind segelnde „Renault“ weiterhin auf nun 90 Meilen verkürzen. In seiner Mail spricht Breymaier Ruderprobleme beim Gegner an. „Ich hoffe, es ist nicht so schlimm. Wir sind schon weit im Niemandsland und wir wollen einen guten Kampf…“

Die Statistik zeigt, wie sehr "Virbac" und "Mapfre" in den letzten Tagen Gas gegeben haben. Die Abstand-zum-Ziel-Lienien entfernen sich immer weiter von der Konkurrenz.

An der Spitze spitzt sich das Duell von „Mapfre“ und „Virbac-Paprec“ weiterhin zu. Nach dem gestrigen kurzen Split von „Mapfre“ hat „Virbac“ sofort wieder mitgehalst. Beim letzten Positionsreport ist „Mapfre“ erneut auf einen südlicheren Kurs gegangen, und „Virbac“ wird wohl bald wieder folgen. Beide Boote liegen nur 8,3 Meilen auseinander und sie entfernen sich mit exzellenten Vorwind-Bedingungen immer weiter vom Feld.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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